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Landsberg

19.11.2019

Harte Vorwürfe gegen das Landsberger Snowdance-Festival

Vorwürfe gegen das Festival Snowdance? Bastian Georgi entschuldigte sich bereits für seine Äußerungen beim runden Tisch Gastronomie. Rechts im Bild: Snowdance-Chef Tom Bohn.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Bei einem Gesprächsabend mit Vertretern der Stadt schildern die Landsberger Gastronomen ihre Probleme. Dann spricht Eventmacher Bastian Georgi das Snowdance-Filmfestival an und teilt gegen Veranstalter Tom Bohn aus.

Die Landsberger Gastronomen haben offenbar viel Gesprächsbedarf mit der Stadt: Bei einem erstmals veranstalteten runden Tisch nahmen mehr als 20 Gastronomen und Hoteliers – vor allem aus der Innenstadt – teil. Aufhorchen ließ vor allem der Schluss der Gesprächsrunde: Der Eventmacher Bastian Georgi („Rebelz Sound“) brachte die städtische Förderpraxis für kulturelle Veranstaltungen aufs Tapet. Dabei nahm er besonders das Independent-Filmfestival „Snowdance“ in den Blick und teilte gegen Festivalchef Tom Bohn aus.

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Dabei, so bestätigte Georgi, sei von ihm auch die Aussage gefallen, Snowdance-Veranstalter Tom Bohn würde andere „über den Tisch ziehen“. Es gibt bereits eine Entschuldigung. „Das habe ich leider gesagt“, erklärte Georgi, der unter anderem die Partyreihe „Nightshift“ und das „Streetfood-Festival“ organisiert, nach der Gesprächsrunde auf LT-Nachfrage. „Ich nehme jetzt aber Abstand davon, das ist leider passiert.“ Er habe sich bei Bohn deswegen bereits entschuldigt und erklärt, „dass ich es so nicht formulieren wollte“. Der Satz sei im Zusammenhang mit seiner Aussage gefallen, dass nicht mehr so viele Gastronomen wie früher mit Bohn zusammenarbeiten würden. Weiter sagte Georgi, er habe eigentlich gedacht, im Rahmen eines „stadtinternen Meetings“ zu sprechen und sei nicht davon ausgegangen, dass die Inhalte nach außen getragen werden.

Vorwürfe gegen das Festival Snowdance? Bastian Georgi entschuldigte sich bereits für eine Äußerungen beim runden Tisch Gastronomie. Rechts im Bild: Snowdance-Chef Tom Bohn.
Bild: Thorsten Jordan

Tom Bohn hat bereits auf die bei dem runden Tisch gefallenen Äußerungen reagiert: „Es ist natürlich verständlich, dass Veranstalter von profitorientierten, kulinarischen Events auch gerne von der Stadt unterstützt werden würden. Dass sie sich dabei mit kulturellen Veranstaltungen vergleichen, ist aber zu kurz gedacht. Ich habe bisher die Erfahrung in Landsberg gemacht, dass den meisten Gastronomen und Geschäftsleuten der grundsätzliche Vorteil eines Filmfestivals, das jedes Jahr Gäste aus aller Welt und bekannte Filmstars anzieht, bewusst ist.“ Speziell zu Bastian Georgi sagt Bohn: „Es ist natürlich unschön, wenn einem in einer öffentlichen Sitzung Betrug vorgeworfen wird – vor allem, wenn man nicht persönlich anwesend war. Mit Kritik kann ich sehr gut umgehen. Mit gezielter übler Nachrede nicht.“

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Kein Urteil zum Festival

Bastian Georgi verwahrt sich wiederum gegen den Betrugsvorwurf: „Davon hat niemand geredet, einen so schweren Vorwurf würde ich so nicht in den Mund nehmen.“ Er habe, so berichtet Georgi weiter, vor 2017 die Technik für das Snowdance-Festival gemacht. „Ich bin aber mit dem Charakter Tom Bohns nicht wirklich zurechtgekommen“, fasst er seine damaligen Erfahrungen zusammen. Ein Urteil zum Festival will Georgi nicht abgeben: „Ich bin leider im Independent-Filmbereich nicht bewandert genug, um bewerten zu können, ob der internationale Ruf, den das Festival genießt, für die Stadt ein Gewinn ist.“

Keine Kommentare von den anderen

Vonseiten der übrigen Teilnehmer aus der Gastronomie und Hotellerie sei das Thema nicht weiter kommentiert worden, hieß es aus dem Kreis der Anwesenden. Kulturamtsleiterin Claudia Flörke erläuterte bei dem Treffen die städtische Förderpraxis mit einem mit 30.000 Euro im Jahr ausgestatteten Fördertopf für kulturelle Veranstaltungen. „Ich habe erklärt, dass die Förderungen den Richtlinien entsprechen und dass sie vom Stadtrat so gewollt sind“, sagte Flörke dazu gegenüber dem LT.

Verteilt werden die Gelder (30 Prozent der sogenannten zuwendungsfähigen Kosten beziehungsweise maximal 2500 Euro pro Veranstaltung) nach den vom Stadtrat beschlossenen Richtlinien: Gefördert werden öffentliche kulturelle Nonprofit-Veranstaltungen und -Projekte, die „eine wesentliche Bereicherung des Kulturlebens in Landsberg darstellen“, neuartige künstlerische Ansätze beinhalten, bevorzugt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen und eine „größtmögliche soziale Teilhabe garantieren“, heißt es.

Welche Projekte dieses Jahr gefördert wurden

In diesem Jahr kamen laut Flörke beispielsweise die Stelzer, eine Goggolori-Inszenierung, der Hospiz- und Palliativverein, das Kulturmagazin ellell, die Veranstaltung „Singing Planet“ und Peter Wilsons „Landsberger Leute“ in den Genuss städtischer Gelder. Mit mehr als 2500 Euro wurden auf Beschluss des Finanzausschusses das Ruethenfest-Theater und das Theaterprojekt „Arturo Ui“ (jeweils 7000 Euro plus Sachkosten) und das Snowdance-Festival (rund 5000 Euro in Form städtischer Öffentlichkeitsarbeit) unterstützt, so Flörke. Gängige Praxis bei dieser Förderung ist es, so Andreas Létang von der Stadt, dass die Veranstalter ihre Anträge bei der Stadt Landsberg auf Förderung stellen müssen. Bastian Georgi habe für seine Veranstaltungen bislang noch nie einen Antrag bei der Stadt Landsberg gestellt.

Ansonsten wurden bei dem runden Tisch vonseiten der Gastronomen insbesondere Fragen, die das Ordnungsamt betreffen, angesprochen: Das Parken, Ausschankzeiten bei besonderen Anlässen wie am Lumpigen Donnerstag und Außenbewirtung nannte zum Beispiel Claus Moritz als Stichworte, der die Idee des runden Tisches lobte: „Für mich war das gut, dass man von der Stadt was aufgenommen hat“, sagte er gegenüber dem LT.

„Wir wollen etwas verbessern“, sicherte Wirtschaftsförderer André Köhn im Gespräch mit dem LT zu, „es wurden alle Anregungen festgehalten und wir werden daran arbeiten.“ Zur städtischen Förderpraxis wies er noch auf den sogenannten „Innenstadt-Fördertopf“ hin, der Projekte und Veranstaltungen von Unternehmer-Zusammenschlüssen unterstütze, die etwas für die Innenstadt tun wollen.

Der Kommentar zum Thema: Attacke gegen Snowdance: Entschuldigung ist angebracht

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