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Seestall/Fuchstal

29.01.2019

Hitzige Debatte um eine Eisstockbahn

Eine kontroverse Diskussion drehte sich im Fuchstaler Gemeinderat um den Antrag des FC Seestall, neben dem Sportplatz eine Eisstockanlage bauen zu dürfen. Am Ende der Debatte gab es aber nur zwei Gegenstimmen.
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Eine kontroverse Diskussion drehte sich im Fuchstaler Gemeinderat um den Antrag des FC Seestall, neben dem Sportplatz eine Eisstockanlage bauen zu dürfen. Am Ende der Debatte gab es aber nur zwei Gegenstimmen.
Bild: Stefan Kuemmritz (Symbolbild)

Der FC Seestall will eine eigene Eisstockanlage am Sportplatz bauen. In Fuchstal kommt das aber nicht so gut an. Wie sich der Gemeinderat am Ende entscheidet.

Eine sehr emotional geführte Diskussion mit außergewöhnlich vielen Wortmeldungen hat sich in der Fuchstaler Gemeinderatsitzung über einen Bauantrag des FC Seestall entwickelt. Der Sportverein hatte beantragt, auf einem Gemeindegrundstück neben den Fußballplätzen eine Eisstockanlage mit drei Bahnen und einer Gerätehütte bauen zu dürfen. Am Ende der Debatte war eine breite Mehrheit dafür, den Antrag zu unterstützen.

Man habe eine Gruppe von knapp 40 Interessenten, die gerne diesen Sport ausüben würde, sagte Gemeinderat Dr. Walter Reitler, der auch Zweiter Vorsitzender des FC Seestall ist, in der Sitzung. Die Finanzierung sei gesichert, auf die Gemeinde käme nur der übliche zehnprozentige Zuschuss zu. Die Bausumme schätzte Walter Reitler auf etwa 25.000 Euro. Doch so einfach gestaltete sich die Abstimmung über den Antrag nicht. Einige Gemeinderäte übten Kritik daran.

Welcher Verein ist älter?

Es gebe schon seit 47 Jahren eine Eisstockbahn in der Gemeinde Fuchstal, meldete sich Gemeinderat Anton Weinholzner zu Wort. Es könne nicht sein, dass man für jeden Ortsteil alles extra baue. Denn der SV Fuchstal verfüge über eine Turnieranlage mit sieben Bahnen, die schließlich auch von den Seestallern mitgenutzt werden könnte. Auf den Einwand von Reitler, es gebe ja auch drei Schützenvereine und der Seestaller Sportverein bestehe schon länger als der SV Fuchstal, entgegnete Anton Weinholzner: Das seien historische Gegebenheiten, nun gehe es darum, dass die Gemeinde enger zusammenwachse. In der Europäischen Union werde eine Kleinstaaterei wie diese kritisiert.

Die Eisstockabteilung des SV Fuchstal habe mit seinem Weinfestturnier für die Vereine die Seestaller wohl auf den Geschmack gebracht, sagte Bürgermeister Erwin Karg in der Diskussion. Der geplante Standort neben den Fußballplätzen sei ideal, da er weit außerhalb der Bebauung unweit der Bundesstraße 17 liege und es keine Lärmbelästigung für die Nachbarn gebe. Zudem sei das Grundstück bereits im Flächennutzungsplan für eine sportliche Verwendung vorgesehen.

Ein kurioser Vergleich mit der EU

Ratsmitglied Stephan Völk wandte ein, man müsse die Außenwirkung im Blick haben. Bei Außenstehenden könne schon der Eindruck entstehen, dass sich Seestall separieren wolle. Um den Gemeindezuschuss gehe es ihm jedoch auf keinen Fall. Zweiter Bürgermeister Martin Brennauer sprach von einem regen Vereinsleben in Seestall, das man doch unterstützen solle und Johannes Wolffhardt gab zu bedenken, dass man bisher noch nie einen Bauwunsch eines Vereins abgelehnt habe. Auch Gemeinderat Josef Weber unterstützte den Antrag und sagte, er könne schon verstehen, dass die Seestaller nicht erst mit dem Auto zu ihrer Sportstätte fahren wollten. Am Ende der Debatte stimmten zwei Ratsmitglieder gegen den Bauantrag. Damit können die Seestaller mit den Planungen für eine eigene Eisstockbahn beginnen.

Eisstockschießen ist ein alter Volkssport und Experten zufolge historisch gesehen dem Brauchtum zuzurechnen, das sich nur in Gegenden mit zufrierenden Gewässern verbreitete. In der modernen Form als Freizeit- oder auch Leistungssport, die von Regeln und Vereinen geprägt ist, wird auch im Landkreis ganzjährig gespielt und zwischen dem Mannschafts-, Weiten- und Zielwettbewerb unterschieden.

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