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Finanzen

04.01.2019

Geldtransporte: Banken spüren den Streik

Gewerkschaft fordert deutlich mehr Lohn. Geldinstitute zwei Tage nicht beliefert

Die Geldtransporteure in Deutschland fordern deutlich mehr Lohn. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, folgten sie einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und legten am Mittwoch und Donnerstag, begleitend zu den Tarifverhandlungen, ihre Arbeit nieder. Das hat auch Folgen für die Banken im Landkreis Landsberg. Sowohl die VR-Bank Landsberg-Ammersee als auch die VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg haben keine neuen Geldscheine geliefert bekommen.

Noch sei es kein Problem, könnte aber zu einem werden, sagt Konrad Hallhuber, Vorstand der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg. „Sollten wir wieder nicht beliefert werden, müssen wir schauen, ob das vorhandene Bargeld über das Wochenende reicht. Wir sind gerade dabei, eine Hochrechnung zu erstellen, um am Freitag gegebenenfalls reagieren zu können. Ich gehe aber aktuell davon aus, dass ausreichend Bargeld vorhanden ist.“

Das Geldinstitut spielt vorsichtshalber mehrere Szenarien durch. „Wir schauen erst einmal, wie voll oder leer die Automaten an den einzelnen Standorten sind und verteilen das Geld gegebenenfalls gleichmäßiger. Denkbar ist auch, dass wir nach München zur Bundesbank fahren und Geld abholen.“ Jede Bank hat ein Konto bei der Bundesbank, auf das zugegriffen werden kann. Laut Hallhuber wird dann ein Scheck übergeben, die Summe herausgegeben und das Konto entsprechend belastet.

Was sein Geldinstitut derzeit auch selber macht, ist die Geldscheine maschinell auf ihre Echtheit zu testen und händisch einen sogenannten „Fitnesstest“ mit dem Geldschein zu machen. Dabei werden alte und labberige Scheine aussortiert. Eine Arbeit, die normalerweise die Bundesbank übernimmt.

Hallhubers Bank hat in der aktuellen Situation aber denselben Vorteil wie auch die andere VR-Bank im Landkreis. Den benennt Manfred Doll, Marketingleiter der VR-Bank Landsberg-Ammersee: Viele Geschäftskunden kommen aus der Region. Gastronomen, Händler und Betriebe zahlen Geld an den Automaten ein und tragen so wesentlich zum Erhalt des Geldumlaufes bei. Deswegen sei das Geldhaus auch gelassen, auch wenn wegen des Warnstreiks kein neues Geld angeliefert werde. „Zudem wurde der Warnstreik der Geldtransporteure mit etwas Vorlauf angekündigt, sodass wir uns darauf einstellen konnten.“

Nicht betroffen von dem Ausstand ist nach eigenen Angaben die Sparkasse Landsberg-Dießen von dem Ausstand. Deren Dienstleister beteilige sich nicht am Warnstreik, informiert das Geldinstitut auf Nachfrage. (chmü)

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