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25.11.2010

Großzügiger Villencharakter

Einige stattliche Villen prägen das Quartier zwischen See- und Pfitznerstraße. Dieser Teil des Schondorfer Ortsbildes soll durch einen Bebauungsplan bewahrt werden. Foto: Gerald Modlinger
Bild: Gerald Modlinger

Schondorf Lieber Groß als Kleinklein: Diese Richtung hat der Schondorfer Gemeinderat für den Bebauungsplan Pfitznerstraße-Ost am Mittwochabend vorgegeben. Der neue Bebauungsplan soll die bauliche Nutzung zwischen Bahnhof-, See- und Pfitznerstraße und der Augsburger Villa vorgeben.

Auslöser für den Bebauungsplan war vor einem Jahr ein Bauvorhaben auf dem Grundstück des sogenannten Leibl-Hauses. Dieses wurde inzwischen genehmigt - wenn auch gegenüber der ursprünglichen Absicht des Bauherrn in abgespeckter Version. Planungsbedarf sah der Gemeinderat aber auch für die sich nach Süden anschließenden Grundstücke. Diese sind zum Teil unbebaut, außerdem befinden sich dort Villen aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und ein renovierungsbedürftiges ehemaliges Kleinbauernhaus.

Als Planungsziel gab der Gemeinderat aus, den Gebietscharakter mit großen Grundstücken und einer lockeren Villenbebauung und den Hangcharakter zu erhalten. Außerdem sollte erreicht werden, dass das Quartier zumindest im mittleren Bereich nur einzeilig bebaut werden kann, erläuterte Ortsplanerin Dana Gerber vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Für den südlichen Abschnitt zwischen Steig und Augsburger Villa stellte sie jedoch noch eine zweite Variante vor. Diese sah im Bereich des Kleinbauernhauses und südlich davon statt zweier großer Baufenster vier kleine vor. Damit sollte der Absicht des Eigentümers des Söldenhauses Rechnung getragen werden, der geäußert hatte, das alte Haus erhalten zu wollen. Dafür wollte er aber die Möglichkeit erhalten, an der Pfitznerstraße ein weiteres Haus zu errichten.

Sinn der Planung stünde infrage

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Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) warb deshalb für die zweite Variante, auch weil seiner Meinung dadurch von der Seeseite aus gesehen kein so hohes Gebäude entstehen würde. Auch Marlene Orban (SPD) sprach sich gegen einen "Riesenkasten" aus.

Aus fachlicher Sicht wandte Gerber dagegen ein, dass bei mehreren Hauptgebäuden auch mehr Nebengebäude wie Garagen notwendig würden. Ähnlich argumentierte Helga Gall (Grüne). Mehr Häuser erforderten mehr Zuwegungen, und es müssten mehr Bäume gefällt werden. Thomas Eichinger (CSU) erinnerte an die ursprüngliche Absicht des Bebauungsplans. "Das wäre nicht das, was wir uns vorgestellt haben", kommentierte er die zweite Variante. Würde dies gewählt, stelle sich die Frage, ob ein Bebauungsplan überhaupt noch Sinn mache. Andreas Dhom (Freie Wähler) warnte zudem davor, die Erhaltungsabsicht für das Kleinbauernhaus für verbindlich zu nehmen. "Das kann so sein, muss aber nicht sein." Mit 9:6 Stimmen sprach sich der Gemeinderat schließlich für die Variante 1 mit wenigeren großen Baufenstern aus. Weniger Diskussionsbedarf ergab sich für den nördlichen Teil des Plangebiets. Hier wurde bereits das Einvernehmen zu einem Neubau erteilt.

Ferner soll auf dem Komplex noch ein zweites 210 Quadratmeter großes Baufenster längs der Bahnhofstraße festgesetzt werden, das sich an den vorhandenen dominierenden Gebäuden in diesem Bereich, etwa dem Leibl-Haus, orientiert. Zudem besteht dort die Möglichkeit, den Straßenraum um zwei Meter aufzuweiten. (ger)

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