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30.07.2010

Geld unter der Matratze

Augsburg Wer kurz vor der Pleite steht, macht sich schon mal Gedanken, zu retten, was zu retten ist - zum eigenen Vorteil natürlich. So auch der 51-jährige Inhaber eines kleinen Transportunternehmens, der bei der Insolvenz einen Schuldenberg von rund 90 000 Euro hinterließ, sich dem Insolvenzverwalter ansonsten aber als völlig vermögenslos präsentierte.

Bei einer Hausdurchsuchung Monate später allerdings wurde die Polizei fündig: Sie fand den Kfz-Brief für einen teuren Luxuswagen und - unter der Matratze sowie in einer Dokumentenmappe versteckt - noch 4200 Euro gebündeltes Bargeld.

Das brachte dem Kaufmann den Vorwurf ein, Vermögenswerte beiseitegeschafft zu haben, strafbar als "vorsätzlicher Bankrott".

Auf der Anklagebank vor Richterin Birgit Geißenberger musste neben ihm auch die Freundin (25) Platz nehmen. Sie hatte nämlich behauptet, das Geld gehöre ihr. Deshalb war sie der versuchten Strafvereitelung angeklagt. Der Kaufmann (Verteidiger: Georg Zengerle) behauptete steif und fest, das Bargeld habe seiner Freundin gehört, die sein insolventes Unternehmen weitergeführt habe. Keinesfalls habe er "etwas verheimlicht". Und sein Auto sei verpfändet und überdies notariell auf seine Ex-Freundin überschrieben worden. Auch die Mitangeklagte, neue Freundin des Mannes (Verteidiger: Werner Ruisinger) blieb bei ihrer Version.

Angesichts der schwierigen Beweislage und der Tatsache, dass beide Angeklagten bereits in U-Haft saßen, zog Richterin Geißenberger rasch einen Schlussstrich unter die "Matratzen-Affäre": Der Vorwurf, Geld und Auto beiseitegeschafft zu haben, wurde vorläufig eingestellt. Der Mann wurde lediglich wegen Veruntreuung von Sozialbeiträgen zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. (utz)

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