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Igling

16.02.2020

Iglinger Fasching: Der größte Umzug im ganzen Landkreis

Zweieinhalb Stunden dauerte der Iglinger Faschingsumzug. Über 60 Wagen und Fußgruppen waren dabei.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Tausende Teilnehmer und Besucher feiern in Igling Fasching. Welche Mottos angesagt sind und welche örtlichen Themen durch den Kakao gezogen werden.

50 Wagen mit zum Teil riesigen Aufbauten, dazu 15 Fußgruppen: „Bist du narrisch“, würde der Österreicher angesichts eines solchen Auftriebs in einer 2000-Seelen-Gemeinde sagen. Ja, Igling konnte beim diesjährigen Faschingsumzug einen Teilnehmerrekord verbuchen.

Zweieinhalb Stunden lang schlängelte sich der Gaudiwurm lärmend und qualmend durch den Ort. Und nicht nur die am Umzug Beteiligten waren so viele wie noch nie. Unter- und Oberiglinger Straße säumten auch so viele Zuschauer, dass es mächtig nach einem Rekord roch. Schätzungsweise 7000 bis 8000 Besucher – nicht wenige davon hatten sich ebenfalls in lustige oder fantasievolle Kostüme gehüllt – ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Zweieinhalb Stunden dauerte der Iglinger Faschingsumzug. Über 60 Wagen und Fußgruppen waren dabei. Die Loibachkelten nahmen ein örtliches Thema aufs Korn.
Bild: Thorsten Jordan

Das Wetter war auch zu prächtig, und es wurde laut darüber nachgedacht, ob da nicht Iglings Pfarrer Johannes Huber bei seinem Chef ein gutes Wort eingelegt hatte. Was ja auch dem Geistlichen zugutekam, schließlich bildete er gemeinsam mit Landrat Thomas Eichinger und den beiden Bürgermeistern Wilhelm Böhm ( Hurlach) und Thomas Salzberger ( Kaufering) die Fachjury und hatte dafür auf einer Wind und Wetter ausgesetzten Plattform am Kreisverkehr zwischen Unter- und Oberigling Stellung bezogen.

Iglinger Fasching: Der größte Umzug im ganzen Landkreis

Politik spielt so gut wie gar keine Rolle

Die von den Narren aufgegriffenen Themen waren heuer erstaunlich unpolitisch. Und gab es sie doch, waren sie eher sanft bearbeitet. Angesichts des Wahlkampfs wollte sich wohl keiner zu weit aus dem Fenster lehnen. Ein wenig aber doch: Kindergartenkinder und deren Eltern warten sehnlichst auf die Bauarbeiter, die endlich mehr Platz schaffen sollen. Der Männerchor und sein Leiter machten sich über Arbeitsmethoden der Deutschen Bahn beim Brückenbau in Igling lustig, die Freien Wähler nahmen das Verkehrschaos am Zebrastreifen beim Kreisverkehr aufs Korn. Schützen, Radfahrer und Theaterspieler ließen die Loibachkelten wieder auferstehen. Die beklagten sich über den trockenen Bachlauf, der keine Aussicht habe, dass jemals wieder Wasser fließt und dort Fische gefangen werden können.

Die Iglinger Löwen geben sich bescheiden

„Rettet die Bauern!“, forderte die Fußballerjugend des SV Igling mit Slogan „Die Landwirte stützen – Regionales nützen“ in Holzhausen, so stellt es sich der Freizeitverein vor, gibt es demnächst Mitfahrerbänke mit Fahrtmöglichkeiten nicht nur zum Sport oder zur VG, sondern auch in die Südsee. Und die Iglinger Löwen? Die haben wohl eingesehen, dass mit den Sechzigern nicht mehr viel zu holen ist – sie zogen einen ganz kleinen Karren durch das Dorf.

Die großen Faschingswagen, ausgestattet nicht nur mit riesigen Boxen und Dampfmaschinen, sondern auch mit Konfettikanonen und vielen Kilo Süßigkeiten, waren nicht nur aus dem Landkreis angerollt. Stark vertreten waren die Schwaben, von Buchloe über die Stauden bis nach Günzburg. Viele von ihnen hatten lange vor dem Start des Umzugs in der Kitzighofer Straße Aufstellung genommen und die Bässe ihrer Anlagen gleich mal ordentlich wummern lassen. Zum Teil hörte man sie bis nach Eresing.

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Der wohl wärmste und längste Faschingsumzug aller Zeiten schlängelte sich gut zweieinhalb Stunden durch Igling.
130 Bilder
Ein langer Faschingsumzug in Igling
Bild: Thorsten Jordan

Themen waren mehr oder weniger aktuelle Filme. Western Saloons wurden durch Igling gefahren, dazu die Bundeswehr, Hubert und Staller mit Originaleinsatzfahrzeug, Knastis und wilde Tiere, Märchenwald und Spinnenburg. Selbst Engel Aloisius schwebte durch das Dorf. Ritter, Asterix, Totenköpfe vom „Dia des los muertes“, eine originalgetreue Dampflok – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt worden. Dazwischen: zwei Musikkapellen sowie etliche Faschingsprinzenpaare mit Garde und Hofstaat.

Danach wurde am Feuerwehrhaus weiter gefeiert. Aus Sicht der Polizei verlief – Stand Sonntag – alles glimpflich ab. Nur am Abend gab es einen Zwischenfall zwischen einem Betrunkenen und einem Türsteher. Laut Polizeibericht platzte dem Türsteher nach zwei Stunden Diskussion, warum der Betrunkene nicht mehr in das Festzelt gelassen wurde, der Kragen. Er beleidigte den jungen Mann. Obwohl dieser die Beleidigung über Notruf der Polizei mitgeteilt hatte, wollte er, als Polizeibeamte eine Anzeige aufnehmen wollten, davon nichts mehr wissen und verließ die Veranstaltung.

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