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Auftragsrückgang

25.03.2009

Hilti: Kurzarbeit auch in Kaufering

Hilti in Kaufering führt Kurzarbeit ein.

Im Hilti-Werk in Kaufering soll es ab 1. April Kurzarbeit geben. Schuld daran sind erhebliche Auftragsrückgänge. Von Dieter Schöndorfer

Nachdem die beide Werken in Schaan und Mauren (Liechtenstein) seit 1. März kurzarbeiten, hat die Hilti Aktiengesellschaft am Dienstag bei der Agentur für Arbeit nun auch für das Werk in Kaufering Arbeitszeitverkürzung beantragt. Ab 1. April werden rund 400 Beschäftigte im Schnitt einen Tag pro Woche weniger arbeiten. Diese Regelung wird zunächst für die kommenden sechs Monate gelten.

Erhebliche Auftragsrückgänge, bedingt durch einen drastischen Einbruch der Baukonjunktur in einer ganzen Reihe von Ländern, allen voran in Spanien, hätten dazu geführt, dass Anfang des Monats in den Liechtensteiner Werken Schaan und Mauren Kurzarbeit angemeldet werden musste.

Ab kommenden Mittwoch wird nun in den Werken in Österreich, in Strass bei Ulm und in Kaufering weniger gearbeitet.

Hilti: Kurzarbeit auch in Kaufering

Von Krise ist auf den ersten, oberflächlichen Blick im Hilti-Werk Kaufering nichts zu erkennen, im Gegenteil: Auf der Baustelle im Osten des Firmengeländes wachsen die Betonpfeiler der neuen Produktionshalle in die Höhe und auch das Ausbildungszentrum wird erstellt - wie geplant. Hilti-Geschäftsführer Dr. Thomas Berden hat die Frage erst in dieser Woche auf einer Mitarbeiterversammlung beantwortet: "Die Phase der Kurzarbeit wird keine Auswirkungen auf unsere Wachstumsziele haben." Dies zu kommunizieren sei ihm ganz wichtig gewesen, denn er möchte jene Transparenz schaffen, den Ernst der Situation zu verstehen, ohne aber gleich Panik zu erzeugen.

Das, glaubt er, sei in Abstimmung mit dem Betriebsrat gelungen. Thomas Berden: "Der Betriebsrat wurde von uns sehr schnell informiert." Vereinbart wurde für das Werk eine Arbeitszeitverkürzung um etwa 20 Prozent, was einem Arbeitstag pro Woche entspreche. Allerdings gelte das nicht für alle 400 betroffenen Mitarbeiter gleich. "Wir haben zum Beispiel ein Engineering, in dem zukunftsgerichtete Projekte und Themen entwickelt werden", erklärt der Geschäftsführer. Dort werde Substanz für die Zukunft aufgebaut und daher sei diese Abteilung von der Kurzarbeit ausgenommen.

Da die Unterauslastung aber nicht in allen Produktionsbereichen gleich sei, werde die Arbeitszeitverkürzung auch unterschiedlich gehandhabt. Das bedeutet, dass sich die Arbeitspläne an der aktuellen Auftragslage, die sich ja auch plötzlich wieder verbessern könne, orientierten. Damit könne auf Monatsbasis gesehen sehr zeitnah reagiert werden.

Dennoch gebe es unter den Mitarbeitern Ängste und Unsicherheit, wenngleich Thomas Berden auch einen gewissen Pragmatismus unter der Belegschaft ausgemacht haben will. Das liegt vielleicht an einer speziellen Regelung, mit dem Betriebsrat vereinbart, die über das tarifliche Maß hinausgeht. Hilti hat einen Sozialfonds aufgesetzt, der die Gehaltseinbußen der Mitarbeiter nach unten deckelt.

Was bedeutet das? Dr. Thomas Berden: "Wir verpflichten uns praktisch, einen gewissen Verdienstausfall nach unten hin abzusichern." Vereinfacht gesagt werde durch diesen Sozialfonds keiner der Mitarbeiter unter eine Verdienstgrenze sinken, die einer Arbeitszeitverkürzung um 40 Prozent, also um zwei Tage, entspreche. Das Szenario: Sollte tatsächlich jemand drei oder mehr Tage pro Woche kurzarbeiten müssen, erhält er dennoch mindestens das Entgelt, das zwei Tagen Kurzarbeit entspricht.

Ein weiterer Teil der Betriebsvereinbarung seien auch in der Kurzarbeitsphase Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, und zwar da, "wo sie sinnvoll sind". Hilti sei ein innovationsgetriebenes Unternehmen mit einem Geschäftsmodell, das auf Kompetenz basiere. Dr. Thomas Berden ist jedenfalls optimistisch, dass all diese Maßnahmen dazu beitragen, das Unternehmen "mit einer guten und starken Struktur" aus dieser Phase hervorgehen zu lassen. "Kommentar

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