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Landkreis Landsberg

24.08.2020

Illegales Autorennen bei Hurlach: Polizei schildert wilde Szenen

Die Polizei Landsberg hat am Wochenende bei Hurlach ein illegales Autorennen aufgelöst und mehrere Mitglieder der Tuning-Szene kontrolliert. Es gab einige Anzeigen.
Bild: Christoph Lotter (Symbolbild)

Plus An der B 17 bei Hurlach kontrolliert die Polizei Mitglieder der Tuning-Szene und stellt etliche Verstöße fest. Warum der Landkreis Landsberg zum neuen Hotspot der Szene wird.

Mehrere einkassierte Führerscheine, Anzeigen wegen eines illegalen Autorennens und unerlaubter Veränderungen an Autos: Der Polizei ist am Samstag bei Hurlach ein Schlag gegen die Tuning-Szene gelungen (LT berichtete). Einigen Fahrern drohen nun empfindliche Strafen. Mittlerweile sind mehr Details über das Treffen der Mitglieder der Tuning-Szene bekannt. Was Augsburg damit zu tun hat, und welche Delikte den Autobesitzern vorgeworfen werden.

Vier Anzeigen gegen die Zulassungsordnung, wie zum Beispiel extremes Tieferlegen. Vier Anzeigen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung und Anzeigen gegen fünf Personen wegen der Teilnahme an einem illegalen Autorennen. Das ist die vorläufige Bilanz, die Michael Strohmeier, der stellvertretende Chef der Polizei Landsberg, nach den Kontrollen der Tuning-Szene an einer Tankstelle an der B17 bei Hurlach zieht. „Das war keine Schwerpunktkontrolle von uns, sondern aufgrund der Vorkommnisse in Augsburg“, so Strohmeier. Dort war die Polizei mit einer groß angelegten Aktion in Augsburg, Gersthofen und Neusäß gegen die Tuner vorgegangen – 240 Personen und 100 Fahrzeuge wurden am Freitag und am Samstag kontrolliert. Es hagelte Anzeigen, mehrere Autos wurden sichergestellt, ein 18-Jähriger verursachte mit seinem PS-starken Auto zudem einen Unfall – Schaden: fast 30.000 Euro.

Die Tuning-Szene sucht sich einen alternativen Treffpunkt

Um der Polizei zu entgehen, suchten sich offenbar etliche Fahrer einen Alternativtreffpunkt im Landkreis Landsberg. Doch auch bei Hurlach rückten am Samstag gegen 21.50 Uhr mehrere Streifenbesatzungen an. Dort wurden rund 80 Personen festgestellt, die sich mit ihren zum Teil getunten Autos im Umfeld einer Tankstelle getroffen hatten. In den vergangenen Monaten gab es dort immer wieder Treffen. Doch diesmal wurde die Polizei auch auf ein illegales Autorennen aufmerksam. „Es ging offenbar sogar so weit, dass die Auffahrt auf die B17 abgeriegelt wurde, damit keine anderen Autos mehr auffahren können“, berichtet Michael Strohmeier. Jedoch müssten die genauen Umstände noch geklärt werden. Die Beamten konnten das illegale Rennen zwar unterbinden und fünf Fahrer ermitteln, einige andere konnten jedoch flüchten.

Die Teilnehmer kamen aus deutschen Nachbarländern

Bei den fünf Rennteilnehmern wurden die Führerscheine sichergestellt und vierstellige Geldbeträge erhoben, um die Strafverfahren zu sichern. Wie der Vize-Polizeichef erläutert, sei das erforderlich gewesen, da die Fahrer aus Österreich und der Schweiz stammten. Unter Umständen drohe den Personen aus der Schweiz im Heimatland sogar ein separates Strafverfahren. Ob und inwiefern gegen die rund 80 Personen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt werden könne, müssten noch Gespräche mit dem Landratsamt ergeben.

Dass Hurlach mittlerweile ein beliebter Treffpunkt der Tuning-Szene ist, ist bekannt. Der Landsberger Polizeichef Bernd Waitzmann hatte vor einigen Wochen im LT-Interview bereits angekündigt, die Szene mit Schwerpunktkontrollen verstärkt ins Visier zu nehmen. Die ermittelten Verstöße vom Wochenende waren nun eher dem Zufall geschuldet, da in Augsburg die Treffpunkte weggefallen waren. Mit Unterstützung benachbarter Dienststellen kontrollierten die Beamten der Polizei Landsberg die Fahrer bei Hurlach, aber bei Weitem nicht alle. „So eine Kontrolle ist nicht in fünf Minuten abgetan. Da braucht es schon eine Menge an Einsatzkräften“, sagt Michael Strohmeier.

Die technisch veränderten Fahrzeuge müssten ganz genau unter die Lupe genommen werden. „Man kann sich immer nur auf drei bis vier Fahrzeuge gleichzeitig konzentrieren.“ Fünf Streifenwagenbesatzungen seien am Samstag bei Hurlach im Einsatz gewesen. In Zukunft werde man verstärkt ein Auge darauf haben und auch die eigenen Beamten mehr und mehr im Umgang mit getunten Fahrzeugen schulen. Zugleich wolle man illegale Rennen unterbinden. „Denn die Rennsituationen werden auch bei uns mehr. Auf der B17 und der A96 gibt es Vorkommnisse, die den Verdacht der Rennsituation ergeben.“

Ein Autofahrer wagt auf der B17 ein riskantes Überholmanöver

Ob am Sonntagabend ein solches illegales Rennen im Landsberger Süden für einen Unfall gesorgt hat, muss die Polizei erst noch klären. Dort machte sich der Verursacher aus dem Staub. Gegen 19.35 Uhr wollte der bisher unbekannte Fahrer eines vermutlich silberfarbenen Mercedes-Benz auf der B17 Fahrtrichtung Augsburg einen Audi eines 45-jährigen Mannes aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck überholen. Trotz Überholverbots in diesem Bereich wechselte der Unbekannte auf die Gegenfahrbahn, wo ihm eine 64-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Augsburg mit ihrem Hyundai entgegenkam.

Noch bevor das Überholmanöver beendet war, kam es zur Streif-Kollision zwischen dem Mercedes und dem Hyundai. Der Mercedes schlingerte nach rechts und prallte mit seinem rechten Heck gegen den linken Kotflügel des Audi. Der Mercedes-Fahrer fuhr einfach weiter. Der 45-Jährige versuchte noch, ihm zu folgen, musste aber abbrechen, weil der Verursacher stark beschleunigte und flüchtete. Laut Polizei hatte der Mercedes ein Landsberger oder Lindauer Kennzeichen. Es entstand Sachschaden von rund 10.000 Euro an den beiden anderen Wagen. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen, die den Vorgang beobachtet haben.

Ein vermutlich illegales Autorennen war am Wochenende Auslöser für einen tödlichen Unfall in Dresden. Dort wurde ein sechsjähriger Bub von einem Auto erfasst und getötet.

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