1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Hängt die Kunst schon am Tropf?

Vernissage

15.09.2018

Hängt die Kunst schon am Tropf?

Ausstellung in der Säulenhalle Landsberg zum Thema „Spurensuche“. <b>Foto: Julian Leitenstorfer </b>
Bild: Julian Leitenstorfer

In der Säulenhalle begeben sich Künstler auf eine Spurensuche. Eine Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten

Landsberg Die 15 Aussteller und Mitglieder des Kunstvereins Landsberg geben viel Persönliches von sich preis, lassen den Betrachter teilhaben an bleibenden Spuren gelebten Lebens. Die Installation „Kultur am Boden, Kunst am Tropf“ zeigt eine Spurensuche aus aktueller Perspektive.

Ein blutleerer Gartenzwerg, der deutsche Ohnemichl, hängt am Tropf, damit etwas Saft in ihn reinkommt, so Reiner Walch, der Vorsitzende des Kunstvereins Landsberg, der zusammen mit Heidi Bille, Gudrun Daum, Inge Diepold, Monika Neubauer und Lisa Wehrmann den nationalen Notfall kreiert hat. Da sind zahlreiche Kulturbeutel drapiert, die jedermanns häusliche Kultur symbolisieren sollen. Der geöffnete Geldkoffer, gefüllt mit Hundertern, kommt nicht dort an, wo er gebraucht wird. Neben lyrischen Gedanken, die sich Reiner Walch dazu machte, hängt ein Schwarz-weiß-Foto, aufgenommen 1912 von Gabriele Münter mit Genehmigung der Johann-Eichner-Stiftung VG Bildkunst Bonn.

„August Macke begießt das „Pflänzchen der modernen Kunst“. In seiner Einführung begab sich Kulturbürgermeister Axel Flörke auf eigene Spurensuche in allen ausgestellten Werken, beschrieb ausdrucksstarke Malereien, fotografisch bildhafte Gestik, provokante Installationen und ging der Frage nach, „hängt die Kultur schon am Tropf, liegt sie am Boden?“ Doch Pessimismus sei hier nicht angebracht, so Flörke. Inge Diepold zeigt in ihren fünf Bildern „Mein lieber Schwan“, wie vielfältig ein Motiv experimentell vom klaren Realismus bis zum Abstrakten umgesetzt werden kann. Ulla Schweizers leuchtende Farben in großformatigen Hommagen an die Klassische Moderne und die Begründer des Blauen Reiters, August Macke, Wassily Kandinski und Franz Marc, setzen der Fantasie des Betrachters keine Grenzen und lassen vielleicht Segmente aus Marcs Blauen Pferden darin erkennen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Heidi Bille dokumentiert anrührende Erinnerungen an die geliebten Großeltern Hans und Anna, deren Kochrezepte nachhaltige Spuren hinterließen, und kommt mit zwei Bildern in der Gegenwart an. „Vater Lech“ der omnipräsent über allem thront, und „Maria“ mit glitzerndem Sternenkranz lässt den Marienbrunnen erstrahlen. Helma Graupp hat, wie sie berichtete, in eine Ziegeldynastie eingeheiratet, wohl deshalb bildet ein Ziegelstein das Fundament ihrer „Spurensuche“, in der sie bewusst drei unterschiedliche Materialien für ihre interessante Skulptur verwendete.

Die aussagekräftigen, narrativen Bilder von Gudrun Daum „Dark of Soul“ dechiffrieren Gegenständlichkeit bis zur Abstraktion.

In Eva Radeks ebenmäßiger Skulptur „Mein Innerer Schweinehund“, scheint das Keramikschwein mit Patina, hoch erhobenen Hauptes voll in der Spur zu sein. In einer Ecke hängt fast ein wenig scheu, jedoch voller Dynamik eine kleine Acrylzeichnung „Tonis Berge“, der zwölfjährigen Gastausstellerin Antonia Voit.

Termin Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis 23. September zu sehen, montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr (Lange Kunstnacht bis 23 Uhr).

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
35333434.jpg
Landsberg

Eine halbe Million Euro mehr für die Schulbegleiter

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden