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Hurlach

15.06.2019

Hurlach ist die jüngste Gemeinde in ganz Bayern

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Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm überreichte an Sabrina und Martin Gerum eine Karte und ein Wimmelbuch für die kleine Marie. Mit dabei sind auch die Töchter Katharina und Juliane.
Bild: Romi Löbhard

Plus Die Hurlacher sind im Durchschnitt 38,4 Jahre alt. Warum sind die Einwohner in der Lechraingemeinde so jung? Gibt es dadurch auch Probleme in der Infrastruktur?

Nirgends in Bayern sind die Bürger so jung wie in Hurlach, wie Zahlen des Landesamtes für Statistik zeigen, die Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm durchforstet hat. „Ich habe mich beim Blick in die Statistik sehr gefreut. Im Schnitt liegen wir bei 38,4 Jahren und damit wieder knapp vor Hallbergmoos (Landkreis Freising), die auf 38,5 Jahre kommen und die Statistik die vergangenen Jahre anführten.“ Stichtag für diese Zahlen ist der 31. Dezember 2017 gewesen. Das stellt die Kommune aber auch vor Herausforderungen.

Die junge Bevölkerung zieht nicht weg

Kürzlich konnte Böhm wieder einen „Antrittsbesuch“ bei einer Neubürgerin absolvieren: bei Marie Gerum. Mit dabei hatte er als Begrüßungsgeschenk eine von Hand gestaltete Karte und ein Wimmelbuch des Bilderbuchautors und Buchillustrators Ali Mitgutsch, die er den Eltern Sabrina und Martin Gerum überreichte.

Und warum ist die Bevölkerung im Vergleich so jung? „Unsere Jungen bleiben gern da“, sagt Bürgermeister Böhm. Als einen Grund nennt er den Baugrund, der zwar sehr gefragt sei, aber immer noch ausreichend bereitgestellt werden könne. Allerdings denkt die Gemeinde darüber nach, kompakter zu bauen und mehr Doppelhaushälften zu genehmigen, um der Nachfrage gerecht zu werden und den Flächenverbrauch zu minimieren, so Böhm. Im vergangenen Jahr genehmigte die Gemeinde – deren Einwohnerzahl sich in den vergangenen zehn Jahren um rund 250 auf aktuell 1900 erhöht hat – 37 neue Wohneinheiten. Darunter waren auch Mehrfamilienhäuser. „Wir haben aber auch relativ viele Mietwohnungen im Ort, und die sind immer gleich wieder belegt. Wir spüren hier den Nachfragedruck aus Kaufering, Landsberg und vom Ammersee.“

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Die B17 ist auch ein wichtiger Faktor

Ein weiterer Faktor, warum sich die Gemeinde positiv entwickle und Familien sich für Hurlach entscheiden, sei die Verkehrsanbindung. „Über die B17 ist man sehr schnell in Augsburg oder beim Automobilzulieferer Hirschvogel in Denklingen. Das ist die Lebensader, von der auch die anderen Gemeinden auf dem Lechfeld profitieren.“ Und auch in Hurlach selbst gebe es 17 Hektar Gewerbeflächen, die alle belegt seien, Arbeitsplätze bieten und Steuergeld in die Kasse der Kommune spülen.

Das benötigt Hurlach auch, um die nötige Infrastruktur bereitstellen zu können. „Noch reichen die Plätze bei der Kinderbetreuung, aber im kommenden Jahr wird dies möglicherweise nicht mehr der Fall sein“, so Böhm. Deswegen werden eine neue Krippen- und eine neue Kindergartengruppe eingerichtet, um zeitnah den Druck aus dem Thema herauszunehmen. Aktuell gibt es in Hurlach 100 Plätze im Kindergarten und 27 in der Krippe. Mittelfristig soll eine neue Betreuungseinrichtung entstehen. Es gebe mehrere potenzielle Standorte, sagt Böhm auf Nachfrage des LT. Wichtig sei, eine Fläche zu wählen, auf der noch zusätzliche Erweiterungsbauten möglich seien, so Böhm.

Die Frauen sind älter als die Männer

Sorge, dass die Kommune jetzt viel Geld investiere und die neu geschaffenen Kapazitäten wegen möglicherweise wieder sinkender Geburtenzahlen künftig nicht mehr benötige, hat Böhm nicht. „Wir wachsen seit Jahren, und laut Prognose bleibt das auch so. Die Herausforderung sehe ich eher darin, ausreichend Betreuungspersonal zu finden.“ Der Bürgermeister geht davon aus, dass Hurlach die 2000-Einwohner-Marke in zwei bis drei Jahren knacken wird.

Die Hurlacher Männer (37,7 Jahre) sind übrigens jünger als die Frauen (39,1 Jahre). Der Durchschnitt im Landkreis Landsberg lag am Stichtag fast genau im bayernweiten Durchschnitt mit 43,5 Jahren. Aber auch Hurlach altert, wie ein Blick ins Archiv unserer Zeitung zeigt. Im Jahr 2010 lag die Lechraingemeinde beispielsweise auch an der Spitze aller 2056 bayerischen Gemeinden. Damals lag der Schnitt aber noch bei 35,5 Jahren.

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