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BRK

19.03.2015

Händler sind unerwünscht

Kleiderläden bedienen viele Zielgruppen. Heute Jubiläumsaktion

Aktionen wie Brautmoden- oder Dirndlverkauf gibt es bei den Kleiderläden des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) immer mal wieder, die heutige allerdings ist eine ganz besondere: Passend zum 150-jährigen Bestehen der Hilfsorganisation werden einen Tag lang für jedes erworbene Teil nur 150 Cent fällig. Alle Kleiderläden, dazu gehören auch die drei Schatztruhen in Landsberg, Kaufering und Dießen, haben dafür von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Wie funktionieren nun diese Kleiderläden und warum engagiert sich das BRK? „Die Kleiderkammer, wie sie bis vor ein paar Jahren betrieben wurde, hat sozial Schwache eher stigmatisiert“, sagt Marianne Asam, Leiterin der Sozialen Dienste beim BRK Kreisverband Landsberg. Wer dort nach Kleidung Ausschau hielt, war als Bedürftiger identifiziert. So sei die Idee der Kleiderläden entstanden: „Benachteiligte sollen in der ansprechenden Umgebung eines normalen Geschäfts einkaufen können, ohne gleich aufzufallen.“ Das sei möglich, weil mit den Kleiderläden inzwischen zwei Zielgruppen angesprochen werden. Da gibt es einmal die Käufer, für die Secondhand eine Art Lebenseinstellung ist und die damit einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit auch bei Kleidung leisten wollen. Dies sei einer der Beweggründe des BRK für das Betreiben der Läden: „Wir verlängern die Lebensdauer von Kleidung und leisten damit einen Beitrag zum achtsamen Umgang mit der Umwelt. Gleichzeitig schlagen wir eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel.“ Die zweite Zielgruppe sind finanziell schwache Menschen. „Diese Personen können sich die Sozialkarte beim Landratsamt holen und bekommen nochmals 50 Prozent Nachlass auf ihr Eingekauftes, ohne sonderlich aufzufallen.“

Die drei Läden im Landkreis sind sehr gut ausgestattet. Es sei stets eine qualitativ hochwertige Auswahl von Bekleidung über Accessoires bis zu Bett- und Tischwäsche vorhanden. Wer Möbel oder Geschirr sucht, werde zum Sozialkaufhaus Bill geschickt, mit dem eine enge Kooperation bestehe. Die Ware werde gespendet, zum Laden gebracht, dort sortiert und ausgezeichnet. „Die Preise sind günstig, sie bewegen sich zwischen 50 Cent und acht Euro.“ Vereinzelt werde auch Neuware abgegeben. Gelegentlich aufkreuzende Händler seien nicht erwünscht und werden, falls erkannt, von den Mitarbeitern weggeschickt. Alle drei Läden im Landkreis werden laut Marianne Asam sehr gut angenommen. Überraschend stark frequentiert sei das Geschäft in Dießen, das erst vor einem Jahr eröffnet wurde. In Kaufering kann seit fünf Jahren eingekauft werden, der erste Laden in Landsberg beseht seit sechs Jahren. Mittlerweile bringen sich 70 ehrenamtliche Helfer in den Schatztruhen ein und auch Asylbewerber helfen zeitweise mit. Pro Laden und Öffnungstag werden drei bis fünf Helfer gebraucht, „wir würden uns deshalb freuen, wenn sich weitere Personen ehrenamtlich zur Verfügung stellen könnten“.

Beim Verkauf erwirtschaftete Gewinne bleiben im Landkreis: „Erträge fließen ausschließlich in unsere soziale Arbeit vor Ort.“

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