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24.06.2009

Handys und Hunde sind nicht erlaubt

Landsberg Wenn ein Gefängnis wie die Justizvollzugsanstalt Landsberg am kommenden Samstag, 27. Juni, zu einem "Tag der offenen Tür" einlädt, dann kann sich so mancher ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. Doch genau einen solchen "Öffnungstag" hat Anstaltsleiterin Monika Groß als Höhepunkt der 100-Jahr-Feierlichkeiten vorgesehen. Los geht's am Samstag pünktlich um 12 Uhr, um 15.30 Uhr schließen sich die Tore wieder hinter dem letzten Besucher.

"Die offene Tür gilt natürlich nur einseitig", schmunzelt Monika Groß und erzählt von einer großen Kraftanstrengung für die gesamte Belegschaft, die solch ein Tag der offenen Tür bedeutet. Dennoch hält sie es für wichtig, dass auch die Bevölkerung einen - wenn auch nur sehr eingeschränkten - Einblick in die Arbeit des Justizvollzugsdienstes erhält. Wer nun die JVA besuchen möchte, muss sich selbst auf eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen einstellen und vorgegebene Regeln befolgen. So ist zum Beispiel nicht erlaubt, Mobiltelefone mitzuführen. Sebastian Huber, Leiter des Vollzugsdienstes: "Handys lassen die Besucher am besten gleich zu Hause oder im Auto liegen." Auch Haustiere, Fotos und Filmaufnahmen sind nicht gestattet. Um das zu überprüfen, werden am Einlass, dem Südtor, Kontrollen mit Hand-Detektoren durchgeführt.

Ausgewiesener Rundkurs

Auf einem ausgewiesenen Rundgang dürfen sich die Besucher frei bewegen. Der Weg führt dabei zu den Werkhallen wie Schlosserei, Wäscherei, Schreinerei oder auch die Unternehmerbetriebe hin zur Sporthalle, wo in der vergangenen Woche der Festakt zum Jubiläum stattfand. Monika Groß: "Wir werden auch Hafträume wie Einzelzellen präsentieren."

Handys und Hunde sind nicht erlaubt

Überall stehen übrigens JVA-Mitarbeiter bereit, die als Ansprechpartner für die Besucher eventuell auftauchende Fragen beantworten. Als weitere Besichtigungsstation ist auch der Sozialtrakt zugänglich. Dort können die Arbeits- und Wirtschaftsverwaltung, der Personalbereich, die Arbeitsstellen von Sozialarbeitern, Psychologen und Lehrer besucht werden, im medizinischen Bereich kann man sich den Blutdruck messen lassen. Auf Schautafeln werden Aus- und Fortbildung für die Gefangenen erklärt und auch die Anstaltskirche ist frei zugänglich.

Allerdings, darauf weisen Monika Groß und Sebastian Huber ausdrücklich hin: Der Weg wird nicht behindertengerecht sein. Es sind Stufen zu gehen, Absätze zu überwinden, die nicht zu umgehen seien.

Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. So werden im angrenzenden Gutshof Spötting Leberkässemmeln und Getränke verkauft, Souvenirs wie Bierkrüge, Kaffeetassen oder ein 80-minütiger Film über die Geschichte des Landsberger Gefängnisses (vorliegend auf DVD) werden ebenso angeboten wie die überaus lesenswerte Chronik über die 100-jährige Geschichte der JVA Landsberg.

Kein Kontakt mit Häftlingen

Kontakt mit den Häftlingen wird es übrigens nicht geben. Sebastian Huber: "Wir gehen aber davon aus, dass rund ein Drittel der Besucher irgendeine Verbindung zu den Häftlingen hat." So ist mit dem Torschluss um 15.30 Uhr für die JVA-Mitarbeiter das Jubiläum noch nicht ganz beendet. Monika Groß: "Wir werden die Haftanstalt dann gründlichst durchsuchen müssen." Zu groß sei der Anreiz, unerlaubte "Mitbringsel" für die Häftlinge auf dem Gelände zu verstecken.

Eine Woche später steht für Monika Groß noch der Besuch der 100-Jahrfeier der nahezu zeitgleich gebauten JVA Aichach (Schwaben) auf dem Programm und dann verabschiedet sie sich zum einen vom Jubiläum, zum anderen in den Urlaub.

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