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Ludenhausen/Gimmenhausen

09.12.2018

Gimmenhausen: Unter der Straße schlummert viel neue Technik

Die Arbeiten in Gimmenhausen sind nahezu abgeschlossen. Mittlerweile sind die Straßen wieder hergestellt
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Die Arbeiten in Gimmenhausen sind nahezu abgeschlossen. Mittlerweile sind die Straßen wieder hergestellt
Bild: Manuela Schmid

Die Bauarbeiten in Gimmenhausen sind fast abgeschlossen. Jetzt ist der kleine Ort unter anderem an das Rotter Kanalnetz angeschlossen. Allerdings war es kein leichtes Projekt.

Über mehrere Monate war Gimmenhausen eine einzige Baustelle. Jetzt ist der Reichlinger Ortsteil komplett runderneuert und an die Kanalisation von Rott angeschlossen. Kanal, Wasserleitungen, Glasfaser – alles wurde in einem Zuge erledigt. Reichlings Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler ist erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass wir nun alles abschließen konnten. Es war insgesamt eine sehr schwierige Maßnahme. Aber wir hatten Glück, dass der Sommer so trocken war.“

Und so sei die umfangreiche Maßnahme auch im Wesentlichen im Zeitplan geblieben. Auch der Kostenrahmen von 1,6 Millionen Euro könne voraussichtlich eingehalten werden. Die Straßen seien mittlerweile wieder hergestellt, und die Glasfaserleitungen für ein schnelles Internet lägen bereits in den Grundstücken. Fast alle Haushalte haben schon an den Schmutzwasserkanal angeschlossen und entsorgen ihre Abwässer jetzt in der Rotter Kläranlage. Was noch erfolgen müsse, ist die Entsorgung des Aushubs, der auf der Grube in Ludenhausen zwischengelagert wurde. Zudem müsse die Baufirma noch einige Feldwege in Ludenhausen herrichten, die durch Baufahrzeuge beschädigt worden waren.

Die Einwohner mussten die Mülltonnen an den Ortsrand bringen

Da Gimmenhausen im Wasserschutzgebiet des Brunnens Ludenhausen liegt und die Niederschlagswassereinleitung in einen geschützten Landschaftsbestandteil erfolgt, gestalteten sich die Planungen zunächst schwierig. Die Einholung der Genehmigungen war nicht einfach. Schwierig für die Anwohner war vor allem die Bauphase: „Es war schwierig, da der ganze Ort betroffen war“, sagt Margit Horner-Spindler. Alle Straßen im Ort waren aufgerissen. „Das war schon problematisch für die Anwohner.“ Die Müllabfuhr kam gar nicht mehr in das Dorf und die Bürger mussten die Tonnen an den Ortsrand bringen.

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Die Bauarbeiten begannen im Mai. Die wichtigste Teilmaßnahme war die Kanalisation. Dazu musste Gimmenhausen an den Ortskanal von Ludenhausen angeschlossen werden. Es wurden ein Schmutzwasserkanal mit Pumpwerk und eine Druckleitung errichtet. Für das Regenwasser wurde ein Niederschlagswasserkanal mit einem Absetzbecken gebaut. Das abgeleitete Regenwasser wird jetzt vorgereinigt am Rand des „Gimmenhauser Filzes“ versickert. Bei großem Zulauf erfolgt ein Überlauf in einen alten Torfstich. Der Filz fungiere wie ein Schwamm und gebe das eingeleitete Wasser nur sehr zeitverzögert an die Windach ab, wodurch auch der Hochwasserschutz abgesichert sei.

Man brauchte kein so großes Rückhaltebecken

Da der Filz bereits seit einiger Zeit an Wassermangel leidet, hat das Einleiten des Regenwassers ganz nebenbei noch einen positiven Effekt, sagt die Rathauschefin. Es bewirke eine Wiedervernässung. Gleichzeitig war kein so großes Rückhaltebecken nötig, was die Kosten reduzierte. Somit habe die Gemeinde nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen ergab sich eine Kostenersparnis durch ein verkleinertes Rückhaltebecken, und zum anderen kann ein Beitrag zum Erhalt des Filzes geleistet werden.

„Der Erhalt von Mooren ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern schützt auch den Lebensraum vieler seltener Arten“, sagt Horner-Spindler. Nicht nur die Abwasserbeseitigung sei auf neuestem Stand, sondern auch das Wasserleitungsnetz. Die Leitungen, die zum Teil mehr als 100 Jahre alt waren, wurden ausgetauscht. Was den Zugang zum Internet betrifft, könnten die Bürger jetzt einen schnelleren Glasfaseranschluss nutzen.

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