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Windach

13.04.2015

Gewerbesteuer hat Höhepunkt überschritten

Mit der Ansiedlung des Klebstoffherstellers Delo in Schöffelding haben sich die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde Windach in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.
Bild: Archiv/Thorsten Jordan

Trotzdem ist die Gemeinde Windach weiter finanziell auf Rosen gebettet. Dafür sorgt auch der weiter steigende Einkommensteueranteil

Weiterhin finanziell auf Rosen gebettet ist die Gemeinde Windach. Dies geht aus dem in der jüngsten Gemeinderatssitzung verabschiedeten Haushalt hervor. Nach wie vor profitiert die Gemeinde von hohen Gewerbesteuereinnahmen. Allerdings werden sie nicht mehr so hoch wie in der besten Zeit im Jahr 2011 sein. Damals flossen fast 2,4 Millionen Euro Gewerbesteuer in die Kasse, im vergangenen Jahr waren es noch knapp 2,1 Millionen und für heuer kalkuliert Kämmerer Reinhold Vögele vorsichtig mit 1,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2006, ein Jahr bevor die Firma Delo nach Schöffelding kam, lag die Gewerbesteuer erst bei 318000 Euro. 2010 folgte dann der große Sprung um über eine Million auf knapp 1,8 Millionen Euro.

Der an die Gemeinde gehende Einkommensteueranteil wird dagegen erneut steigen (um rund 200000 Euro) und mit voraussichtlich 2,6 Millionen Euro der mit Abstand größte Einnahmeposten sein. Insgesamt beziffern sich die laufenden Einnahmen der Gemeinde auf rund 6,4 Millionen Euro. Davon bleiben laut Haushaltsplan rund 446000 Euro übrig, die in den Vermögenshaushalt überführt werden können, der die Mittel für Investitionen bereit hält, die mit knapp 4,1 Millionen Euro veranschlagt sind. Allerdings sind darunter einige „absolut unsichere Posten“, wie es Bürgermeister Richard Michl (Freie Wähler) ausdrückt. Für bestimmte Vorhaben ist zwar Geld eingeplant, es ist aber fraglich, ob dieses tatsächlich benötigt wird. Das betrifft auch den größten Einzelposten mit dem Titel „Grunderwerb in Sachen Gewerbegebiet“, der mit 1,25 Millionen Euro ausgestattet ist. „Die Drehscheibe A 96“ lege es nahe, Gewerbeflächen zu schaffen, sagt Michl gegenüber dem LT weiter, ohne einen konkreten Standort zu benennen. Es müsse dabei nicht nur um eine Erweiterung in Schöffelding (Delo) gehen, man sei „in alle Richtungen“ offen.

Auch ob die zweitgrößte Position beansprucht werden wird, ist offen: 800000 Euro würde die Gemeinde für den Bau eines Sportheims der Sportfreunde Windach bereitstellen. In der Sitzung wurde dieses Thema an anderer Stelle vertieft. Dabei zeigte sich, dass es zwischen Verein und Gemeinde noch einiges zu besprechen geben dürfte. Somit ist rund die Hälfte des im Haushalt berücksichtigten Investitionsvolumens mit größeren Fragezeichen zu versehen. Kämen beide Vorhaben (noch) nicht zum Tragen, würde sich die Rücklage der Gemeinde weiter füllen. Momentan verfügt die Gemeinde Finanzreserven in Höhe von 5,2 Millionen Euro. Ohne den Erwerb von Gemeindegrund und den Sportheimbau würde sich die Rücklage auf rund 6,7 Millionen Euro erhöhen.

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Weitere größere geplante Investitionen sind der Breitbandausbau in Steinebach und Dürrhansl (572000 Euro), die laufende Hochbehältersanierung (502000 Euro) und 320000 Euro für allgemeinen Grunderwerb.

Auch der Ausblick von Kämmerer Vögele ist positiv. Bis 2018 rechnet er mit jährlichen Überschüssen aus dem Verwaltungshaushalt von gut einer halben Million Euro. Die Rücklage würde sich in den Jahren 2016 bis 2018 um Summen von 270000 bis 1,1 Millionen Euro erhöhen. Allerdings weist Vögele auch darauf hin, dass die Anforderungen an die Gemeinden wachsen. Das zeige sich besonders im Einzelplan 4 („Soziale Sicherung“), der unter anderem die Situation in der Kinderbetreuung abbildet.

Eine Frage nach dem Darlehen für Eresing

Im Gemeinderat gab es zu den Haushaltszahlen nur wenige Anmerkungen. Dr. Christoph Köhl (Bilo) machte darauf aufmerksam, dass bei den Einnahmen auch eine Darlehensrückzahlung der Gemeinde Eresing an Windach in Höhe von 233000 Euro enthalten sei. Seine Frage, wie realistisch diese Rückzahlung sei, blieb jedoch unbeantwortet. Wie berichtet will die Gemeinde Eresing den Kauf zweier Grundstücke rückabwickeln, die für eine Erweiterung der Firma Franz Mensch vorgesehen waren.

Köhls Fraktionskollege Rudolf Frommknecht kritisierte die Aufwendungen für den Breitbandausbau als „Steuerverschwendung“ und wies darauf hin, dass die Hälfte dieses Betrags allein für den drei Anwesen zählenden Weiler Dürrhansl erforderlich sei.

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