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Skulpturen

09.05.2018

Hölzerne Wuchsfiguren

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2 Bilder
Marius Polter.

Marius Polter erschafft märchenhafte Wesen. Seine Ausstellung ist im Studio Rose in Schondorf zu sehen. Werke voller Zauber

Es sind Werke wie aus dem Märchen: entrückt, fern und fremdartig, zugleich aber in ihrer verschlungenen Erscheinung seltsam vertraut. Marius Polter spielt bewusst mit der Ambivalenz seines Mediums, dem Efeu, um einen veränderten Blick auf die Natur zu provozieren. Im Studio Rose zeigt er 20 seiner „Efeu-Skulpturen“ aus den letzten Jahren.

Auf schwarzen Podesten mit teils dramatischer Beleuchtung inszeniert der 1986 geborene Schondorfer Künstler seine Arbeiten. Zarte, fast spinnenbeinige Wesen wechseln sich ab mit dichten, gedrungenen Gestalten.

Doch auch wenn man als Betrachter unweigerlich einen assoziativen Bezug zu Insekten, Reptilien oder Fabelwesen sucht, waren nur Polters frühe Arbeiten dahingehend motiviert. Seit einiger Zeit hat er selbst einen anderen Ansatz und spielt bei der Formgebung mit formalen Aspekten wie Segmentierungen und Unterbrechungen, oder er sorgt durch das Herausnehmen einzelner Ästchen für optische Akzente.

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Diese gestalterische Arbeit geht Hand in Hand mit der handwerklichen, dem Entrinden und Schälen, Schleifen und Ölen. „Zunächst muss ich mindestens drei Beine finden, um für Stabilität zu sorgen“, schildert Polter den Beginn jedes Werks. Doch schon die Beschaffung stellt eine große Herausforderung dar, denn den Efeu von seinem stützenden Baumpartner abzutrennen, ist eine arbeitsvolle Angelegenheit. „Efeu ist eine der wenigen verholzenden Rankpflanzen in Europa, die derart ausdauernd wächst und mitunter bizarre Wuchsformen ausbildet. Einzelnen Exemplaren wurde sogar ein Alter von bis zu 450 Jahren attestiert“, schwärmt Polter von seinem Werkmaterial.

Der künstlerischen Arbeit Polters ging eine kreative Zeit der Möbelgestaltung aus Treibholz voraus. Als er dann eine abgebrochene, große Efeuranke fand und diese zu einem Bett verarbeitete, kam ihm die Idee, das verschlungen gewachsene Efeuholz für bildnerische Zwecke zu nutzen. Anlässlich der Vernissage sprach Professor Werner Kroener von Polters „Begabung zu finden“ und verglich seine Arbeiten mit den bekannten „Ready Mades“ der Kunstgeschichte.

Tatsächlich sind Polters Werke in künstlerischer Hinsicht einem Prozess des Erkennens von Strukturen und der Freilegung der besonders ausdrucksstarken Partien geschuldet. „Seine Tätigkeit liegt darin, einen Blick zu haben“, resümierte Kroener und nannte die Ausstellung „Zauberei“.

Die Ausstellung von Marius Polter im Schondorfer Studio Rose, Bahnhofstraße, ist nochmals am kommenden Wochenende, 12. und 13. Mai, jeweils zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet. Einen ersten Eindruck kann man auch auf der Homepage des Künstlers gewinnen: www.mariuspolter.de

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