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Landkreis Landsberg

17.07.2019

Gesola: Wie lange gibt es die Bereitschaftsarztpraxis für Kinder noch?

Treten am Wochenende bei einem Kind Ohrenschmerzen auf, muss es zwar zum Arzt, aber nicht unbedingt in die Notaufnahme. In der Kinder-Bereitschaftspraxis in Landsberg werden die kleinen Patienten am Wochenende betreut. Doch die vom Verein Gesola organisierte Praxis hat Problemebei der Finanzierung.
Bild: Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Plus Eltern sind in Sorge: Der Verein Gesola aus niedergelassenen Ärzten kann das Angebot am Klinikum in Landsberg auf Dauer nicht mehr alleine finanzieren. Jetzt sucht man nach Hilfe.

Die Kinder- und Jugendärztliche Bereitschaftspraxis befindet sich im Haus 4 am Klinikum Landsberg gegenüber der Notaufnahme. Betrieben wird sie vom Verein Gesundheitsorganisation Lech- Ammersee (Gesola). „2018 wurden 6500 Kinder behandelt“, sagt Dr. Helga Holzfurtner vom Vereinsvorstand. Aber der Verein hat Probleme mit der Finanzierung und ruft – wie berichtet – zu Spenden auf. Das LT hat nachgefragt, wie es um das medizinische Angebot steht.

Eltern schätzen das Angebot von Gesola

Wie funktioniert die Bereitschaftspraxis und was könnte sich ändern? Beispiel: In einem Dorf im Landkreis hat ein Kleinkind am Samstag starke Ohrenschmerzen, vermutlich eine Mittelohrentzündung. Die Eltern machen bei der nicht ständig besetzten Kinder-Bereitschaftspraxis in Landsberg tagsüber einen Termin aus und bringen das Kind ins Haus 4 am Klinikum, wo Tochter oder Sohn von einem Kinderarzt behandelt wird. Was sind die Alternativen zur Kinder-Bereitschaftspraxis in Landsberg? Laut Helga Holzfurtner müssten die Kinder nach Augsburg oder München zur nächsten Kinder-Bereitschaftspraxis oder in die hausärztliche Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Klinikum gebracht werden. Der Nachteil bei der KV-Bereitschaftspraxis sei, dass dort Mediziner verschiedener Fachrichtungen, aber keine Kinderärzte Dienst haben. Beim Verdacht auf eine schwere Erkrankung ist laut Holzfurtner die Notaufnahme am Klinikum die richtige Anlaufstelle.

10.000 Euro, darauf beläuft sich das aktuelle Defizit der Kinder-Bereitschaftspraxis. Wie kam es dazu und was muss auch künftig finanziert werden? Dr. Holzfurtner sagt, dass unter anderem die Raummiete, die Verbrauchsmaterialien und das Gehalt der medizinischen Fachangestellten bezahlt werden müssten. Es seien fünf 450-Euro-Kräfte angestellt. Sie geht davon aus, dass sich die monatlichen Ausgaben um die 3000 Euro bewegen. Außerdem gebe es in den Praxisräumen ein EKG, ein Ultraschallgerät und Instrumente für die kleine Chirurgie.

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Ende 2017 musste die hausärztliche Bereitschaftspraxis schließen

Laut Helga Holzfurtner ist das Arzthonorar von dieser Finanzierung des Unterhalts und der Bereitstellung der Praxis unabhängig: Für die Behandlung werde das Honorar, das auch für eine Behandlung in der eigenen Praxis außerhalb der Sprechzeiten gelte, angesetzt. Bis Ende 2017 hatte Gesola als GmbH auch eine hausärztliche Bereitschaftspraxis vorgehalten und beide Bereiche gemeinsam finanziert. Für jeden Fall habe es eine Strukturpauschale von fünf Euro gegeben. Mehr als die Hälfte dieser Summe – der Obolus für die früher behandelten Erwachsenen – fehlt seit Anfang 2018. Die Erwachsenen-Bereitschaftspraxis der Gesola war damals durch eine Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung ersetzt worden.

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