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Landsberg

12.11.2019

Hochwasserschutz: Bald erreicht die Baustelle in Landsberg die Brücke

Lastwagen um Lastwagen liefern derzeit Kies an der Baustelle südlich der Landsberger Karolinenbrücke ab. Johannes Haas vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim erklärt die Arbeiten.
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Lastwagen um Lastwagen liefern derzeit Kies an der Baustelle südlich der Landsberger Karolinenbrücke ab. Johannes Haas vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim erklärt die Arbeiten.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Momentan gleicht der Lech in Landsberg einer Großbaustelle. Mehrere Tausend Kubikmeter Kies landen im Fluss. Wie der gesperrte Zugang zum Wildpark überwacht wird.

Ende der Woche erreicht das Arbeitsplateau für die Sanierung der Ufermauer an der Ostseite des Lechs in Landsberg die Karolinenbrücke. Das Landsberger Tagblatt hat sich mit dem Projektleiter des Wasserwirtschaftsamts, Johannes Haas, getroffen und über den Fortschritt auf der Baustelle gesprochen. Für den gesperrten Zugang in den Wildpark gibt es jetzt eine harte Lösung.

Von der Karolinenbrücke aus können die Landsberger verfolgen, was auf der Baustelle passiert. Lastwagen stoßen langsam rückwärts auf dem schon bestehenden Kiesbereich neben der Ufermauer und kippen ihre Ladung ab. 2000 Kubikmeter Kies sind es. Ein blauer Bagger verteilt den Kies, eine große Menge versinkt im Wasser und zieht eine helle Spur flussabwärts.„Sicher wird da auch etwas abgeschwemmt“, sagt Haas. Für den Fluss sei dies positiv, nach dem Bauarbeiten solle sowieso der gesamte Baukies im Fluss verteilt werden. Abseits wartet eine Spundwandramme auf ihren späteren Einsatz.

Die Mauer wird ein paar Zentimeter breiter

Sobald ein Stück Kiesfläche entstanden ist, wird es mit einer Spundwand zum Lech hin gesichert. Erst wenn diese Arbeitsfläche gebaut ist, geht es mit der richtigen Baugrube los: Rund zwei Meter von der bestehenden Mauer entfernt werden Spundwände gesetzt und eine zweite Mauer zur Verstärkung gebaut. Mikropfähle, die bis zu zwölf Meter lang sind, verankern dieses Bauwerk im Grund. Im Brüstungsbereich der rund 100 Jahre alten Ufermauer werden rund 80 Zentimeter abgetragen und eine neue Mauer gebaut. „Sie wird ein paar Zentimeter breiter sein, als vorher.“

Fertig werden soll dieser Hochwasserschutz – es handelt sich um 90 Meter Ufermauer – im März bis April 2020. Die Baustraße wird danach rückgebaut. Zwei Teilstücke dieses extra für die Bauarbeiten befestigten Uferweges sieht man von der Karolinenbrücke aus. Die Baustelle über die Pössinger Au und die Baustraße entlang des Lechs anzufahren und nicht über die Innenstadt und den Biergarten, war nach Meinung von Johannes Haas die richtige Entscheidung.

Die Wasserleitung bereitete Probleme

An der Westseite sieht man entlang der Straße Am Englischen Garten noch die alte Mauer aus Stampfbeton, die an der höchsten Stelle im Süden etwa 1,5 Meter misst. Von der bestehenden Mauer wurden seitlich 30 Zentimeter und oben 50 Zentimeter abgetragen und eine neue Stahlbetonmauer in 7,5 Meter langen Abschnitten gefertigt. Sie wird auch mit Gewindestäben im Boden verankert. Obwohl die Vorkehrungen auf dieser Seite des Lechs lang nicht so spektakulär wirken wie im Osten, gab es auch hier Herausforderungen zu meistern: „Auf den ersten 100 Metern von der Brücke weg war die Wasserleitung sehr nahe am Mauerfundament und musste gesichert werden“, so Haas.

Außerdem sei der Betonabbruch der alten Mauer belastet, da dort ein teerhaltiger Anstrich aufgebracht worden war. „Das muss sachgerecht entsorgt werden“, sagt Haas. Wichtig ist ihm auch der Baumschutz: Die Stämme sind im unteren Bereich mit Holzbrettern ummantelt. Sollte Wurzeln offengelegt werden, werden laut Haas Kokosmatten eingebaut, um sie zu schützen.

Dort wo an der Straße im Englischen Garten die Häuser direkt am Wasser stehen, wird an der Mauer ein Deich zum Lech hin aufgeschüttet. Wie Haas zeigt, soll der Kies - an die 1000 Kubikmeter - für diese Konstruktion über eine Zufahrt südlich der Häuser angeliefert werden. Auf dieser Seite wird mit einem Abschluss der Arbeiten erst im Juli gerechnet. Insgesamt handelt es sich um eine Länge von 650 Meter Ufermauer.

Jetzt wird kameraüberwacht

Die Bauarbeiten laufen in der Zeit und das schlechte Wetter hat das bisher größte Problem an dieser Baustelle auch gemindert: Fußgänger, die sich unerlaubt Zutritt zur Baustelle schaffen: Nach Haas Kenntnissen bewegt sich der Schaden für die Baufirma bereits im vierstelligen Bereich. Einmal wurde der Bauzaun vermutlich mit einem Bolzenschneider aufgeschnitten. In diesem Fall hat die Firma laut Haas Anzeige erstattet. „Nach den schönen Wochenenden im Oktober mussten die Bauarbeiter am Montag erst einmal die Bauzäune zusammensuchen.“

Hintergrund der Probleme am Zaun ist, dass der Wildpark wegen der Bauarbeiten nur noch vom Eselsteig und Parkplatz unterhalb des Campingplatzes aus erreichbar ist und so mancher dies offensichtlich nicht akzeptieren will. Die Baufirma warnt mittlerweile an der Baustelleneinrichtung, dass dort kameraüerwacht wird. Ob dort bereits Kameras eingerichtet sind, kann Haas nicht sagen, er weiß nur von einer Kamera, die den Baufortschritt am Lech aufzeigt.

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