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Landsberg

27.12.2015

Helfen mit Kleidung, Windeln und Kultur

Hilfe für die Flüchtlingslager – nicht nur mit Geld, sondern auch mit einem kulturellen Hilfsprogramm.
Bild: Wolfgang Hauck

Projekt Landsberger unterstützen Flüchtlinge nicht nur humanitär. Sie trainieren sie auch

 Im Namen des Landsberger Kulturvereins dieKunstBauStelle hat Wolfgang Hauck vor Kurzem in einem Flüchtlingscamp in der Türkei Babykleidung und Windeln im Wert von 2200 Euro übergeben. Die Summe stellte der Verein Netzwerk Selbsthilfe dem Verein dieKunstBauStelle für das Flüchtlingscamp zur Verfügung. Weitere Spenden stellten Netzwerk Selbsthilfe und der Rotary Sozialfonds Greifenberg/Schondorf für das „Cultural Relief Program“ des Theaters „Die Stelzer“ zur Verfügung.

In Nusaybin im Südosten der Türkei, nur fünf Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, führt das Theater „Die Stelzer“ ein kulturelles Hilfsprogramm durch. Das Konzept hat Wolfgang Hauck entwickelt. Trainer werden als Multiplikatoren ausgebildet, die wiederum weitere Trainer ausbilden und Kinder mit kulturellen Angeboten betreuen sollen. Aufgrund von Gewalterfahrungen und Fluchterlebnissen sind die Kinder und Jugendlichen traumatisiert. „Wir sind nun speziell im einem Flüchtlingslager der Jeziden, die nicht nur aus dem bürgerkriegsgebeutelten Syrien sondern auch aus dem Irak stammen. Diese Menschen fliehen nicht nur vor dem Krieg und IS, sondern werden zudem auch noch als religiöse Minderheit verfolgt.“

Die Grundversorgung in den Lagern sei zwar gesichert, aber das bedeute nur: Essen, Wasser und ein Zeltplatz. Alles andere sei Luxus. Am härtesten treffe es dabei die jungen Mütter mit ihren Neugeborenen. Ihnen fehlen einfachste Hygieneartikel. Bis heute wurden rund 350 Kinder im Lager geboren. „Aus diesem Grund habe ich versucht, neben der kulturellen Hilfe auch eine kleine, aber direkte, humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Dafür sammelte er Spendengelder und verwendete nun 2200 Euro für Babykleidung und Windeln. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Übergabe der Hilfsmittel mit dem weiteren Training im Lager zu verbinden. Die Landsberger Leonhard Mandl, als Stelzentrainer, und Anselm Kirsch, als Musik- und Percussionlehrer, waren mit im Team. Es kam jedoch anders: Für die Stadt Nusaybin war eine absolute Ausgangssperre verhängt. „Die Situation war äußerst angespannt und kritisch. Es gab mehrere zivile Tote“, sagt Hauck. „Wir haben erst am letzten Tag vor unserer Abreise nach Deutschland vom Gouverneur die Erlaubnis erhalten, ins Lager zu gehen. Dabei konnten wir uns nur für eine Stunde dort aufhalten, um die Spende zu überbringen.“ Auch, wenn es nur kleine Mengen an Hilfsmitteln sind: „Wir sehen, dass es ankommt und wo es ankommt“, sagt Wolfgang Hauck. Im Zuge der Übergabe habe man zumindest kurz die Gelegenheit gehabt, auf die Jugendlichen zu treffen, mit denen man nun schon so oft zusammen gearbeitet habe. „Sie waren gerade dabei, eine Vorführung für die kleineren Kinder zu präsentieren.“

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Ein weiterer Spendenteil in Höhe von 4000 Euro dient der Unterstützung von vier Jugendtrainern. Die Zirkushelden der „Art Anywhere Assoziation“ einer „Social Circus School“ in Mardin sind zwischen zwölf und 14 Jahre alt. Sie wurden bereits durch Wolfgang Hauck und andere Trainer ausgebildet, sodass sie nun wiederum andere Kinder unterrichten können. Diese wichtige kulturelle Hilfe wird nun auf den Irak ausgeweitet. Dort ist bereits ein Trainer aus dem Programm aktiv und hat eine erste Gruppe im Flüchtlingslager in Khanke gegründet. Er wurde mit Stelzen, Trommeln und Material durch das Goethe-Institut Istanbul ausgestattet. Auch dort werden Jugendliche ausgebildet. (lt)

Im Internet

www.dieStelzer.de

www.dieKunstBauStelle.de

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