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30.08.2007

Heckenschützen lauern auf Haustiere

Landsberg Große Sorgen macht sich Petra Gessner aus Landsberg um ihren Kater "Piu". Vor einigen Tagen wurde das Tier von Unbekannten mit einem Luftgewehr angeschossen. Mit seinen Qualen ist "Piu" aber nicht allein: Solche Angriffe auf Katzen ereignen sich in Landsberg regelmäßig, sagt Tierarzt Maximilian Geisenberger.

Dem dreijährigen Kater der Gessners geht es ziemlich schlecht. Nach der Attacke haben sich die Wunden des Tieres entzündet, es leidet an Fieber. "Es ist bereits der dritte Angriff auf den Kater in diesem Jahr", sagt Petra Gessner, der Pius Leid "sehr zu schaffen macht". Sie vermutet, dass die Luftgewehrschützen im Wildpark gezielt Haustiere angreifen. "Der Wald beginnt nur zehn Meter hinter unserem Grundstück, da gehen die Tiere natürlich rein." Auch andere Katzen aus der Nachbarschaft seien schon beschossen worden. "Diese Verletzungen werden leicht mit Bisswunden verwechselt", sagt Gessner. Bei Piu habe der Tierarzt aber einwandfrei diagnostiziert: Eine Luftgewehrkugel, Kaliber 4,5 Millimeter, hat den Kater verwundet.

Verarztet wurde Piu von Tierdoktor Maximilian Geisenberger. "Die Geschosse perforieren die Lederhaut der Katzen. Da Blei giftig ist, entzünden sich die Wunden und eitern", erklärt Geisenberger. Dass Haustiere mit Luftgewehren beschossen werden, komme immer wieder vor, "im Schnitt einmal im Monat." Hinter der Tierquälerei vermutet der Mediziner boshafte Kinderscherze oder Streitereien unter Nachbarn. Größere Sorgen als die Heckenschützen machen Geisenberger aber organisierte Häscher, die auf Katzenfelle aus sind. "Die Felle werden als Rheuma-Decken verkauft und von Kriminellen illegal in die EU importiert". In der vergangenen Woche seien in Landsberg fünf Katzen als vermisst gemeldet worden.

Die Polizei weiß von der "Fell-Mafia"

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Von der "Fell-Mafia" hat auch Polizeisprecher Robert Prestele schon gehört: "Wir werden die Augen offen halten". In Landsberg seien bislang keine entführten Haustiere angezeigt worden. Meldungen über vermisste Katzen seien schwer zu beurteilen: "Neben Dieben gibt es Autos, Bussarde oder Füchse", sagt Prestele.

Noch einen Angriff wird Kater "Piu" wohl nicht überstehen, vermutet Petra Gessner. "Die Wunden muss der Tierarzt jedes Mal unter Vollnarkose ausspülen. Weil die Antibiotika nicht mehr anschlagen, könnte er das nächste Mal sterben." Die Landsbergerin rät Katzenhaltern, Verletzungen ihrer Tiere genau zu kontrollieren: "Einen Einschuss sieht man nicht so leicht."

Zudem befürchtet Petra Gessner, dass die Heckenschützen das nächste Mal auf Spaziergänger anlegen könnten.

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