Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Gemeinderat setzt auf Glasfaser

11.03.2009

Gemeinderat setzt auf Glasfaser

Dießen In Sachen Breitbandversorgung will jetzt auch die Marktgemeinde Dießen ihren eigenen Weg gehen. Die formelle Beauftragung steht zwar noch aus, doch wurde am Montagabend im Gemeinderat deutlich, dass ein flächendeckendes Glasfasernetz bis in die einzelnen Häuser angestrebt wird. Der Diplom-Ingenieur Thomas Lecker aus Dießen bot an, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Wie beim Kanal- und Abwassernetz

Lecker ist bereits für die Gemeinde Denklingen tätig. Die Denklinger streben ebenfalls an, breitband-autark zu werden. Das Prinzip ist dabei ähnlich wie beim Kanal- und Abwassernetz: Die Gemeinde erstellt die notwendige Infrastruktur. Wer diese nutzen will, zahlt dafür einen Anschlussbeitrag und/oder Gebühren. Ein Unterschied ist nur, dass es beim schnellen Internet keinen Anschlusszwang gibt.

Bereits seit Jahren diskutiert man sich in Sachen Breitbandzugang in Dießen die Köpfe heiß, insbesondere im Hinblick auf Dettenschwang und Dettenhofen. Die Funkverbindung, die dort derzeit aufgebaut wird, war lange umstritten, wird jedoch auch nur als vorübergehende technische Alternative gesehen, da sie nur Übertragungsraten von wenigen Megabit pro Sekunde zulässt. Übers Glasfaser können hingegen fast unendliche Datenmengen transportiert werden. So ist in Denklingen zunächst von bis 20 Megabit die Rede, längerfristig sollen für Geschäftskunden sogar bis zu ein Gigabit zur Verfügung gestellt werden können.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Gemeinderäte sind sich im Grundsatz einig

Im Dießener Gemeinderat war man sich im Grundsatz einig. Dr. Elisabeth Weber (Dießener Bürger) sprach von einem "Meilenstein für die Gemeinde Dießen": "Es steht außer Frage, dass diese Technologie notwendig ist." Die Dettenschwanger Gemeinderätin betrachtet zudem den derzeit vorhandenen DSL-Funk kritisch.

Mit sechs Megabit zufrieden

Etwas zurückhaltender bewertete Dr. Wolfgang Salzmann (CSU) die Glasfaser-Thematik: "Wir müssen auch vom Markt her denken und richtig prüfen, wie groß die Preissensitivität ist", gab er zu bedenken. Er selbst sei beispielsweise in Lachen mit seiner Übertragungsrate von sechs Megabit zufrieden und werde derzeit nicht mehrere Hundert Euro für einen Glasfaser-Anschluss hinblättern.

Hannelore Baur (SPD) brachte dagegen die Dettenhofener Sichtweise ein: "Wir haben null und ich würde es ausgeben, denn auch die Funklösung kommt mit allem auf 400 Euro. Auf den Dörfern ist die Sache brandeilig", betonte sie.

Die Herstellungskosten pro Anschluss bezifferte Lecker - je nach Anschlussdichte - auf 1200 bis 2500 Euro. Refinanziert werden könnten diese Kosten über Anschlussbeiträge und/oder monatliche Leitungsgebühren. Die derzeit unterschiedlichen Breitbandkapazitäten sollten auch beim Glasfaseraufbau berücksichtigt werden, so Lecker weiter. "Wir werden nicht am Oberen Albaner Weg beginnen, die Erschließung muss von außen nach innen erfolgen, wir müssen da anfangen, wo derzeit nichts ist." Im Übrigen rechnet Lecker, dass zehn Jahre vergehen dürften, bis das neue Telekommunikationsnetz komplett ist.

Kommende Woche im Finanzausschuss

Der Fachmann soll in der nächsten Woche im Finanzausschuss beauftragt werden, den derzeitigen Stand der Telekommunikationsinfrastruktur in Dießen zu erfassen und eine mögliche Breitband-Infrastruktur unter Berücksichtigung aller Technologien planen.

Worauf es hinauslaufen soll, ist für Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) klar: "Wir wollen alle aufs Glasfaser hinaus." Mit der Lecker-Studie will er bereits in Kürze gewappnet sein, wenn staatliche Förderprogramme aufgelegt werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren