Newsticker

RKI meldet erneut mehr als 2500 neue Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Hübsche und elegante Sonaten

04.07.2010

Hübsche und elegante Sonaten

In der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt spielte Sergio Orabona aus Neapel. Foto: Thorsten Jordan
Bild: Thorsten Jordan

Landsberg Es muss wohl im Jahre 1709 in der Ewigen Stadt gewesen sein. Der geltungssüchtige römische Kardinal Ottoboni wollte wissen, wer besser Orgel und wer besser Cembalo spiele: Der aus dem Norden stammende Georg Friedrich Händel oder sein Kollege, der gleichaltrige Neapolitaner Domenico Scarlatti, Sohn des berühmten Opernkomponisten Alessandro Scarlatti. Händel gewann an der Orgel, Scarlatti am Cembalo. Händel zog es nach London, Scarlatti an den portugiesischen und dann an den spanischen Hof. Mit drei großartigen Werken aus der Feder des naturalisierten Engländers Händel begann vor einer Woche in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt der 25. Landsberger Orgelsommer. Johannes Skudlik, der Initiator desselben, eröffnete an der Orgel der Stadtpfarrkirche die Reihe.

Helle und schlichte Klänge

Mit zwei hübschen und eleganten Sonaten von Domenico Scarlatti, Sonata K 287 (Kirkpatrick-Verzeichnis) und Sonata K 288 begann das zweite Konzert am vergangenen Samstag. Sergio Orabona, wie Scarlatti in der Stadt am Vesuv geboren, saß am Spieltisch hoch über dem Kirchenraum. Der gerade etwas mehr als 30 Jahre alte und doch jugendlich wirkende Orabona ließ zu Anfang eine leichte Nervosität spüren, die sich aber rasch legte. Kaum waren die hellen und schlichten Klänge der Sonaten Scarlattis verklungen, drangen ein mächtiges Präludium und eine gewaltige Fuge von Johann Sebastian Bach (Bachwerkeverzeichnis 533) in den Kirchenraum.

Mit der Tonart e-moll drückt Bach Größe und Majestät aus, wie etwa auch im Präludium und Fuge BWV 548. Mendelssohn-Bartholdy verwendet sie übrigens im Sommernachtstraum.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der südlichen Leichtigkeit setzte Orabona die Wucht und Kraft der norddeutschen Orgelschule, wie sie sich in Bachs Komposition zeigt, entgegen. Mit zwei Werken zweier bei uns nicht so geläufiger Komponisten beendete Orabona die Matinee.

Zugabe für das begeisterte Publikum

Es folgte der Versetto per il Gloria, ein gefälliges, schön melodiöses Orgelzwischenspiel von Vincenzo Petrali (1830-1889) und schließlich ein Pezzo eroico von Marco Enrico Bossi (1861-1925). Eine Zugabe erklatschte sich das Landsberger Publikum für die "ora bona", die gute Stunde, die Sergio Orabona ihnen gebracht hatte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren