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Geltendorf
28.06.2019

Verpuffung an Geltendorfer Schule: Warum wurden die kaputten Leuchten nicht ausgetauscht?

Am Montag ist in der Geltendorfer Schule wieder Unterricht.
Foto: Thorsten Jordan

Bereits im Februar platzte in der Grundschule in Geltendorf ein Kondensator. Wann die Kinder wieder in die Schule gehen können und wie es mit den alten Neonleuchten weitergeht.

Die Geltendorfer Grundschüler können ab Montag wieder in die Schule gehen. Am Freitag war schulfrei, da es am Donnerstag zu einer Verpuffung gekommen war: Kondensatoren in Neonleuchten des aus den 1990er-Jahren stammenden Schultrakts waren kaputt gegangen. Rauch hatte sich entwickelt und zwei Kinder waren vorsorglich im Krankenhaus untersucht worden, der Rauch ist jedoch ungiftig.

Betreuung im Bürgerhaus

Für Grundschüler, deren Eltern sich nicht um sie kümmern konnten, wurde am Freitag eine Betreuung im Bürgerhaus angeboten. Schulamtsdirektorin Monika Zintel sagte dem LT, dass 14 bis 16 Schüler dort betreut wurden. Sie hat sich von der Gemeinde schriftlich bestätigen lassen, dass nun keine Gefahr mehr von den Lampen ausgeht: Sie wurden vom Stromkreis genommen. Jetzt ist eher das fehlende Licht ein Thema: Wegen der starken Sonneneinstrahlung werden derzeit die Fenster verdunkelt. Die Rollos werden jetzt vermutlich nicht ganz heruntergezogen, wie Zintel von der Schulleitung weiß. Moniert worden war das Problem von der Schule schon länger. Bereits im Februar sei ein Kondensator kaputt gegangen, so Zintel.

Das Problem war bekannt

Warum wurde nicht früher reagiert? Das Problem war in der Verwaltung bekannt, wie Geschäftsstellenleiter Patrick Naumann sagt, „aber nicht in Massivität, wie es am Donnerstag aufgetreten ist“. Der Plan war, in der Schule die Beleuchtung auf LED umzustellen, und dafür seien auch im Frühjahr Gelder im Haushalt bereitgestellt worden. Laut Naumann galt es auszuloten, welche Lampen verwendet werden dürfen beispielsweise hinsichtlich des Brandschutzes. „Für die nächste Gemeinderatssitzung am Donnerstag war das Thema bereits auf die Tagesordnung gesetzt.“

Zweiter Bürgermeister Robert Sedlmayr, der im Augenblick Bürgermeister Wilhelm Lehmann vertritt, hat dem nun vorgegriffen: In einer dringlichen Anordnung hat Sedlmayr den Auftrag bereits vergeben und die Fachfirma wird zeitnah die Leuchtmittel austauschen, die Lampen bleiben bestehen.

Schon 2015 mit dem Thema beschäftigt

Der Gemeinderat hatte sich auf Anregung von Sedlmayr, der auch damals Lehmann vertrat, schon 2015 mit den Straßenleuchten, aber auch den Leuchten gemeindlicher Liegenschaften beschäftigt. Ziel war Energieeinsparung. Damals hatte Wolfgang Buttner aus Landsberg dem Gemeinderat vorgeschlagen, nach der Methode „Retrofit“ nur die Leuchtmittel auszutauschen, nicht die gesamten Lampen oder Laternen. Für die Straßenlaternen beschloss der Gemeinderat dies einstimmig, doch dann wurde die Sache nicht weiterverfolgt, wie Buttner dem LT sagte.

Robert Sedlmayr spricht von einem „Glaubenskrieg“, den es gegeben habe: „Die Bauverwaltung war der Meinung, dass die gesamten Leuchten ausgetauscht werden müssten.“ Als im Februar der Kondensator platzte, habe er die Sache wieder aufgegriffen. Da aber keine Gesundheitsgefahr bestand, habe man im Frühjahr die Dringlichkeit nicht erkannt.

Erich Widmann aus Walleshausen hat sich in dieser Sache ans LT gewandt. Ihn ärgert, dass die Umstellung auf LED nicht weiterverfolgt worden ist. Er habe dies auch 2017 in der Bürgerversammlung angesprochen.

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