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Gedenken in der Warteschleife

Kommentar Von Alexandra Lutzenberger
08.11.2018

Die Erinnerungsarbeit an die Holocaustzeit in Landsberg beleuchtet LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger.

Gedenken in Landsberg ist für viele, die hier die Schule besuchten, lebten und leben oder politisch aktiv sind, mit dem Namen Anton Posset und der Landsberger Bürgervereinigung verbunden. Denn der Lehrer Posset traute sich vor über 35 Jahren an dieses Thema ran, gegen den Widerstand vieler und ohne sich beeinflussen zu lassen. Deshalb ist es sein Verdienst, dass in Landsberg dieses Thema nie in Vergessenheit geriet, und das ist ihm hoch anzurechnen.

Der Artikel zum Thema: Wie die Erinnerungsarbeit in Landsberg weitergehen könnte

Sein streitbarer Geist half ihm stets, dieses Thema weiterzuverfolgen, stand ihm aber so manches Mal im Weg, gerade in den Jahren vor seinem Tod. Das war sicher eine Folge der vielen Anfeindungen und langjährigen Kämpfe. So wurde die Erinnerungsarbeit an die Nazi-Gräuel für ihn zu einer immer persönlicheren Sache, und die Gedenkarbeit in Landsberg wurde sehr personen- und weniger sachbezogen weitergeführt.

Als die Gedenkarbeit personenbezogen wurde

Kämpfe darüber, wer denn nun wie Gedenkarbeit machen darf und kann, standen oft im Vordergrund und führten dazu, dass sehr emotional diskutiert und gestritten wurde. Der junge Stephan Albrecht will nun vor allem junge Menschen in die Gedenkarbeit mit einbeziehen, und hat hier sicher den richtigen Ansatz und ist auf dem richtigen Weg. Manfred Deiler – der jahrelang an Possets Seite war – ist Präsident der Gedenkstättenstiftung (Kaufering VII, Europäische Holocaustgedenkstätte) und will diese Gedenkstätte zu einem Dokumentationszentrum weiterentwickeln.

Dass Gedenkarbeit in Landsberg aber auch nach Posset immer noch ein weites, schwieriges Feld ist, zeigt die Arbeit des Arbeitskreises, der rund um Thomas Goppel zu diesem Thema vom Stadtrat einberufen wurde. Viele Einzelinteressen gilt es hier unter einen Hut zu bekommen, und noch immer ist vieles offen. Die zentrale Anlaufstelle beim oder im Rathaus wird zwar viel diskutiert, scheint aber eher das kleinste Problem zu sein. Wichtiger scheint wohl die Rolle zu sein, die ein Dokumentationszentrum einnehmen könnte – und wo es entsteht. Darüber wird viel geredet, gehandelt allerdings nicht.

Landsberg, der Stadtrat und die Vereinigungen rund um dieses Thema müssen sich endlich ihrer Verantwortung stellen und Entscheidungen treffen. Das wären sie der Sache schuldig. Auch wenn der eine oder andere dann mal einen Kompromiss eingehen müsste.

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