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Soziales

12.11.2019

Hilfe für bedrohte Frauen

Eine zusätzliche Anlaufstelle für von Gewalt bedrohte Frauen könnte es bald in Landsberg geben.

Beratungsstelle „via“ könnte bald auch in Landsberg arbeiten

Kommt demnächst eine Beratungsstelle für Frauen, die Gewalt erfahren, nach Landsberg? Der Sozialpolitische Ausschuss empfiehlt dem Kreisausschuss, dass sich der Landkreis an einer entsprechenden, von der Awo Augsburg betriebenen Stelle beteiligt. Die Awo führt für die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und Landsberg sowie für die Stadt Augsburg ein Frauenhaus. Drei Plätze stehen für Landsberg zur Verfügung, wie Andrea Gang von der Sozialhilfeverwaltung in der Sitzung erläuterte.

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Daneben gibt es auch die Beratungsstelle „via – Wege aus der Gewalt“. Laut Gang handelt es sich um eine sogenannte „aufsuchende Beratung“. Das heißt, bei einem Fall von häuslicher Gewalt fragt die Polizei die betroffene Frau, ob ihre Daten an „via“ weitergegeben werden dürfen. Die Frauen werden dann von via-Mitarbeitern telefonisch angerufen. Da es neue Fördermöglichkeiten gibt, möchte die Awo dieses Angebot ausweiten, auch auf Landsberg. Die Kreisrätinnen Margarita Däubler (SPD) und Barbara Juchem (CSU) hatten auch einen entsprechenden Antrag gestellt. „Ein niederschwelliges Angebot für die Betroffenen direkt im Landkreis Landsberg muss etabliert werden“, schreiben die beiden Politikerinnen in ihrem Antrag.

Im Landkreis gibt es bislang keine derartige Anlaufstelle. Landrat Thomas Eichinger erinnerte aber daran, dass es an der SOS-Beratungsstelle eine Beratung bei sexualisierter Gewalt gebe. „Wir haben keine zentrale Anlaufstelle für misshandelte Frauen, das ist ein No-Go“, sagte Monika Groner (Grüne). Jede dritte Frau in Deutschland habe Gewalterfahrung, sagte Groner, die selbst in der Geschäftsführung eines großen Frauenhauses in München gearbeitet hat.

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Zurückgestellt wurde vom Ausschuss ein Antrag von Margarita Däubler (SPD) und Barbara Juchem (CSU) auf eine Gleichstellungsstelle. Gefordert wird diese vom Arbeitskreis Initiative Frauenhaus, der für ein Frauenhaus im Landkreis eintritt und eine Gleichstellungsstelle als Möglichkeit sieht, das Thema Gewalt gegen Frauen stärker zu thematisieren und Strategien dagegen zu entwickeln. Mittelfristig solle die Errichtung eines Frauenhauses Ziel sein, hieß es im Antrag.

Zwar setzte sich unter anderem auch Monika Groner dafür ein, dass das Thema Frauenhaus beziehungsweise Gewalt gegen Frauen stärker thematisiert wird. Letztendlich war man sich jedoch darin einig, dass – bevor eine Entscheidung getroffen wird – erst ein Vertreter des Augsburger Frauenhauses angehört werden soll.

Außerdem wurde angesprochen, dass die Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten über das Thema Gewalt gegen Frauen hinausgehe. Für Landrat Thomas Eichinger bearbeitet eine Gleichstellungsbeauftragte die zwei Bereiche Beruf und Familie. (smi)

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