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Kreis Landsberg

26.07.2019

Greifenberger genervt von Feuerwehrsirene: „Man erschrickt fast zu Tode“

Keine zwei Meter unterhalb der Sirene wohnt Dirk Hirsch nun schon seit 22 Jahren. Jetzt unternahm er zusammen mit anderen Bewohnern einen Vorstoß, um eventuell Veränderungen an der Sirene zu erreichen.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Anwohner haben wegen der Feuerwehrsirene einen Antrag bei der Gemeinde eingereicht. Diese sei zu laut. Nun meldet sich die Feuerwehr zu Wort.

Dirk Hirsch wohnt seit 22 Jahren in Greifenberg. Er genießt seine Dachgeschosswohnung in einem Haus an der Hauptstraße und von dort aus das bei günstiger Wetterlage erlebbare Alpenpanorama. Was ihn aber zunehmend belastet, ist die Feuerwehrsirene, die unmittelbar über ihm auf dem Dach steht. Und wenn die aktiv wird, dann steigt die Pulsfrequenz des 50-Jährigen von einer Sekunde auf die andere ins Unermessliche – sprich, er „erschrickt beinahe zu Tode“, vor allem nachts.

Deshalb hat Dirk Hirsch als einer von 20 Anwohnern rund um die Sirene einen Antrag zur Bürgerversammlung unterschrieben, mit dem mögliche technische Änderungen angeregt oder zumindest eine Reduzierung der Lautstärke erreicht werden sollen.

Anwohner: „Ich bin froh um die Greifenberger Feuerwehr“

Dabei unterstreicht Dirk Hirsch einmal mehr die Wichtigkeit der Feuerwehr und derer wichtiger, oftmals lebensrettender Arbeit: „Ich bin froh um die Greifenberger Feuerwehr“, sagt der 50-Jährige, der um Verständnis für das Anliegen der Anwohner wirbt. Die Unterzeichner würden keine böse Stimmung wollen, sondern anfragen, ob man etwas zur Verbesserung der eigenen Lebensqualität so unmittelbar im Umfeld der Sirene machen könne. „Am Tag ist es ja noch irgendwie erträglich, aber nachts schlägt das Herz bis zum Hals.“

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Auch auf der Facebook-Seite des Landsberger Tagblatts wird das Thema heiß diskutiert. Die Mehrzahl der Leser vertritt dabei die Notwendig- und Wichtigkeit von Sirene und Feuerwehr. Wie zum Beispiel Maria Zander, die 37 Jahre in unmittelbarer Nähe der Sirene in Hagenheim gewohnt hat. „Klar bin ich immer erschrocken.“ Aber ihr Sohn sei selbst bei der Feuerwehr. „Und ich dachte und denke immer noch, wenn ich die Sirene höre, hoffentlich kommen er und alle seine Kameraden gesund wieder heim. Seien wir froh um unsere Feuerwehrfrauen und -männer.“

Das laute Alarmsignal vom Dach eines Wohnhauses ärgert einige Greifenberger Bürger. Was die Feuerwehr zu diesem Thema sagt.

Pubblicato da Landsberger Tagblatt su  Mercoledì 24 luglio 2019

 

Ein weiterer schreibt: „In der modernen Zeit haben Feuerwehrmänner Piepser und die schaffen es auch, schnell am Einsatzort zu sein.“ Das sei richtig, bestätigt Greifenbergs Feuerwehrkommandant Florian Pitzl. Was der Leser ansprach, ist der stille Alarm über Meldeempfänger, die Feuerwehrleute am Gürtel tragen. Das Problem: „Diese kleinen transportablen Geräte haben bei ungünstiger Lage eine teils schlechte Empfangsqualität“, so Pitzl. Auch würde die Lautstärke oft nicht ausreichen, sodass der Empfänger vom Besitzer weder gehört noch gespürt (Vibration) werde.

Bei mehr als 50 Prozent der Einsätze läuft die Sirene

Daher könne – auch aus weiteren Gründen wie etwa der verschiedenen Alarmierungsqualitäten – auf die Sirene nicht verzichtet werden. Dazu komme die nicht üppige Aktivenzahl (42) der Greifenberger Wehr: „Hätten wir mehr Leute, wäre die Alarmierungsstärke auch über den stillen Alarm schneller und besser zu erreichen.“ Gegenwärtig sehe er wenig Spielraum, das Alarmierungsszenario zu ändern. Von den 77 Einsätzen in den vergangenen eineinhalb Jahren seien 44 durch die Sirene ausgelöst worden, überwiegend tagsüber. 65 Prozent der stillen Alarmierung finde in den Nachstunden statt. „Wir sind aber immer gesprächsbereit – im Rahmen unserer Möglichkeiten.“

Warum steht die Sirene aber auf dem Dach eines Wohnhauses und nicht auf dem des Feuerwehrhauses? Da muss Pitzl weit zurückdenken. Auch Dirk Hirsch weiß, dass die Sirene „schon immer“ auf dem Dach des 1971 gebauten Hauses stand – und auch schon davor, meint Pitzl. Nebenan gab es wohl mal eine alte Schmiede, die über einen entsprechend starken Stromanschluss verfügte. Das Feuerwehrhaus sei erst 1984/85 gebaut worden und liege außerdem in ungünstiger Tallage.

Die Sirene auszuwechseln, davor warnt Pitzl schon fast: „Wir haben eine alte Luftschutzsirene.“ Die Klangstärke einer der modernen elektronischen Sirenen sei wesentlich intensiver. Er sei jederzeit für die Bewohner ansprechbar: „Jeder kann gerne im Feuerwehrhaus vorbeikommen.“ Bürgermeister Johann Albrecht will den Antrag an die entsprechenden Stellen (Innenministerium/Landkreis) weiterleiten und um Prüfung bitten.

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.07.2019

Diese Sirenen sind ein Relikt der Steinzeit.

Es gibt tausende Möglichkeiten zu kommunizieren: SMS, Anruf (das geht auch automatisch!), Push Benachrichtigung via App, Pager, Funkmelder, ...

Beim Rettungsdienst klappt es ja auch (die sitzen auf dem Land nachts auch nicht im Auto und warten bis drei mal die Woche was passiert. Gerade die Notärzte sind ganz normal zu Hause und auf Bereitschaft verfügbar).
Genauso Fachärzte im Bereitschaftsdienst.

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26.07.2019

- Ein unmittelbar an der Person getragener Funkmelder ist lauter als jeder Feuerwehrsirene. Erst recht nachts. Die gängigen Funkmelder haben eine Lautstärke von 85 dB. Wer das nicht hört, hört auch keine Sirene.
- Wenn ein Mitglied der Feuerwehr nicht im Ort ist, hört er die Sirene auch nicht. Gerade tagsüber, wenn viele weiter weg arbeiten oder in Schondorf,... beim Einkaufen sind.
- In Landsberg wird auch nicht mit Sirene alarmiert. Da klappts ja auch. Andere Hilfsorganisationen haben gar nicht die Möglichkeit über Sirene zu alarmieren. Bspw. die Bereitschaften des Roten Kreuzes. Klappt auch.
- Außerdem kann mit entsprechender Software auch als 2. Alarmierungsweg über Handy zusätzlich alarmiert werden.
- Sollte irgendwo der Empfang schlecht sein, dann gibt es auch technische Lösungen, dort den Empfang zu erhöhen. Z.B. durch Alarmumsetzer.
Kostet halt Hirn und Geld das umzusetzen. Ein Funkmelder kostet um die 300€. Sirenen als Alarmierung sind veraltet. Es gibt heute meiner Meinung kein Argument mehr für die Alarmierung per Sirene.

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