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Kreis Landsberg

22.01.2015

Großbrand in Hurlach: Ein Schreiner vor den Trümmern seiner Existenz

Bevor er richtig loslegen konnte, wurde seine Firma ein Raub der Flammen. Schreinermeister Georg Reiner war Untermieter in der abgebrannten Hurlacher Lagerhalle.
Bild: Thorsten Jordan

Schreiner Georg Reiner war Mieter in der zerstörten Hurlacher Lagerhalle. Eigentlich wollte er mit seiner Firma durchstarten. Aber das Feuer hat all seine Maschinen zerstört.

Eigentlich wollte Georg Reiner zum 1. Februar wieder mit seinem Schreinereibetrieb starten. Aber daraus wird nichts mehr. Seine Existenzgrundlage ist zum Raub der Flammen geworden. Sämtliche Maschinen, Werkzeuge und Geräte sind verbrannt. „Man findet nicht mal mehr einen Schrauber“, sagt der Handwerker, der sich als „Schreiner Reiner“ einen Namen gemacht hat. Anfang November bezog er auf rund 480 Quadratmetern einen Teil des Gebäudekomplexes auf der Nordseite, um nach Umstrukturierung mit seiner Firma wieder durchzustarten wie er sagt.

Dazu investierte er neben Geld auch viel Zeit in seinen neuen Arbeitsplatz. „Ich habe Vollgas gegeben, damit ich Anfang Februar starten kann. Ich habe mich sehr gefreut, dass es wieder losgeht und habe hier eine Basis gesehen“, so der Handwerker. Auch private Gegenstände seien eingelagert gewesen. Seine Frau Ingrid ergänzt: „Hier in der Halle wäre es ein Traum gewesen von den Arbeitsbedingungen her. Wir waren gottfroh, dass wir hier wieder eine Möglichkeit haben.“

Georg Reiner: "Mir blutet das Herz."

Aber daraus wird nun (vorerst) nichts mehr. Wie berichtet, brach am Dienstagabend gegen 20.45 Uhr in der mehr als 1000 Quadratmeter großen Lagerhalle ein Feuer aus. Das Gebäude brannte vollständig ab.

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Hauptmieter ist die Firma Danner, die vorrangig mit Paletten und Gitterboxen handelt. Neben dem Schreinereibetrieb von Georg Reiner war eine weitere Firma untergebracht, die Werkstattzubehör für den Automobilbereich anbietet. Übrig geblieben sind nach dem Großfeuer, bei dem rund 200 Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften, nur undefinierbare Metallreste.

Großbrand in Hurlach: Ein Schreiner vor den Trümmern seiner Existenz
39 Bilder
Hurlach: Großbrand im Gewerbegebiet
Bild: Thorsten Jordan

Schreiner Georg Reiner stochert im Brandschutt, auf dem eine bemalte Holzplatte liegt. Sie war früher eine mobile Werbetafel, die er auf einer Ape befestigt hatte. Vor Kurzem installierte er sie an seiner neuen Werkstatt. Der obere Teil mit Reiners Gesicht ist weggebrannt. „Mir blutet das Herz. Die Halle hier wäre optimal gewesen“, sagt der Vater dreier Töchter. Er beziffert den Schaden durch den Verlust seiner Maschinen auf rund 80000 Euro. „Aber die Maschinen sind goldwert – auch wenn sie schon zehn Jahre alt sind“, sagt Ingrid Reiner. „Wir waren schon versichert. Aber noch nicht umstrukturiert.“

Kommt die Versicherung für den Schaden auf?

Nun hofft das Ehepaar, dass die Versicherung, von der am gestrigen Donnerstag ein Vertreter den Brandort in Hurlach besichtigt hat, für den Schaden aufkommt, der Ein-Mann-Betrieb sich neue Maschinen zulegen und nach dem Feuer bald mit der Arbeit starten kann. „Ich will es wieder schaffen. Momentan stehe ich morgens auf und weiß nicht, was ich machen soll“, sagt Georg Reiner.

Wie Jörg Danner, der Hauptmieter in der abgebrannten Lagerhalle war, gestern sagte, will der Besitzer das Gebäude wieder aufbauen. Und vielleicht hat dann auch Georg Reiner dort eine neue Existenz.

In Hurlach (Kreis Landsberg) ist am Dienstagabend ein Großbrand im Gewerbegebiet an der B17 ausgebrochen.
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