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Utting

07.02.2018

Grundschule: Neu bauen oder sanieren?

Die Gemeinde Utting muss die Grundschule auf den neuesten Stand bringen. Im Raum steht nun auch, den aus den 1960er-Jahren Gebäudeteil (rechts) bir zur Turnhalle abzureißen und neu zu bauen.

Spannend ist, ob bei einem Neubau in Utting auch Zuschüsse fließen. Die gleiche Frage stellt sich auch bei den Gemeindehäusern.

Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen ist kostenintensiv. So muss auch die Gemeinde Utting tief in die Tasche greifen, wenn es um die Ertüchtigung der Grundschule geht. Die Aktualisierung des Brandschutzes des denkmalgeschützten historischen Gebäudes und die Sanierung sind bis auf Restarbeiten erledigt, wie Bauamtsleiterin Bettina Riegg dem LT sagte. Jetzt steht die Sanierung der neueren Gebäudeteile an. 350000 Euro sind heuer dafür eingeplant, je 1,1 Millionen sind es 2019 bis 2021.

Was passiert mit dem modernen Teil?

Im Raum steht nun jedoch auch, einen aus den 1960er-Jahren stammenden Gebäudeteil bis zur Turnhalle hin abzureißen und neu zu bauen. Auslöser der Diskussion in der Haushaltssitzung war ein Antrag von Matthias Hornsteiner (Ländliche Wähler) und Florian Hansch ( SPD), die die weitere Sanierung des Schulgebäudes aussetzen wollen. Bei einer Sanierung sei die langfristige Nutzung nicht berücksichtigt, so die Antragsteller. Ein Neubau könne für die aktuellen Anforderungen gebaut werden.

Zudem könnten eventuell Fördermittel ausgeschöpft werden. Grundsätzlich gilt, dass die Regierung von Oberbayern einen Neubau für wirtschaftlicher hält, wenn die Sanierungskosten 80 Prozent der Neubaukosten erreichen. Die Rechnung ist aber in Utting nicht so einfach, denn in den neuen Gebäudebereichen aus den 1960er- und 1990er-Jahren sind auch die Mittagsbetreuung, Hort, Bücherei und Räume für die Volkshochschule untergebracht – außerschulische Nutzungen, deren Räumlichkeiten von der Regierung nicht bezuschusst werden.

Weitere Kinder werden kommen 

Offen sind bei einem Neubau die Chancen auf Zuschüsse: Wie Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) sagte, schätzt man seitens der Regierung die Ausstattung der Uttinger Schule mit Räumen als sehr gut ein. Zu berücksichtigen gilt aber die zukünftige Entwicklung: Mit den Wohnungen auf dem Schmuckerareal werden weitere Kinder die Schule besuchen.

Es gibt also viele Parameter, die eine Entscheidung beeinflussen können. Jetzt ist das Gespräch mit der Regierung von Oberbayern wichtig. Wie Riegg dem LT sagte, hat die Verwaltung Kalkulationen nach München geschickt. Die Gelder, die für eine Sanierung gedacht sind, bleiben jedoch im Haushalt eingestellt.

Der Antrag hat Folgen: Der Uttinger Gemeinderat will in einem Workshop über die Nutzung gemeindlicher Liegenschaften diskutieren. Denn Umbau und Sanierung stehen auch beim Gebäude der VR-Bank in der Bahnhofstraße, das die Gemeinde gekauft hat, in naher Zukunft an. Angedacht ist, dort das Rathaus unterzubringen. Rund 1,2 Millionen wurden dafür bis 2021 in den Haushalt eingestellt.

Die Mieten werden höher

Aktuell diskutiert wurde die Frage Neubau statt Sanierung der Gemeindehäuser in der Dyckerhoffstraße: Die CSU-Bürgerliste versuchte erneut, die Gemeinderäte vom Neubau mit staatlichen Fördermitteln zu überzeugen – ohne Erfolg. Die Gemeinde hatte Schritt für Schritt die gemeindlichen Häuser in der Kellersgarten- und Schönbachstraße energetisch saniert. Als Nächstes stand das Haus Nummer Sechs in der Dyckerhoffstraße auf dem Plan, 2018 waren im Haushalt 480000 Euro eingeplant.

Margit Gottschalk ( CSU/Bürgerliste) plädierte dafür, die staatlichen Förderprogramme zu nutzen, um neu zu bauen. „Die Häuser sind nicht mehr zeitgemäß, es gibt keine behindertengerechte Wohnung.“ Die Einzelölöfen seien wegen des Brandschutzes problematisch. Lutzenberger hielt dagegen, die Öfen seien fast alle inzwischen vom Kaminkehrer abgenommen, es bestehe keine Gefahr.

Fenster sind undicht

Da das Wohnungsbauförderprogramm bis 2019 befristet ist, und die Gemeinde erhebliche eigene Mittel aufbringen müsste, hielt Fraktionskollege Karl Sauter einen Neubau derzeit für nicht machbar: „Wir müssen die Priorität auf den Schmuckerbau setzen und dürfen nicht alles gleichzeitig anfangen.“ Peter Noll (GAL) und Helmut Schiller (SPD) berichteten von akutem Handlungsbedarf: Die Fenster seien undicht. Für den Austausch von Fenstern und Türen wurden 40000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt. Mit der knappen Mehrheit von einer Stimme setzten sich die Sanierungs-Befürworter durch.

 Einig waren sich die Räte, die Mieten bei den seit Langem vermieteten, bereits sanierten Gemeindewohnungen in der Kellersgarten- und Schönbachstraße um 15 Prozent zu erhöhen.

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