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Kaufering

11.12.2020

Heiße Debatte um das Feuerwerk in Kaufering

Böllern an Silvester – ja oder nein? Der Gemeinderat Kaufering beschäftigte sich mit diesem Thema in seiner jüngsten Sitzung.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Die Fraktion der Grünen in Kaufering will Böller und Raketen an Silvester verbieten. Warum das nicht so einfach ist.

Ginge es nach den Grünen im Marktgemeinderat Kaufering, sollte die Kommune das übliche Feuerwerk an Silvester heuer verbieten. Die Fraktion warb in der Gemeinderatssitzung für ihren Antrag, erntete damit aber viel Widerspruch.

Der Fraktionsvorsitzende Jürgen Strickstrock sagte, seine Partei wolle mit ihrem Antrag „ein Zeichen setzen.“ Der Infektionsschutz müsse auch zu späterer Stunde gewahrt werden, und da sei ein Verbot ein gutes Mittel.

Und Strickstrock verwies auch auf die Mitarbeiter im Gesundheitssystem, die durch die Corona-Pandemie sehr stark belastet seien. „Wir sollten ihnen die Arbeit durch feuerwerksbedingte Notfälle nicht noch erschweren.“

Wegen der Corona-Pandemie genug Verbote

Ganz anders bewertete der Fraktionsvorsitzende der CSU, Thomas Harbich, das Thema: „Wir hatten dieses Jahr genug Verbote, und es gelten ohnehin schon viele Einschränkungen.“ Man solle den Menschen wenigstens diese Tradition lassen, forderte er. Wenig abgewinnen konnte dem Vorschlag der Grünen auch Sascha Kenzler (UBV). Ein Verbot verursache nur neuen Streit, man solle es bei einem Appell belassen, forderte er.

Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger ist kein Freund des Feuerwerks, aber trotzdem gegen ein Verbot.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD) bekannte, dass er kein Freund von Feuerwerk sei, wies aber darauf hin, dass die Gemeinde über keine personellen Ressourcen verfüge, um solch ein Verbot zu überwachen. Dies gelte auch für die Polizei, hatte Geschäftsstellenleiter Dominik Jödicke in einem kurzen einführenden Vortrag bereits klar gemacht.

Beim Fuggerplatz hat der Markt Kaufering keine Handhabe

Auch könne der Markt solche Vorgaben nur für belebte öffentliche Plätze und Straßen aussprechen. „Die gibt es bei uns aber kaum. Beim Fuggerplatz beispielsweise handelt es sich um privaten Grund“, führte er aus. Hinzu komme, dass solch ein Verbot „auf rechtlich wackligen Füßen“ stehe. Ein anderes Gegenargument brachte Ratsmitglied Bernhard Mödl (UBV). Der Einzelhandel habe ein schwieriges Jahr hinter sich, man solle den Gewerbetreibenden nicht das Geschäft auch noch kaputtmachen. Gleichzeitig brachte er aber auch ins Gespräch, dass die Menschen ja das eingesparte Geld für andere Kauferinger spenden könnten.

Der Bürgermeister warb dafür, eine Empfehlung zum Verzicht auszusprechen, was den Stellungnahmen nach Mehrheitsmeinung war – und sich dann auch im Abstimmungsergebnis widerspiegelte. Sechs Räte votierten für den Beschlussvorschlag der Grünen, das Feuerwerk heuer zu verbieten, und 18 dagegen.

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