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Poetry Slam

14.02.2018

High Heels und höhere Mathematik

Skog Ogvann aus Leipzig gewann den ersten Poetry Slam des Jahres im Landsberger Stadttheater.
Bild: Sonja Gröschl

Zum Auftakt der Saison 2018 gibt es ein Leipziger Finale

Wenn sich lokale, nationale und internationale Performer auf der Bühne um die Gunst des Publikums streiten, ist Slammerzeit in Landsberg. Erneut präsentierte der Kreisjugendring mit Moderator Ko Bylanzky den Poetry Slam im voll besetzten Stadttheater. Das Publikum durfte zum Auftakt der Saison eine Reihe namhafter Slammer der Szene erleben, darunter Robb Q. Telfer aus Chicago, der als Special Guest dem Publikum sein ganz persönliches Harry-Potter-Erlebnis schilderte. Telfer ist einer der Großen der US-Slamszene.

Den ersten Teil des Wettbewerbs leitete der Schweizer Valerio Moser ein, der mit seiner Performance zum Thema Wasser das Publikum mitriss. Der nächste Kandidat, Robin Metsch, widmete sich dem Laster Alkohol, während die Hamburgerin Monika Mertens in „Blues Screen“ den Absturz ihres Rechners betrauerte und meinte: „Wir waren wie Bonnie und Cloud“. Eva Stepkes machte in ihrem Vortrag „Von Wertmarken und Marktwerten“ das Vorstellungsgespräch zum Thema und sinnierte über ihre eigenen Stärken und Schwächen. Sarah Fischer machte sich über das ernste Thema Abschied Gedanken. Die Leipziger Schülerin Sophia Szymula wandte sich mit ihrem Poem „Prometheus – neu verfönt“ gegen die Überinterpretierung von Lyrik im Deutschunterricht. In der Rolle Goethes bat sie darum, die Gedichte doch nicht so zu zerpflücken: Mit viel Wortwitz konnte sie das Publikum am meisten überzeugen und zog als Erste ins Finale ein.

Im zweiten Teil plädierte Tizian aus Augsburg dafür, auch als Erwachsener Kind bleiben zu dürfen. Tina Elsner berichtete in ihrem Text „Schreiten mit Stil“ über einen Kurs für High-Heels-Geschädigte. Philipp Potthast und Johannes Berger von Natürlich Blond lamentierten darüber, nicht mehr begehrenswert zu sein. J-Man aus Wangen im Allgäu verglich Wohlstandsprobleme mit denen von Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten. Der Leipziger Skog Ogvann begeisterte mit „Veronika beschließt zu erben“. Darin tötet Veronika ihren Gatten, während dieser beschäftigt ist, seinen Kaktus zu gießen. Daraufhin befragt die Polizei die Witwe: „Wie hat er denn den Kopf verloren, ist die Schwäche angeboren?“ Veronika glaubt, den perfekten Mord begangen zu haben, als sie über einen Gartenzwerg stolpert und stirbt. Skog Ogvann wurde als Zweiter vom Publikum ins Finale geschickt.

So gab es ein Leipziger Duell, bei dem Sophia Szymula versuchte, Liebe mathematisch zu definieren. Hier konnte sich aber Skog Ogvann mit seiner Geschichte von Waldemar und Waltraut, einer Art moderner Romeo-und-Julia-Beziehung, durchsetzen und durfte eine Flasche Sekt entgegennehmen. (grös)

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