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03.03.2008

GAL zieht in Utting mit CSU gleich

Bürgermeister Josef Klingl und die Uttinger CSU gehen angeschlagen in die Stichwahl am 16. März. Nicht nur dass Josef Lutzenberger (35 Prozent) bei der Bürgermeisterwahl nahe an Klingl (39 Prozent) herangekommen ist, die CSU verlor auch zwei Mandate, eines an die Grünalternative Liste (GAL), die nun mit fünf Gemeinderäten gleichstark ist und eine an die Freie Wählergemeinschaft.

Trotz dieser Situation gibt sich Josef Klingl kämpferisch: "Ich bin Sportler genug, um mit Niederlagen umgehen zu können." Außerdem sei erst die erste Halbzeit verloren, "das Spiel geht in die Verlängerung". Enttäuschend sei der Stimmenverlust freilich für die gesamte Gruppierung.

Die CSU sei mit einer realistischen, ehrlichen Politik nicht angekommen, so Klingl. Wo der Fehler liegt, kann der Gemeindechef nicht benennen, man werde sich zusammensetzen und das Ergebnis analysieren. Grundsätzlich sieht Klingl einen Trend, amtierende Bürgermeister und Parteien abzustrafen. "Herausforderer können leicht große Sprüche machen."

"Superstimmung" dagegen bei den GALiern. "Wir sind gleichauf mit der CSU, haben die Chance Bürgermeister zu stellen, für die Kreistagswahl der Grünen wurden in Utting 28 Prozent erzielt", sprudeln die Erfolge bei Vorstandsmitglied und künftiger Gemeinderätin Renate Standfest gerade so heraus.

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Utting sei eine politisch sehr lebendige Gemeinde, was sich auch daran zeige, dass alle Listen 16 Kandidaten aufweisen konnten. Die neue Zusammensetzung im Gemeinderat sieht Standfest als gute Mischung an, aus der heraus sich ein anderer Diskussionsstil ergeben werde. Sie glaubt jedoch, dass es eine Persönlichkeit wie Josef Lutzenberger braucht, der diese Diskussion moderiert.

"Es geht darum, Leute zu integrieren und keine Gräben aufzureißen." Standfest wertet den Erfolg als Quittung einer soliden Gemeinderatsarbeit über 18 Jahre hinweg. "Wir sind kalkulierbar." Auch für Petra Herzog, die Bürgermeisterkandidatin der Freien Wählergemeinschaft, haben sich die Anstrengungen gelohnt: "Ziel war es, die Verhältnisse im Gemeinderat zu ändern."

Als Neueinsteigerin in die Kommunalpolitik habe sie die viertmeisten Stimmen geholt, in Holzhausen habe die FWG sogar die CSU überholt, so Herzog. "Die CSU hat sich zu sicher gefühlt und die Stimmung im Ort nicht richtig interpretiert." Auch die Argumentation, die CSU habe manches nicht erreicht, da die CSU nicht die absolute Mehrheit gehabt habe, sei nicht gut angekommen. Dazu seien die Uttinger zu gut informiert. "Die Bürger wollen keine Streitereien, sondern dass man Ergebnisse erreicht."

"Recht zufrieden" ist Elisabeth Reinhart von der Ländlichen Wählergemeinschaft, die über 200 Stimmen mehr erzielen konnte als 2002. "Ich hab mit niemandem ein Problem", kündigt sie an, mit allen Gruppierungen zusammenarbeiten zu wollen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt die SPD auf das Wahlergebnis. Zwar bleibt es bei zwei Sitzen, es gab jedoch Stimmverluste und Helmut Schiller wurde als Bürgermeisterkandidat auf den letzten Platz verwiesen. Schiller sieht die Schwierigkeiten der SPD unter anderem darin begründet, dass er mit Susanne Fischbach nicht das Bild einer geschlossenen Fraktion lieferte und dass es dem Ortsverband nicht gelungen sei, die eigene Politik zu verkaufen.

"Wir müssen aktiver werden und mehr an die Öffentlichkeit gehen." Trotzdem freut sich Schiller auf die Arbeit in der neuen Konstellation des Gemeinderates: "Für Utting kann es ein Aufbruch sein, wenn mehr miteinander diskutiert wird."

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