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Nutzungsänderung

13.09.2013

Gemeinderat lehnt Stützpunkt der Post ab

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Der Geltendorfer Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung eine Nutzungsänderung für den ehemaligen Supermarkt an der Schulstraße abgelehnt. Die Post hat Interesse, dort einen Zustellstützpunkt einzurichten.
Bild: Thorsten Jordan

Antrag, den ehemaligen Supermarkt an der Geltendorfer Schulstraße als Verteilerstelle zu nutzen, findet keine Mehrheit

„Nutzungsänderung von Lebensmitteleinzelhandel zu einem Deutsche-Post-Stützpunkt“: So lautete am Donnerstag ein Punkt auf der Tagesordnung des Geltendorfer Gemeinderates. Wer hier auf die Einrichtung einer Postfiliale spekulierte, der hatte sich zu früh gefreut: Ein derartiger Stützpunkt dient den Postboten dazu, die Briefe ihres Zustellungsbereichs zu sortieren und von dort aus auf Tour zu gehen. Briefmarken kaufen und ein Päckchen aufgeben ist in einem Stützpunkt nicht möglich. Laut Sachvortrag beantragte der Eigentümer des Gebäudes die Nutzungsänderung. 22 Arbeitsplätze würden geschaffen, die Arbeitszeit läge werktags zwischen 6 und 20 Uhr, mit fünf Anlieferungsfahrzeugen sei zu rechnen, hieß es zudem.

Eigentlich ist ein derartiger Stützpunkt hier an der Ecke Bahnhofstraße/Schulstraße baurechtlich nicht zulässig: Geschäftsstellenleiter Florian Hänle hatte Rücksprache mit dem Landratsamt gehalten, wonach dieser unbeplante Innenbereich als allgemeines Wohngebiet zu bewerten ist.

Dort darf Gewerbe angesiedelt werden, welches der Versorgung des Gebietes dient, das heißt Schank- und Speisewirtschaften und nicht störende Handwerksbetriebe sowie „Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke“. Als Ausnahmen können auch Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige nicht störende Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen zugelassen werden. „Ein Zustellstützpunkt der Post gehört nicht dazu“, so Hänle in der Sitzung.

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Trotzdem sprach sich die Verwaltung für eine Nutzungsänderung aus, beziehungsweise dafür, dass auf eine baurechtliche Lösung mit dem Landratsamt hingearbeitet werden sollte, wenn es gelingt, dass in den ehemaligen Supermarkt auch die Postfiliale einzieht. Derzeit laufen die Postgeschäfte in Geltendorf in einem Container neben dem Rathaus.

„Ein Zustellstützpunkt dient nicht den Bürgern, die drum herum wohnen“, führte Thomas Dietsch (Freie Bürger) an, das sei ein reiner Gewerbebetrieb. Nach Auffassung von Robert Sedlmayr (ÖDP) gehört eine derartige Einrichtung in ein Gewerbegebiet. Eckhart-Georg Miehle (SPD) versteht nicht, warum die Poststelle nicht von vornherein in einem solchen Stützpunkt eingeplant ist.

Josef Weiß (CSU) führte dagegen an, dass bei einem Supermarkt mehr Verkehr herrsche und erinnerte an die 22 Arbeitsplätze. Letztendlich war aber die große Mehrheit gegen die Nutzungsänderung, sowohl in der Beschlussfassung, in der eine Poststelle im Stützpunkt zur Auflage gemacht werden sollte, als auch in der Formulierung, in der dies der Post nur nahe gelegt wird.

Postsprecher Klaus-Dieter Nawrath erläuterte dem LT, es werde überlegt, das ehemalige Supermarktgebäude für einen Poststützpunkt anzumieten, dazu bedürfe es der Nutzungsänderung. Poststützpunkt und Postfiliale, beziehungsweise Agentur, die Postdienste anbieten, seien unterschiedliche Bereiche, nur selten seien beide räumlich verquickt. „Die Stützpunkte sind oft in Gewerbegebieten.“ Er schließt aber auch nicht völlig aus, dass Postfiliale oder ein Geschäft mit einer Postagentur sowie ein Stützpunkt im selben Gebäude untergebracht sind. Im Landkreis gibt es noch in Landsberg und Utting Zustellstützpunkte.

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