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Infrastruktur

17.01.2015

Hallen-Thema wieder auf dem Tisch

Der Sportverein Prittriching kann sich einen Anbau an seinem Sportheim vorstellen – mit Soccer- und Tennishalle sowie einem Raum für den Musikverein.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Sportverein Prittriching hat Pläne für eine ganz besondere Sportstätte. Allerdings könnte auch der Wunsch des Turnvereins wieder aktuell werden

Es erinnert an das bekannte Computerspiel Tetris, bei dem digitale Steinchen platzsparend gestapelt werden müssen: Die Trainingsplätze im Ort sind begehrt und knapp. Der Bau einer weiteren Turnhalle für den Turnverein im Ort wurde jedoch vor drei Jahren per Bürgerbegehren abgeschmettert (LT berichtete mehrfach). Außerdem ist die Blaskapelle seit Jahren in Räumen untergebracht, die – so waren sich alle Gemeinderäte am Donnerstag einig – dauerhaft so nicht geeignet sind, oder zumindest aufwendig grundsaniert werden müssten. Nun hat der Vorstand des örtlichen Sportvereins ein überraschendes Klötzchen ins Spiel geworfen.

Der Vorschlag des SVP: Auf dem etwas außerhalb der Ortschaft gelegenen Gelände des Sportvereins könnte eine gemischte Soccer- und Tennishalle gebaut werden. Außerdem könnte die Blaskapelle dort einen Anbau an das Vereinsheim des Sportvereins bekommen. Der Vorstand der Blaskapelle sei gefragt worden und könne sich diese Lösung ebenfalls sehr gut vorstellen, wie es im Gemeinderat hieß. Damit würde auch ein weiteres Problem gelöst, denn dann würde auch das Vereinsheim wieder mehr belebt und genutzt, argumentiert man beim SVP. Dieser Vorschlag wurde nun von Bürgermeister Peter Ditsch dem Gemeinderat vorgetragen.

Die Reaktionen waren gemischt. Zwar sei die Idee, dort für die Blaskapelle eine Unterkunft zu schaffen, durchaus gut. Zweifel jedoch äußerten mehrere Gemeinderäte daran, ob es wirklich Bedarf an noch einer Soccer- und Tennishalle in der Region gebe. Schließlich sei Tennis eher eine rückgängige Sportart und Soccerplätze gebe es eine ganze Menge. Einige Hallen hätten sogar schon wieder schließen müssen. Man brauche zuerst klarere Vorstellungen vom genauen Konzept und vom wirklichen Bedarf, um ein Votum abgeben zu können. Die von Ditsch vorgeschlagene Abstimmung, ob der Gemeinderat den Vorschlag grundsätzlich unterstützen wolle, wurde daher noch einmal vertagt, bis genauere Pläne und eine Klärung des wirklichen Bedarfs vorliegen. Womit der Ball wieder beim Sportverein liegt.

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Zudem, so betonte Peter Ditsch, komme hier noch eine weitere Partei ins Spiel – der Turnverein. Denn dieser habe Ende vergangenen Jahres das Grundstück im Ortskern gekauft (LT berichtete), das er für den Bau der von ihm gewünschten Turnhalle im Ort benötigen würde. Dies sei ein heißes, hochpolitisches Thema. Denn die Prittrichinger Bürger sprachen sich im Frühsommer 2012 in einem Bürgerbegehren gegen einen Zuschuss der Gemeinde für den Bau einer zweiten Halle des Turnvereins aus. Rechtlich gesehen ist eine Kommune nur für ein Jahr an ein Bürgerbegehren gebunden. Dementsprechend stehen inzwischen auch dem Gemeinderat wieder alle Zuschussoptionen gemäß örtlicher Vereinsförderrichtline – und damit für 20 Prozent der jeweiligen Baukosten – offen. Damit könnte nun das ganz große Klötzchen – sprich Sport- und Vereinsflächen-Schieben in Prittriching – wieder beginnen.

Ditsch: „Letztlich könnte es auch so ausgehen, dass die Blaskapelle dann in die alte Turnhalle einzieht. Und man gemeinsam eine weitere Sporthalle hier oder dort baut. Für die Sportarten, die Bedarf haben, und auf die man sich geeinigt hat. Warum nicht? Es müssen sich nur alle einig werden. Wichtig wäre jetzt, dass alle miteinander reden. Nur dann finden wir die beste Lösung – nicht für einzelne Vereine – sondern für Prittriching.“

Gelingt dies nicht, wäre der Gemeinderat aller Voraussicht nach letztlich erneut das Zünglein an der Waage. Nur dass er sich dieses Mal noch zwischen unterschiedlichen Konzepten verschiedener Vereine entscheiden müsste, welches er nun bezuschussen möchte. „Zwei weitere Hallen plus Unterhalt ist bei aller Begeisterung für Sport und für unsere Vereine vermutlich etwas viel für eine 2500-Seelen-Gemeinde“, kommentierte Ditsch.

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