Umzug

19.03.2018

Geld rein, Kunst raus

Geld rein, Kunst raus: So funktioniert der Kunstautomat.
Bild: Minka Ruile

Der Landsberger Kunstautomat ist jetzt wegen der Tiefgaragensanierung fest am Spitalplatz installiert

Das Dach über dem Kopf verlieren im Zuge der Sanierung der Schlossberggarage nicht nur zahlreiche Blechvehikel, nach über zwei Jahren und zehn erfolgreichen Spielzeiten musste auch der Landsberger Kunstautomat weg. Umgezogen an den Spitalplatz und mit seinem beliebten Kunstkasten gewissermaßen „an die frische Luft gesetzt“ lud Automatenbetreiber Gregor Netzer deshalb erstmals zur Vernissage unter freiem Himmel.

Das „erfrischende Nass“ von oben war ihnen entgegen aller Wetterprognosen erspart geblieben. Dafür gab es – auf sehr viel angenehmere Art – Erfrischendes auf die Ohren. „Ganz schön kalt“ war’s aber trotzdem, wie Sybille Engels, Frontfrau von „Willie und die Magneten“ die klammen Finger reibend gleich mehrfach zwischen den Stücken anmerkte. Zu Höherem berufen zu sein, wie der Automat mit seinen begehrten „Kunstminis“, hat eben auch seine Schattenseiten. Der Unbill des Wetters ausgesetzt zu sein ist die eine, gegen die der Automat mit seiner Metallummantelung jedoch gut gerüstet ist.

Mit seinem Standort an der Ecke zur Schlossergasse geriet der eigentliche Star des Abends während der Begrüßung der Gäste und ihrer musikalischen Unterhaltung dann aber fast ein wenig ins Abseits: Lautsprecher und Mikrofon waren ein wenig nach oben in Richtung Platzmitte gerückt und neben dem Brunnen aufgebaut. Damit richtete sich das Interesse erst einmal vom Automaten weg dem Rahmenprogramm zu. Der allerdings hielt dagegen und punktet auch diesmal wieder mit seinen besonderen Qualitäten und inneren Werten.

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Auf das Ritual der öffentlichen Befüllung der Schächte hatte Gregor Netzer diesmal verzichtet und erklärte nach seiner Einführung mit kurzer Vorstellung der Künstler und ihrer Werkserien die Ausstellung ohne weitere Umschweife für „eröffnet“.

Für vergleichsweise kleines Geld zu erwerben sind während der kommenden drei Monate nun Kaltnadelradierungen von Volker Kurz, die mit Faunen ein Thema aus der römischen Mythologie aufgreifen. Nicole Mahrenholtz’ Druckserie „Traumfetzen“ bewegt sich assoziativ im freien Gedankenraum gehobener Erinnerungen und aufsteigender Traumbilder. Viel von sich preis gibt Michelle Schratz (nicht Schatz, wie im Automaten zu lesen!) mit „Pieces of Me“, jeweils drei kleinen Mixed-Media-Collagen pro Schachtel aus bunt zusammengesetzten Schnipseln einiger zerschnittener Seiten ihres Art Journals. Auch von Guido Scholz gibt es Collagen, diese nun aus Tages- und Wochenzeitungen, die nicht nur die Fantasie anregen, sondern auch die Frage nach dem Kontext der kleinen Ausschnitte aufkommen lassen. Stefan Wehmeier als Fünfter und Letzter im Bunde der Kreativen geht mit Öl und Buntstift in seiner Serie „Berge schauen“ und beschränkt sich dabei nicht auf die Inszenierung der eindrucksvollen Naturlandschaft, sondern versucht mit aufgesetzten kleinen Emaillezahlen auch den zerstörerischen Eingriff des Menschen zu verdeutlichen.

Wer den Kunstautomaten kennt, dem wird aufgefallen sein, dass einer der sechs Schächte diesmal ungefüllt blieb. Aber, bemerkte Gregor Netzer zu dem Thema in seinen Begrüßungsworten: „Wir haben jetzt ja auch mehr Platz.“ Warum also nicht einmal verschwenderisch damit umgehen? (ink)

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