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Hurlach

30.08.2019

Hurlachs Bürgermeister kämpft für ein Comeback des Bahnhofs

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Bürgermeister Wilhelm Böhm möchte, dass die Züge wieder in Hurlach halten. Den Haltepunkt hat die Bahn 1995 geschlossen.
Bild: Thorsten Jordan

Wird der Bahnhof Hurlach reaktiviert? Bürgermeister Wilhelm Böhm setzt sich aus ganz bestimmten Gründen dafür ein. Wie die Eisenbahngesellschaft die Chancen sieht.

Seit dem Jahr 1995 hat die Gemeinde Hurlach keinen Bahnanschluss mehr. Die Züge zwischen Augsburg und Kaufering fahren zwar nach wie vor über das Lechfeld, halten aber zum Unmut von Bürgermeister Wilhelm Böhm nicht in Hurlach. Geht es nach dem Rathauschef, soll sich das möglichst schnell wieder ändern.

„Wir sind eine wachsende Gemeinde. Bei der Schließung des Bahnhofs waren es 1311 Hurlacher. Bald haben wir über 2000 Einwohner und in unserem Gewerbegebiet, das sich direkt am Bahnhof befindet, arbeiten aktuell 300 Beschäftigte. In zehn Jahren sind es voraussichtlich mehr als 500“, sagt Wilhelm Böhm. Der Rathauschef hat sich mit seinem Anliegen jetzt erneut an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), ein Unternehmen des Freistaates, gewandt, die für das Thema Bahnanschluss zuständig ist.

Rund eine halbe Million Euro müsste man in den verwilderten Bahnhof investieren

Denkbar ist laut Böhm auch, dass die Gemeinde den Bahnhalt kauft und wieder herrichtet. Etwa eine halbe Million Euro an Kosten würde das bedeutet, schätzt Böhm. Das Thema Reaktivierung des Bahnhalts ist nicht neu. Ein Blick ins Archiv unserer Zeitung zeigt, dass es seit mehr als zehn Jahren entsprechende Bemühungen gibt.

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Aus Sicht von Böhm sind die Chancen aktuell nicht nur wegen des Wachstums der Gemeinde günstiger als in früheren Jahren. Auch der Landkreis sei bestrebt, den Schienenverkehr in der Region zu stärken. In Gesprächen habe Landrat Thomas Eichinger Unterstützung signalisiert. Böhm argumentiert zudem mit den nicht mehr ausreichenden Kapazitäten in Kaufering für Pendler, die dort ihr Auto abstellen und mit der Bahn zur Arbeit fahren wollen. Darunter seien auch viele Hurlacher. „Wir können an unserem Bahnhof einen Park-and-Ride-Platz schaffen. Der würde sicher auch von Bürgern anderer Gemeinden angenommen“, glaubt er.

Jedes Jahr entstehen im Freistaat drei neue Bahnhalte

Das Antwortschreiben, das Böhm von der Bayerische Eisenbahngesellschaft erhalten hat, gibt aber wenig Grund zur Hoffnung, dass es auf absehbare Zeit wieder einen Anschluss absehbar geben wird. Die könne „kurz- und mittelfristig nicht in Aussicht gestellt“ werden, teilt die BEG mit. Begründet wird dies unter anderem mit den knappen Anschlusszeiten der BRB-Züge am Knotenpunkt Kaufering in Richtung München und Allgäu.

Auch das Tempo, in dem neue Bahnhalte entstehen, lässt vermuten, dass Hurlach einen langen Atem bei dem Projekt braucht. Seit 1996 wurden im gesamten Freistaat etwas mehr als 60 Stationen errichtet, informiert die BEG. Das sind drei pro Jahr. Auf der Liste der Projekte, die in den kommenden Jahren realisiert werden sollen, stünden zudem 30 weitere Vorhaben. „Die Planung und Realisierung dieser neuen Haltepunkte hat höchste Priorität. Für weitere Haltepunkte gibt es derzeit leider keine finanziellen Perspektiven“, teilte die BEG mit. (chmü)

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