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Geltendorf

06.09.2019

Gibt es bald eine Sicherheitswacht in Geltendorf?

In Landsberg sind derzeit sechs Ehrenamtliche für die Sicherheitswacht unterwegs.
Bild: Thorsten Jordan (Symbolfoto)

Die Polizei möchte Ehrenamtliche in Geltendorf einsetzen. Warum sie dort Bedarf sieht und welche andere Gemeinde noch im Blickfeld ist.

In Landsberg und seinen Ortsteilen ist sie bereits unterwegs. Wird es demnächst auch in Geltendorf eine Sicherheitswacht geben? Der Gemeinderat des Ortes war in seiner jüngsten Sitzung schon mal einstimmig dafür. Auf Empfehlung des Zweiten Bürgermeisters und Sitzungsleiters Robert Sedlmayr wird die Arbeit einer Sicherheitswacht im nächsten Mitteilungsblatt der Gemeinde vorgestellt, damit sich Personen finden, die sich den Einsatz in diesem besonderen Ehrenamt zutrauen und ihr Interesse bei der Polizei bekunden.

Die Polizei wirbt im Gemeinderat

In der Gemeinderatssitzung hatte zunächst Stefan Mang von der Polizeiinspektion Landsberg – diese hatte eine solche Einrichtung bei der Gemeinde vorgeschlagen und dafür geworben – Arbeit und Befugnisse einer Sicherheitswacht dargestellt. Verankert sind die Sicherheitswachten in dem Programm „Sicherheit durch Stärke“ aus dem Jahr 2016, mit dem die Bayerische Staatsregierung das Ziel verfolgt, die innere Sicherheit weiter zu verbessern. Dazu gehöre auch der kontinuierliche Ausbau der ehrenamtlichen Sicherheitswachten. Diese seien nicht nur für die Vermittlung eines Sicherheitsgefühls wichtig, sagte Stefan Mang, sondern auch ein bewusstes Signal für Zivilcourage. Gerade heute, in einer stetig sich verändernden Gesellschaft, könne durch die Einbindung verantwortungsbewusster Bürger der zunehmenden Aggression und Wegschau-Unkultur entgegengewirkt werden.

Einsatzbereiche in Geltendorf können laut Stefan Mang rund um den Bahnhof oder auf Schulwegen sein. Kontrollen von Plätzen, an denen über Hotspots gut auf das Internet zugegriffen werden kann oder Orten, die bei Feiernden beliebt sind, seien ebenso mögliche Aufgaben für die Sicherheitswacht wie örtliche Veranstaltungen, bei denen kein eigener Sicherheitsdienst notwendig ist und Sicherheitsstreifen in Wohngebieten, gerade in der kommenden dunklen Jahreszeit.

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Gute Erfahrung in Landsberg gemacht

„Die Sicherheitswacht kommt in der Bevölkerung sehr gut an“, hat der Landsberger Polizist bereits an seiner vorherigen Dienststelle in München und jetzt auch in Landsberg beobachtet. Das Ehrenamt, das nicht verwechselt werden dürfe mit einer „Bürgerwehr“, genieße gleichermaßen Wertschätzung in der Bevölkerung und bei staatlichen Institutionen. Über die Befugnisse der Sicherheitswacht sagte Stefan Mang: Zunächst einmal gelte wie für alle Bürger das „Jedermannsrecht“. So könne ein auf frischer Tat ertappter Täter bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Weiter gebe es das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere, in Bedrängnis geratene Personen.

Ein ehrenamtlich in der Sicherheitswacht Tätiger dürfe zudem Personen anhalten, deren Personalien feststellen und Platzverweise erteilen. Personenbezogene Daten dürfen an Polizei oder Kommune übermittelt werden. Die Sicherheitswacht arbeite eng mit der Polizei zusammen und sei deshalb auch an diese unmittelbar angebunden. Interessierte Bürger erhalten eine Grundausbildung, die vornehmlich in Landsberg stattfindet. Laut Stefan Mang umfassen Theorie und Praxis etwa 40 Stunden. „Ausbildung und sämtliche Kosten dafür sowie die spätere Aufwandsentschädigung in Höhe von acht Euro pro Stunde übernimmt die Polizei.“

Welche Aufgabe die Sicherheitswacht hat

An der Arbeit Interessierte sollten mit Menschen umgehen können, gern soziale Verantwortung übernehmen und zwischen 18 und 62 Jahren alt sein. Voraussetzungen seien eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung und die Möglichkeit, sich mindestens fünf, besser zehn bis 15 Stunden im Monat einbringen zu können. Mitglieder der Sicherheitswacht sind grundsätzlich mindestens zu zweit unterwegs, weisungsbefugt ist die Polizei. Natürlich können Bürger Auffälligkeiten melden, sagte Mang in der Sitzung, dies aber stets bei der Polizei, die dann nach entsprechender Abwägung die Sicherheitswacht beauftrage. Das Gleiche gelte für an dem Ehrenamt Interessierte. Die sollten ebenfalls bei der Polizei in Landsberg vorstellig werden.

Sicherheitswachen sind laut Stefan Mang für größere Kommunen geeignet. So gebe es in Landsberg sechs ausgebildete Ehrenamtliche, für Geltendorf wünscht sich der Polizist drei oder vier. Weiter im Blickfeld sei Kaufering. Dort werde, falls gewünscht, das Konzept „Sicherheitswacht“ in nächster Zeit ebenfalls vorgestellt. „Wir warten nur erst die Bürgermeisterwahl ab“, so Mang.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Sicherheitswacht: Der Ruf nach mehr Sicherheit

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