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Landsberg

30.01.2019

Große Ehre für das Landsberger Gedächtnis

Dr. Manfred Treml (links), der Vorsitzende des Verbands bayerischer Geschichtsvereine, zeichnete Anton Lichtenstern mit Ehrennadel und Urkunde aus. Der frühere Stadtrat und Stadtheimatpfleger habe sich um das Bild seiner Stadt verdient gemacht.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der frühere Stadtheimatpfleger Anton Lichtenstern ist mittlerweile 80. Der Historische Verein Landsberg ehrt ihn und präsentiert neue Geschichtsblätter.

Ehre wem Ehre gebührt: Der Historische Verein Landsberg hat für sein langjähriges Mitglied Anton Lichtenstern zu dessen 80. Geburtstag einen Festabend ausgerichtet, der nicht nur für viele voll besetzte Reihen im Rathaussaal sorgte. Selbst Professor Dr. Manfred Treml, Vorsitzender des Verbandes bayerischer Geschichtsvereine sowie des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine, reiste an, um Lichtenstern mit Ehrennadel und Urkunde des Verbandes auszuzeichnen. Der Jubilar stand im Mittelpunkt aller Ansprachen, Reden und Grußworte. Die am selben Abend stattfindende Präsentation der druckfrischen Landsberger Geschichtsblätter 2019 geriet da zur Randnotiz.

Lesen Sie hier ein Porträt über den Jubilar: Anton Lichtenstern: Der Chronist der Stadt

Welche Rolle der Historische Verein spielt

Oberbürgermeister Mathias Neuner zählte Projekte auf, die auf Initiative Lichtensterns verwirklicht wurden. Stellvertretende Landrätin Ulla Kurz lobte das Geburtstagskind als „Persönlichkeit, die mit viel ehrenamtlichem Engagement sehr viel bewegt hat“. Für Sigrid Knollmüller, Vorsitzende des Historischen Vereins, ist Lichtenstern einer der besten Kenner der Geschichte Landsbergs. „Er ist unser Mahner, unser Gewissen.“ Manfred Treml bezeichnete den Hochgelobten als „Musterexemplar eines gelehrten Bildungsbürgers. Er hat sich um das Bild seiner Stadt verdient gemacht“.

Historische Vereine seien Kinder des Bildungsbürgertums. Deren Unterstützung sei in einer Zeit der auseinander driftenden Gesellschaft dringend notwendig. „Wir können die Oberhand behalten in Zeiten der Globalisierung, wenn wir bürgerliche Werte schützen und erhalten“, sagte Manfred Treml. Historische Vereine und darin tätige Bildungsbürger spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle.

Schon in jungen Jahren wurde Lichtenstern Mitglied

„Ich habe nie als Einzelkämpfer gewirkt“, sagte Anton Lichtenstern in seinen Dankesworten. „Die Altstadtsanierung beispielsweise war eine konzertierte Aktion.“ Als zwei Beispiele hervorragender Zusammenarbeit nannte er gerade in Zusammenhang mit der Sanierung historischer Bauten den früheren Stadtbaumeister Hartmut Grießinger und den stets anpackenden Anton Degle, der am Tag des Festabends seinen 91. Geburtstag feiern konnte. In einem ganz persönlichen Rückblick zeigte Lichtenstern noch einmal auf, wie er in diese Rolle des Bewahrers hineinwuchs, wie er vor mehr als 50 Jahren bereits Mitglied im Historischen Verein wurde. Ortsgeschichte leiste einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Vergangenheit. Orts- und Regionalgeschichte sei Verbindung zum Weltgeschehen und trage entschieden zum Geschichtsbewusstsein der Bürger bei. „Das war und ist mir immer ein wichtiges Anliegen.“

Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker präsentierte an dem vom Landsberger Kinder- und Jugendchor (Leitung Marianne Lösch) musikalisch umrahmten Festabend die neuesten Geschichtsblätter. Großes Thema ist heuer Lorenz Luidl, der große Landsberger Bildhauer, dessen Todestag sich 2019 zum 300. Mal jährt. Klaus Wankmiller hat sich mit Leben und Wirken von Luidl auseinandergesetzt und einen Aufsatz darüber geschrieben. Natürlich wird auch Anton Lichtenstern und das mit zwei Beiträgen (Sigrid Knollmüller, Franz Xaver Rößle) geehrt.

Worum es in den aktuellen Geschichtsblättern geht

Der Jubilar kommt ebenfalls zu Wort beziehungsweise Schrift. Er schreibt über ein Fundstück aus der Frühzeit Landsbergs und über einen Dichter und Priester aus Asch/Seestall. Eine Bestandsaufnahme von Marksteinen der früheren Landsberger Flurgrenze im Süden hat Thomas Pfundner gemacht. Volker Gold nimmt den Leser mit auf einen Erkundungsgang, mit dem Thema „Landsberg und Europa“. Mit dem Schicksal der in Landsberg ansässig gewesenen, jüdischen Kaufmannsfamilie Schlesinger beschäftigt sich Wolfgang Schönfeld.

Vor 50 Jahren zog das Landsberger Krankenhaus an den westlichen Stadtrand. Der frühere Landrat Walter Eichner blickt zurück auf die vorangegangenen Diskussionen um „Erweiterung oder Neubau“. Rainer Hollenweger schreibt über die in Weil entdeckte römische Villa, Paul Jörg über Brand und Wiederaufbau der Osteraufkirche bei Denklingen. Pater Winfried Mayr schreibt über lateinische Epitaphien in der Beurer Kirche. Dazu kommen einige Buchbesprechungen von Ingrid Lorenz und Werner Fees-Buchecker.

Die Landsberger Geschichtsblätter 2019 sind ab sofort beim Reisebüro Vivell (Geschäftsstelle des Historischen Vereins) erhältlich.

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