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Landsberg

23.01.2015

Großeinsatz: Herrenloser Koffer gehörte einem Sprengmeister

Am Freitag vor einer Woche musste eine Polizeibeamtin der technischen Sondergruppe in Landsberg einen herrenlosen Koffer untersuchen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Es war ein Großeinsatz, der nicht nur die Einsatzkräfte in Atem hielt: ein herrenloser Koffer vor einem Schnellrestaurant in Landsberg. Nun ist der Besitzer gefunden.

Ein herrenloser Koffer stand vor einem Schnellrestaurant in der Augsburger Straße in Landsberg und wurde von einer Spezialeinheit der Polizei untersucht. Der Einsatz fand ein gutes Ende, im Koffer war lediglich benutzte Kleidung und Unterwäsche. Mittlerweile weiß die Polizei, wem der Koffer gehört: einem 33-Jährigen aus Kulmbach. Pikant: der Mann ist von Beruf Kampfmittelräumer. Ein Fachmann, der zum Einsatz kommt, wenn Bomben, Waffen oder Munition entschärft werden müssen.

Am Freitag vor einer Woche war der schwarzer Koffer auf dem ersten Parkplatz direkt neben dem Haupteingang des Schnellrestaurants aufgefallen. Der Bereich wurde von der Polizei gesperrt, der Verkehr von der Augsburger Straße abgeleitet. Auch die Deutsche Bahn stellte vorübergehend den Linienverkehr nach Landsberg ein, da die Gleise direkt hinter dem Schnellrestaurant vorbeiführen. Die Untersuchung des Koffers übernahm eine Beamtin der technischen Sondergruppe aus München. Sie untersuchte den Koffer – selbst geschützt durch einen Spezialanzug – mit einem Scanner auf eventuell verdächtige Inhalte. Nachdem der Scan negativ verlaufen war, öffnete sie das etwa 60 Liter fassende Reisegepäckstück und gab kurze Zeit später Entwarnung.

In dem Koffer fand sich ein Hinweis auf eine Pension im Landsberger Stadtteil Pitzling, wie Franz Kreuzer, der Pressesprecher der Landsberger Polizei sagt. Seine Kollegen fragten dort nach und kamen so auf den 33-Jährigen, der von Donnerstag auf Freitag in der Pension übernachtet hatte. Der Mann aus Kulmbach habe plausibel erklären können, warum er den Koffer neben den Haupteingang des Schnellrestaurants stehen ließ.

Wie der Mann sagte, wollte er etwas aus dem Kofferraum seines Wagens herausholen. Dazu habe er auf dem Parkplatz angehalten und zuallererst den Koffer herausgeholt. Als er fand, was er gesucht hatte, schloss er den Deckel des Kofferraums und fuhr davon. Das abgestellte Gepäckstück vergaß er. „Das war ihm richtig peinlich“, sagt Franz Kreuzer. Den Polizeibeamten habe der Mann gesagt, er sei ja vom Fach und wisse, wie so etwas ablaufe. Mutwilligkeit oder grobe Fahrlässigkeit könne dem 33-Jährigen aus Kulmbach nicht vorgeworfen werden, meint Franz Kreuzer. Daher müsse er auch nicht für die Kosten des Einsatzes aufkommen. Die müsse die Staatskasse übernehmen. (wu)

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