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15.02.2015

Ihre Entscheidung hat sie nicht bereut

Cornelia Bott aus Reichling macht eine Ausbildung im Kreisseniorenheim Vilgertshofen zur Examinierten Fachkraft für Altenpflege.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Pflegeeinrichtungen im Landkreis wollen Werbung in eigener Sache machen. Cornelia Bott hat ihre Berufung gefunden

Cornelia Bott aus Reichling hat ihre Entscheidung nicht bereut. Nach der Kinderpause arbeitete die 53-Jährige ein Jahr in der ambulanten Pflege. Sie fand ihre Berufung und wollte sich mehr Wissen aneignen. Also ging sie noch einmal in die Lehre. Im Kreisseniorenheim in Vilgertshofen wird sie im September ihre Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin abschließen und danach dort weiterarbeiten. Doch damit ist Cornelia Bott eher die Ausnahme. Und so haben sich Seniorenzentren aus dem Landkreis dazu entschlossen, bei einem Tag der Pflege für den Beruf und die Einrichtungen zu werben.

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, immer mehr erkranken an Demenz, und so steigt der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Zwar werde die überwiegende Mehrheit pflegebedürftiger Menschen in der häuslichen Umgebung versorgt, die Notwendigkeit stationärer Pflegeangebote werde jedoch stetig steigen, sind sich die Vertreter der teilnehmenden Seniorenzentren sicher. Allerdings sei es immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Und das habe mehrere Gründe. Immer wieder wird das vorherrschende negative Bild genannt, das die Öffentlichkeit von stationären Pflegeeinrichtungen habe. Dort sei das Leben aber durchaus lebenswert. Beim Aktionstag am Sonntag, 15. März, sollen die über Jahrzehnte manifestierten Vorurteile abgebaut werden, wie bei einem Pressegespräch im Landratsamt gesagt wurde.

Cornelia Bott kennt diese Vorurteile, schildert den Alltag in Vilgertshofen aber ganz anders. „Ich bekomme auch unheimlich viel zurück“, sagt sie über ihre Erfahrungen mit den Bewohnern. Neben der alltäglichen Pflege sei es ihr wichtig zu spüren, was der ältere Mensch für seine Seele benötige. Pfleger haben nicht nur pflegerische und medizinische Aufgaben, sie müssen beispielsweise auch empathisch mit vielfältigen psychischen und sozialen Bedürfnissen der Bewohner und Angehörigen umgehen. Cornelia Bott hat während ihrer Ausbildung viel über Demenzkranke gelernt, nicht nur aus Büchern, sondern auch im täglichen Umgang mit den Frauen und Männern. „Wir gehen den letzten Weg zusammen“, sagt sie. Dass eines Tages der Abschied komme, sei ihr und ihren Kolleginnen natürlich bewusst.

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Frauen wie Cornelia Bott sind es unter anderem, die vom Tag der Pflege angesprochen werden sollen. Frauen mit Lebenserfahrung, wie Thomas Söldner, der Leiter der Kreisseniorenheime, sagt. Junge Menschen seien oft überfordert. Dies beginne mit dem Schichtbetrieb, der Arbeit an Wochenenden und Feiertagen und ende beim Verdienst. Von den rund 15 Auszubildenden blieben bestenfalls drei im Haus, andere studieren weiter, andere wechseln den Beruf. „Hilfskräfte sind leichter zu finden“, sagt Thomas Söldner über die Schwierigkeiten gerade junge Leute für die Pflege zu begeistern.

Die Probleme treffen alle Anbieter stationärer Pflegeeinrichtungen gleichermaßen. Und so haben sich die Seniorenzentren in den Landkreisen Landsberg und Weilheim-Schongau zu der gemeinsamen Aktion entschlossen – dem Aktions- und Informationstag zum Thema „Pflege erleben – Lebensqualität erhalten“ unter der Schirmherrschaft der beiden Landräte Thomas Eichinger und Andrea Jochner-Weiß.

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