1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Gibt es bald eine Leinenpflicht für alle Hunde in Hofstetten?

Hofstetten

23.06.2019

Gibt es bald eine Leinenpflicht für alle Hunde in Hofstetten?

Virginia Dominkovic und Dominik Graf leben im Weiler Memming bei Hagenheim und sind mit ihrer Nala oft rund um den Egelsee unterwegs.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Die Jagdgenossenschaft Hofstetten fordert strengere Regeln. Was Hundebesitzer dazu sagen und ab wann schärfere Bestimmungen rund um den Egelsee gelten.

In Hofstetten gibt es seit dem Frühjahr eine strengere Satzung für Hundehalter. Seither gilt für große Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern innerorts in Hofstetten und Hagenheim eine Leinenpflicht. Doch das Landratsamt und die Jagdgenossenschaft Hofstetten fordern eine weitere Verschärfung der Bestimmung. Wie berichtet, will das Landratsamt einen ganzjährig geschützten Bereich am Egelsee anordnen. Die Jagdgenossenschaft Hofstetten hat bei der Gemeinde sogar einen Antrag auf Leinenpflicht in der kompletten Gemarkung gestellt.

Weniger Hundebesitzer unterwegs

Virginia Dominkovic und Dominik Graf haben dafür bedingt Verständnis. Sie leben mit ihrem Boxer-Labrador Nala im Weiler Memming, der zu Hofstetten gehört. „Es gibt leider Hundehalter, die sich an keine Regeln halten beziehungsweise keine Rücksicht nehmen. Das dürfen dann alle ausbaden. Ohne eine Prüfung sollte eigentlich niemand einen Hund bekommen dürfen“, sagt er. Graf bedauert, dass nun alle „wegen ein oder zwei Vorfällen mit der Misere leben müssen“. Der Weg zum Egelsee gehört zu ihren häufig genutzten Strecken, wenn sie zu Fuß oder mit dem Rad mit Nala unterwegs sind. Dominkovic würde es begrüßen, wenn es einen ausgewiesenen Bereich gäbe, an dem Hunde ins Wasser dürfen. Das Paar hat den Eindruck, dass inzwischen weniger Hundebesitzer rund um den See unterwegs sind als früher.

Eher skeptisch zu den Verschärfungen äußert sich eine andere Hundebesitzerin aus Hofstetten, die ihrem Vierbeiner rund um den Egelsee Auslauf ermöglicht. Sie habe bislang noch nie wahrgenommen, dass es Probleme gegeben habe. „Wenn ohnehin Angler und Spaziergänger unterwegs sind, fallen die Hunde doch gar nicht mehr auf.“ Dass die Brutbereiche der Wasservögel und Bodenbrüter geschützt werden sollen, findet sie aber richtig.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nistende Tiere verjagt

Die Egelseefischer hatten vergangenes Jahr einen entsprechenden Antrag gestellt. Ihnen sind Hundehalter ein Dorn im Auge, die ihre Hunde nicht davon abhalten, die brütenden Tiere aufzustöbern. In der Begründung des Antrags wies der langjährige Vereinsvorsitzende Josef Hiebler damals darauf hin, dass die Fischer seit mehr als 25 Jahren den Bereich der Südwestseite des Egelsees zum Schutz der nistenden Tiere für frei laufende Hunde gesperrt haben. Tatsächlich jedoch sei das „etlichen Hundebesitzern egal“. Sie fühlten sich sogar im Recht, wenn ihre Hunde dort herumlaufen und die dort nistenden Elterntiere aus ihren Nestern verjagen.

Deswegen beabsichtigt die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Landsberg, ein ganzjähriges Betretungsverbot im Bereich „Egelsee mit Schilf- und Seggenzone“ zu erlassen. Bislang gilt dieses nur für die Brutzeit zwischen dem 1. März und 15. Juli. Der Naturschutzbeirat des Landkreises hat in seiner Sitzung am 10. April dem Erlass der Verordnung zugestimmt. Bevor diese allerdings in Kraft treten kann, muss noch ein Anhörungsverfahren durchgeführt werden. Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts, sagt dazu: „Dies ist bisher noch nicht geschehen. Wir rechnen damit, dass die Verordnung im September oder Oktober in Kraft tritt.“

Zwei Rehe zu Tode gehetzt

Noch einen Schritt weiter geht allerdings die Jagdgenossenschaft mit der Forderung einer Anleinpflicht im gesamten Gemeindegebiet. Auslöser für den Antrag war der Fund von zwei Rehen, die Hunde zwischen März und April gehetzt beziehungsweise zu Tode gewildert hatten, wie es in dem Antrag hieß. Eines der Tiere habe beim Auffinden noch gelebt, schreiben die Jäger in ihrem Antrag, dem sie Fotos beilegten. Oft würden auch Teile von Tieren wie Rehkeulen gefunden, weshalb von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen werden müsse. Durch häufiges Aufhetzen hätten die Tiere einen erhöhten Nahrungsbedarf, was zu stärkerem Verbiss bei Baumsetzlingen führen könne, so die Jagdgenossenschaft.

Der Gemeinderat hat die Jagdgenossenschaft Hofstetten in seiner vergangenen Sitzung darum gebeten, eine Übersicht der gefährdeten Wegbereiche zu erstellen, sagte Bürgermeister Benedikt Berchtold gegenüber dem Landsberger Tagblatt. Das sei für einen Beschluss notwendig, da eine generelle Leinenpflicht nicht verhängt werden könne. Seit dem Jahr 2002 kümmern sich die Egelseefischer offiziell um Flora und Fauna des kleinen Sees. Die Wasserfläche von 2,8 Hektar ist je nach Jahr von einem mehr oder weniger dichten Seerosenteppich bedeckt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren