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29.11.2007

"Ich kann mit den Leuten reden"

Utting (smi) - Die Mehrheitsverhältnisse ändern um in die "Gestaltungsrolle" zu kommen, mit diesem Anspruch tritt auch die Grünalternative Liste (GAL) Utting zur Kommunalwahl an. Die 29 Wahlberechtigten stimmten einer Listenverbindung mit den Freien Wählern und der SPD zu und Josef Lutzenberger wurde einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten gewählt.

Die GAL hat sich nicht nur ein Wahlprogramm gegeben, in einem Aktionsprogramm ist ausformuliert, was die Gruppierung angehen will: Der belastete Teil der Müllkippe müsse saniert werden, das Prädikat Luftkurort solle erhalten werden, das Strandbad schonend renoviert und das Kinderhaus in Holzhausen als Passivhaus errichtet. Der Wochenmarkt erhält ein Winterquartier und für das Jugendhaus wird ein neuer Standort gesucht. Die GAL will auch für ein Weiterbestehen der durchgehenden Zugverbindung nach München kämpfen und für das Bahnhofsumfeld ein Nutzungskonzept entwickeln sowie die Unterführung renovieren. Gestartet werden solle eine Mitfahrzentrale, so einer der weiteren Punkte.

Gewerbepolitik als "Chefsache"

Lutzenberger vertiefte einige der Themen. Kurzfristige Lösungen für die Verkehrsproblematik zu finden, sei ihm wichtig. Er verweist auf die 80 000 Euro, die auf Antrag der GAL für Verbesserungen an der Staatsstraße zur Verfügung stehen. Fuß- und Radlwege müssten geschaffen werden. Die Wirtschaft vor Ort will Lutzenberger fördern, um wohnortnahe Arbeitsplätze zu erhalten. "Gewerbepolitik wäre bei mir Chefsache", so Lutzenberger, der aber nicht verhehlte, dass er keine Gewerbegrundstücke aus dem Ärmel schütteln kann. Aber man könne prüfen, ob ein Einheimischenmodell für Gewerbe möglich sei, nachdem es hierzu im Ort zwei entgegengesetzte Meinungen gebe. Und es ließe sich überlegen, ob nicht die Gemeinde im Gewerbegebiet Nord Grundstücke kauft und über den Weg Erbbaupacht weitergibt.

"Ich kann mit den Leuten reden"

Umweltbewusstes Handeln fange bei der Gemeinde an: Die Schule dämmen und die Gemeindehäuser sanieren, brächte gleichzeitig auch Aufträge fürs heimische Gewerbe. Lutzenberger machte deutlich, dass es ihm wichtig ist, die eigenen Gestaltungsvorstellungen im Gespräch mit dem Bürger umzusetzen. Am Beispiel des fehlenden Flächennutzungsplanes für Holzhausen sieht Lutzenberger die "schlafenden Hunde" der Begehrlichkeit nach mehr Baurecht "längst um die Ecke schleichen". "Man muss sich mit dem Grundstückseigner an einen Tisch setzen und reden." Und Lutzenberger verweist hier auf seine kommunikativen Fähigkeiten: "Ich kann mit Leuten reden."

"Meist nur Scheindiskussionen"

Thema war auch bei der GAL der herrschende Politikstil, den sie zu verändern trachten, beispielsweise mit einer regelmäßigen Bürgersprechstunde oder der Veröffentlichung von Protokollen, soweit öffentlich, im Internet. Gemeinderat Peter Noll kritisierte, dass am Ratstisch meist nur Scheindiskussionen stattfänden, die nicht ergebnisoffen seien. Ehrenamtliche Arbeit werde als Belästigung der Rathauspolitik gesehen. Den Grund sieht er in Angst und Unsicherheit im Rathaus. "Aus Angst wächst meistens nichts Gutes."

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