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Landkreis Landsberg

05.11.2017

Hanni und Hella ziehen den heiligen Leonhard

Die hohe Geistlichkeit beim Leonhardiritt durch Reichling.
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Die hohe Geistlichkeit beim Leonhardiritt durch Reichling.
Bild: Julian Leitenstorfer

In Reichling waren am Samstag 100 Pferde beim Umzug durch den Ort zu bewundern. Neben großen, schweren Süddeutschen Kaltblütern waren viele Rassen bis hin zum kleinen Shetlandpony zu sehen.

„Für d’Landwirtschaft hat man die Kaltblüter g’habt, in d’Stadt is ma mit de Warmblüter, de Langhaxerten, g’fahrn“, erzählt Josef Lindauer aus Peißenberg bei der Leonhardifahrt in Reichling. Im Landkreis fanden am Wochenende derartige Veranstaltungen zu Ehren des Vieh- und Pferdepatrons in Reichling, Kaufering, Utting und Wengen statt.

Schöne Gespanne

Wer dort die schönen Gespanne zumeist mit der Rasse Süddeutsches Kaltblut gesehen hat, weiß, dass diese mittlerweile als Kutschpferde der Stolz ihrer Besitzer sind. In der landwirtschaftlichen Arbeit sind sie kaum noch zu finden, höchstens als Rückepferd im Wald. Und sie können auch temperamentvoll sein: Ein Kutscher muss in Reichling vor dem Umzug seine Kaltblüter wieder ausspannen, weil eines der Tiere zu nervös ist.

Zu Beginn des Zugs mit rund 100 Tieren darf ein Haflinger den Reiter mit dem Kreuz tragen. Korbinian Hurnaus reitet die Stute Wenka. „Das ist so eine Brave“, erzählt seine Mutter Irmgard Hurnaus, die nebenher läuft. „Vor der Musi geht net jedes Pferd“, meint sie, während einige Schritte weiter die Musikkapelle Reichling einen Marsch intoniert.

Bertram Graf verkörpert den Heiligen

Die meisten Zugpferde kommen aus der näheren Umgebung. Hanni und Fanny heißen die Süddeutschen Kaltblutstuten von Hubert Kracher aus Dettenschwang, der mit Hubert Schamper als Partner auf dem Kutschbock den Trachtenverein fahren darf. Ebenfalls eine Hanni haben Siegfried Fastner aus Kinsau und Artur Ehlich aus Peißenberg neben eine Hella gespannt. Sie kutschieren den Leonhardiwagen, heuer verkörpert Bertram Graf den Heiligen.

Das Besondere: In Reichling gibt es keine Leonhardikirche mehr, die umrundet werden kann, sondern nur ein Denkmal in der gleichnamigen Straße: 1935 wurde die Kirche abgebaut, seitdem gibt es nur noch die Kirche St. Nikolaus in dem Ort. Während die Leonhardifahrt ihre bewährte Route vom Bruckberg zum ehemaligen Standplatz der Kirche und Retour nimmt, stehen überall an der Straße die Reichlinger und auch Gäste, um einen Blick auf den Zug zu werfen.

Von der Feuerwehr, die einen Heiligen Florian auf die Fahrt schickt, bis zum Ernte-Dank-Wagen des Gartenbauvereins gibt es eine breite Palette an Themenwagen.

Von Warmblütern gezogen

Neben diesen reihen sich auch vier Ehrenkutschen in den Umzug, die von Warmblütern gezogen werden. Bischofsvikar Prälat Dr. Bertram Meier, der – wie Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel neben ihm sagt – im Festgottesdienst eine sehr schöne Predigt gehalten hat, hat hier neben Pfarrer Michael Vogg und Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler Platz genommen.

Altlandrat Erwin Filser, Bundestagsabgeordneter Michael Kießling, stellvertretender Landrat Peter Ditsch und Landtagsabgeordneter Alexander Dorow genießen die Fahrt in der nächsten Kutsche ebenso wie Geistliche und Bürgermeister der Nachbarorte in zwei weiteren Landauern.

Mit Islandpullovern auf Isländern

Auch Reitergruppen fallen auf: Mit Islandpullovern sitzen die Reiterinnen auf ihren Isländern und eine Gruppe aus Obermühlhausen sticht mit ihren Westernreitzeug ins Auge: „Wir sind Wanderreiter“, erzählt Susanne Czech. Der Westernsattel mit seiner größeren Auflagefläche sei auf langen Strecken angenehmer für Reiter und Pferd. Ihr Ross ist ein ganz klassischer Haflinger namens „Attila“, während ihre Reisegenossen mit einem polnischen Warmblut und einem Lewitzer Rappschecken unterwegs sind.

 Julia Ettner und Christin Rauch aus Stoffen sind stolz auf ihre Tinker, eine Arbeitspferdrasse aus Irland. Und die kleine Lia-Theresa aus Epfach reitet zum ersten Mal mit, auf ihrem Shetlandpony Flicka. Kunstvoll ist so manche Mähne geflochten. Auch an manchem Schweifansatz finden sich Blumen. Während des Umzugs durchs Dorf und auf der Wiese am Bruckberg lassen sich die Details bewundern.

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