Bauernverband

08.08.2012

Gute Aussichten

Gute Aussichten für Landwirte: Die Nachfrage nach Milchprodukten steigt laut Bauernverband wieder.
Bild: Sibylle Seidl-Cesare

Kreisobmann berichtete über das Marktgeschehen

Schwifting Neben den Verbandswahlen war die EU-Agrarpolitik das beherrschende Thema bei der jüngsten Ortsobmännerversammlung des Bayerischen Bauernverbandes, Kreisverband Landsberg, in Schwifting. Kreisobmann Leonhard Welzmiller informierte dabei über die Bereiche Betriebsprämien, das geplante Greening und die aktuelle Lage auf dem Milchmarkt.

So sei das Niveau der Milchanlieferung in der vergangenen Woche wieder zurückgegangen und unterschreite die Vorjahresquote um 0,3 Prozent. Ein Risiko, so Welzmiller, sei die derzeit hohe private Lagerhaltung für Butter. Diese aktuell über 100000 Tonnen kämen nämlich irgendwann wieder auf den Markt. Es wäre wünschenswert, wenn diese Mengen ohne Störung im Markt untergebracht werden könnten. Während die Währungsprobleme im Zusammenhang mit der EU-Schuldenkrise Probleme bereithielten, wirke sich der vorteilhafte Wechselkurs zum Dollar natürlich günstig auf den Export aus. Leonhard Welzmiller: „Derzeit ziehen die Preise für Butter und Magermilchpulver wieder an.“

Bayern könnte zum großen Verlierer der Reform werden

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Eine klare Absage gab es für die EU-Pläne, Betriebsprämien nach Betriebsgröße und Arbeitskraftbesatz zu verteilen. So liegt die durchschnittliche Größe eines bayerischen Betriebes bei 30 Hektar, der Arbeitskräftebesatz bei vier Personen pro 100 Hektar. Das Verhältnis gestalte sich in anderen Ländern deutlich unterschiedlich. So liege die Größe eines durchschnittlichen EU-Betriebs gerade einmal bei elf Hektar, dagegen werden zum Beispiel in Rumänien 16 Arbeitskräfte pro 100 Hektar eingesetzt. Leonhard Welzmiller: „Würden die Prämien ausschließlich nach Betriebsgröße und Arbeitskräftebesatz verteilt, würde Bayern zu den großen Verlierern dieser möglichen Reform zählen.“

Auch die Pläne zum geplanten Greening, also der Stilllegung von Nutzflächen, fand keine Gegenliebe bei dem Kreisobmann. „Das bedeutet in Bayern einen Verlust von 30000 Hektar.“ Das sei nicht machbar, wenn einerseits die Versorgung mit Nahrungsmitteln sichergestellt werden soll, andererseits die Energiewende endlich zum Erfolg gebracht werden muss.

Dennoch schätzt der Kreisobmann die Aussichten für die Landwirtschaft aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln und der Milch im Speziellen als äußerst positiv ein. (lt)

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