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Schondorf

25.03.2021

Hilft nur eine Umgehung gegen die Verkehrslawine in Schondorf?

Wie kann die Verkehrssituation auf der Staatsstraße in Schondorf erträglicher gestaltet werden? Das ist seit Jahrzehnten ein viel diskutiertes Thema.
Foto: Julian Leitenstorfer/Archiv

Der starke Verkehr auf der Ortsdurchfahrt in Schondorf wird seit Jahrzehnten beklagt. Jetzt kommt wieder eine alte Überlegung, um das Problem zu lösen, auf den Tisch.

Ernüchterung hat sich bei der jüngsten Schondorfer Gemeinderatssitzung breitgemacht, als es mal wieder um den Verkehr ging. Nachdem zuvor Architekt Klaus J. Schulz vom Büro für Städtebau und Freiraumplanung aus den Gesprächen mit den Gemeinderatsmitgliedern einen Strauß an Ideen für die Ortsdurchfahrt präsentiert hatte, machte der Fachgutachter Prof. Dr.-Ing. Harald Kurzak deutlich, dass es nur ein Mittel sieht, die Verkehrsbelastung auf der Greifenberger und Uttinger Straße spürbar zu reduzieren.

Kurzak hatte 2002 schon einmal die Fahrzeugbewegungen gezählt und nun lagen die Ergebnisse aus der Zählung aus dem letztjährigen Sommer vor. So waren es vor knapp 20 Jahren täglich 13.300 Fahrzeuge am nördlichen Ortsausgang, 2020 waren es 16.300 Fahrzeuge, an einem sonnigen Wochenendtag sogar 17.500. Beim Abschnitt Mitte zählte der Gutachter noch 13.000 Fahrzeuge und etwa 200 Fußgänger pro Richtung, die die Straße queren wollten. Im Süden waren es noch 11.000 Pkw, Lkw und Motorräder. Die Zunahme im Norden um 23 Prozent führte der Planer auf mehr Nebenstraßen im Norden zurück. Diese Entwicklung habr es so im Süden Schondorfs nicht gegeben. Etwa 9000 Fahrzeuge seien dem reinen Durchgangsverkehr zuzurechnen, führte Kurzak aus. Eine Umgehungsstraße würde daher eine Entlastung von 50 bis 60 Prozent bringen. Er zog den Schluss: „Die einzige Lösung, die ich Ihnen vorschlagen kann, ist die Umgehungsstraße.“

Helga Gall (Grüne): Ein Bogen um den Ort und dann?

„Eine klare Ansage aus der Kommunalpolitik fehlt“, stellte Rainer Jünger (CSU) fest. Enttäuscht von diesem Ergebnis war Helga Gall (Grüne). Sie meinte auch, dass es zwar einfach sei, auf einem Plan einen Bogen um den Ort zu zeichnen, aber ob dieser Plan durchführbar sei, werde sich zeigen.

„Die anderen Sachen sind nur Kosmetik“, zog Bettina Hölzle (CSU) einen ersten Schluss. Allerdings war schnell klar, dass die „Kosmetik“ für Schondorf auch gebraucht wird, denn bis eine Umfahrung kommt, könnte es noch ziemlich lange dauern. Derzeit stehe Schondorf im Bedarfsplan für Umfahrungsstraßen des Staatlichen Bauamts auf der zweiten Dringlichkeitsstufe, die alle zehn Jahre neu festgelegt werde, hieß es. Bei der Umsetzung rechnet Kurzak mit einem Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Daher unterstrich auch der Fachgutachter, dass der Ist-Zustand verbessert werden müsse.

Welche Ideen die Schondorfer Gemeinderatsmitglieder haben

Welche Ideen es dazu aus dem Kreis der Gemeinderatsmitglieder gibt, hatte der Architekt Klaus J. Schulz zuvor präsentiert. Relativ viel Zustimmung gab es zum Vorschlag, den Ortskern aufzuwerten. Genannt wurden hier die Optionen Shared Space, Aufpflasterung, gestalterische Verbesserungen oder eine Rechts-vor-links-Lösung.

Mehr Querungshilfen ist einer Vorschläge, die Verkehrssituation auf der Ortsdurchfahrt in Schondorf zu verbessern.
Foto: Julian Leitenstorfer/Archiv

„Die Fußgänger haben es nicht leicht, die Staatsstraße zu überqueren“, merkte er an. Deshalb wurden zum Beispiel weitere und bessere Querungshilfen und neue Bedarfsampeln vorgeschlagen. Für den gesamten Ort wurden auch Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Tempotunnel, begrünte Straßenteiler, eine schmälere Fahrbahn und breitere Fußgängerwege genannt. Beim Abschnitt Uttinger Straße parallel zur Bahnlinie könnten auch die beiden schmalen Fußgängerwege auf eine Seite zusammengefasst und so auch als Radweg genutzt werden.

Vier sagen ja, sieben sagen nein

Weitere Vorschläge gab es zu den Bereichen Fahrradfahren, Fußgänger und Parken. Drei Gemeinderatsmitglieder aber sahen keinen Bedarf, sagte Schulz, und waren der Meinung, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Für eine Umgehungsstraße hatten sich in der Befragung übrigens vier Kommunalpolitiker ausgesprochen, sieben waren dagegen.

Ergänzend trug der Planer noch Ergebnisse zu Feinstaub und Verkehrslärm vor. Der überwiegende Teil der Feinstaubemissionen stamme vom Kraftfahrzeugverkehr, die Lärmbelastung erreiche bis zu 78 Dezibel. In der nächsten Runde will Schulz verschiedene vorgeschlagene Elemente planerisch aufzeigen.

Martin Wagner (CSU) fragte nach der geplanten Beteiligung von Interessengruppen. Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) sagte, dass dies weiterhin geplant, aber derzeit wegen der geltenden Corona-Beschränkungen nicht angezeigt sei.

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