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12.04.2010

Harmonisch geschlossener Klangkörper

Landsberg Zum großen Festkonzert nach der Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche begrüßte Dekan Thomas Rauch die zahlreich erschienenen Gäste und betonte, er freue sich auf ein "großartiges Konzert der Stadtkapelle", die "mit großer Treue und Selbstverständlichkeit" bei allen "religiösen Festen und Prozessionen stets die musikalische Begleitung übernehmen".

Das anspruchsvolle Festkonzert, das unter dem Leitgedanken "Ich bin die Auferstehung und das Leben" (Joh. 11,25) stand, sollte die Zuhörer nach dem Wunsch von Dirigent Walter Edelmann und Dekan Rauch hineinnehmen "in die Leiden des Herren (…), aber auch in das österliche Halleluja".

Gelungenes Projekt

Ein gelungenes Projekt, denn die von der Stadtkapelle Landsberg gespielten Kompositionen, die Walter Edelmann über viele Monate hinweg zusammengetragen hatte, brachten diese Vorstellung zum Klingen und übertrugen eindrucksvoll die musikalischen Botschaften. Dekan Rauch trug zwischen den Musikstücken die passenden Bibelstellen vor, die das Schriftwort zum vorher Gehörten lieferten. Im Geiste der Karwoche und des Osterfestes hatte Walter Edelmann mit den rund 50 Musikern der Stadtkapelle Werke aus vier Jahrhunderten einstudiert, die die Ankunft des Herrn, Jesu Leiden, Sterben und Auferstehung zum Thema haben. Wie die renovierte Kirche erstrahlten auch die vielfältigen Kompositionen aus Renaissance, Barock, Rokoko und Romantik in neuem Glanz, denn mit Ausnahme des zentralen Werkes des Konzerts hatte Walter Edelmann durchweg zeitgenössische Arrangements gewählt. So war denn auch das traditionelle Kirchenlied "Lobe den Herren", mit dem das Konzert eröffnete, ein ungewöhnlich gewaltiger, orchestraler Sound, der an beste Filmmusik erinnerte.

Der wunderbare Aufbau des Stückes, mit vielen anschwellenden Passagen, schnellen Wendungen und pointiert zu spielenden Einsätzen, stellte hohe Ansprüche an Dirigent und Orchester. Doch hier bewies sich die Stadtkapelle Landsberg als harmonisch geschlossener Klangkörper, den Walter Edelmann ohne Mühe durch die schwierigen Passagen dirigierte. Diese Leichtigkeit, die nicht zuletzt durch die seit September vergangenen Jahres fortgesetzten Proben eingeübt wurde, setzte sich durch alle Stücke fort und machte das Konzert zu einem musikalischen Genuss. Daneben inszenierte Walter Edelmann kleine Überraschungen, indem er beispielsweise die acht Musiker, die die Toccata I, ein Doppelquartett von Aurelio Bonelli, spielten, sich im Mittelgang gegenüberstellen ließ, um die musikalische Konversation der beiden Gruppen zu unterstreichen. Ähnlich auch die Verteilung von drei Trompetergruppen im Kirchenschiff, die dem Tongemälde "Il Giudizio Universale" ("Das jüngste Gericht") von Camille de Nardis eine allgegenwärtige Präsenz verliehen. Dieses im typischen Opernstil des 19. Jahrhunderts, mit abrupten dynamischen Wechseln verfasste Stück, war als Hauptteil des Konzertes angelegt. Mit drohendem Unterton und einer Atmosphäre ständig steigender Spannung baute sich die Komposition auf, dann erschallten die Fanfaren des Jüngsten Gerichts - die Walter Edelmann so gekonnt an verschiedenen Stellen der Kirche positioniert hatte - und nach dem Richterspruch Gottes schloss das Stück mit einem ruhigeren, hoffnungsvollen Teil. Nach diesem musikalisch dramatischen Werk, das Dekan Rauch mit der Rede Jesu vom Weltgericht aus dem Johannesevangelium komplettierte, klang das Konzert mit Werken von Bach und Händel aus.

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