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Landsberg

31.10.2020

Halloween: Keine Angst vor schwarzen Katzen?

Schwarze Katzen sind elegant und wunderschön. Doch das sehen nicht alle so. Rey Skywalker hat jedenfalls ein neues Zuhause gefunden.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Heute ist Halloween und angeblich leben schwarze Katzen heute besonders gefährlich. In Landsberg herrscht offenbar kaum Aberglaube, wie ein Beispiel belegt. Das Tierheim plagen andere Sorgen.

Werden schwarze Katzen wirklich weniger oft vermittelt als andere? Der Aberglaube sei daran schuld, will der Deutsche Tierschutzbund jetzt herausgefunden haben. Zugunsten schwarzer Hunde und Katzen hat der Tierschutzbund nun sogar eine Kampagne gestartet. Einer Mitteilung zufolge will der Verband auf diese Art „mit Vorurteilen und dem Aberglauben rund um schwarze Tiere aufräumen“. Katzen wurden früher oft mit Hexerei in Verbindung gebracht und sind ein beliebtes Motiv bei Halloween.

Das Leben bereichern und verzaubern

Der Appell des Tierschutzbundes sagt dagegen: Tiere mit dunklem Fell können unser Leben genauso bereichern und verzaubern wie ihre andersfarbigen Artgenossen. Das sieht auch der Landsberger Tierarzt Bernd Gühne so, auch wenn er vor Kurzem erst eine schwarze Katze vermitteln konnte. Er gab ihr den Namen Rey Skywalker (LT berichtete). Sie wurde im Alter von einigen Wochen mit gebrochenem Becken im Wald gefunden. Halbverhungert und verdurstet lag sie schreiend im Wald bei Waal. Wohl tagelang – bis es eine Joggerin bemerkte.

Kleintierpraxis Gühne: Katze Rey hat eine gebrochene Hüfte und sucht ein Zuhause. Tierarzt Bernhard Gühne vor einigen Wochen mit Rey.
Bild: Thorsten Jordan

Die Frau brachte das Tier in die Praxis von Bernhard Gühne und dort wurde die kleine Katze behandelt. Sie hat sich inzwischen gut erholt und lebt nun in Landsberg in einem Haus mit weiteren vier Katzen. Und wie sieht es in Landsberg aus mit der Vermittlung der schwarzen Samtpfoten? „Kitten wie Rey werden meist gerne genommen“, so Gühne. Bei erwachsenen Katzen würden die Menschen dagegen seiner Erfahrung nach eher andere Farben bevorzugen. Auch bei einem Wurf mit Katzenbabys werden eher die genommen, die eine andere Farbe haben. Die Vermittlung dauere bei ihnen länger. Und Rey hatte noch ein weiteres Problem. „Sie war verletzt. Das schreckt viele Menschen ab“, so Gühne.

Weniger Geld fürs Tierheim?

In einer aktuellen Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes unter den dem Dachverband angeschlossenen Tierheimen gaben auch 48 Prozent der Tierheime an, dass schwarze Katzen schwerer vermittelt werden als andersfarbige Katzen. Detlef Großkopf, Vorsitzender des Tierschutzvereins Landsberg, sieht die Problematik bei schwarzen Tieren eher nicht. Ihn plagen coronabedingt ganz andere Sorgen. „Wir haben in diesem Jahr rund 60000 Euro weniger an Einnahmen. Ohne eine Erbschaft hätten wir das überhaupt nicht geschafft.“ Warum so wenig Geld in die Kasse des Tierschutzvereins fließt?

Weniger Besucher, weniger Spenden

„Wir bekommen weniger Spenden und haben weniger Besucher und deshalb auch weniger Tiervermittlungen.“ Zudem sei die Zahl der Tiere, die im Urlaub in Pension abgegeben werden, weitaus weniger. „Das ist eine zusätzliche Einnahmequelle, die uns heuer wegbricht.“ Keine schönen Aussichten für Tierheime also generell im Moment, sagt Großkopf. Der Tierschutzbund solle sich auch um diese Themen kümmern, so der Wunsch von Großkopf. Momentan läuft in Sachen Tierschutz dort die Kampagne für schwarze Tiere jedenfalls bundesweit. „Wir wollen zeigen, dass schwarze Tiere wunderschön, geheimnisvoll und elegant sind – und genauso verspielt, verschmust und süß wie ihre Artgenossen“, sagt Caterina Mülhausen, Leiterin Campaigning beim Tierschutzbund.

Und das ist wohl notwendig, denn gerade zu Halloween – 31. Oktober – tauchen in den Sozialen Medien sogar vermehrt Warnhinweise für die Halter schwarzer Katzen auf. Sie sollen ihre Tiere an diesem Tag nachts nicht aus dem Haus lassen, denn Tierquäler oder sonstige Halloweenfans könnten sie sonst mitnehmen und für ihre Zwecke missbrauchen. Also ist der Herbst (lua)

Kampagne Noch steht die aktuelle Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ und die dazugehörige Website www.tierheime-helfen.de ganz im Zeichen der schwarzen Tiere.

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