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Finning

11.01.2017

Im Finninger Wald soll gebohrt werden

In Sachen Wasser-Notversorgung tendiert man in Windach momentan eher zu einer Lösung allein für die eigene Gemeinde und gegen einen Verbund.

Der Windacher Gemeinderat will erst einmal erkunden, ob es im Gemeindegebiet genügend Wasser gibt.

Der Windacher Gemeinderat rückt wie das Gremium in Finning weiter von einem gemeinsamen Wasser-Notverbund mit Eresing ab. Mit 10:6 Stimmen ist in der Sitzung am Dienstagabend beschlossen worden, im Finninger Wald zwischen Schöffelding und Unterfinning zwei Probebohrungen vornehmen zu lassen, um feststellen zu können, ob sich in dem Gebiet wie vermutet ausreichend Trinkwasser für eine zweite Versorgungseinheit in der Gemeinde fördern ließe.

Wie berichtet, gehören die drei Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Windach zu den Kommunen im Landkreis, die nur eine eingeschränkte (Windach) und stark eingeschränkte Versorgungssicherheit vorweisen können, weil sie ihr Wasser nur aus einem Einzugsgebiet beziehungsweise nur einen Brunnen fördern können. Um auch bei einem Ausfall dieser Brunnen die Wasserversorgung aufrechtzuerhalten, war angedacht, dass die drei Gemeinden bei Westerschondorf eine Reserveversorgung errichten. Nun sieht es aber danach aus, dass diese Idee nicht mehr zum Tragen kommen könnte.

Eine kontroverse Debatte

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Bereits im November war in Windach beschlossen worden, alternativ zu Westerschondorf zu berechnen, wie viel eine allein auf Windach ausgerichtete Notversorgung mit Wasser aus dem Finninger Wald kosten würde. Ein Angebot für eine solche Kostenschätzung über rund 16000 Euro lag nun auf dem Tisch des Gemeinderats. Doch Bürgermeister Richard Michl (Freie Wähler) machte schon eingangs klar, dass eine solche Schätzung eigentlich gar nicht gebraucht werde. Lieber sollte man das Geld gleich in Probebohrungen dort investieren, wo das Ingenieurbüro Wasser vermute. Welche Kosten für eine eigene Notversorgung im Raum stehen, sei ohnehin abzusehen: „Billiger als in Westerschondorf wird es nicht, mit zwei Millionen Euro werden wir rechnen müssen.“ Außerdem informierte er, dass der Wasserrechtsbescheid für die Windacher Versorgung noch bis 2041 gelte.

In der Folge hob erneut eine kontroverse Debatte an. Dabei wurde auch deutlich, dass die Linie zwischen den Westerschondorf-Befürwortern und -Skeptikern auch innerhalb der jeweiligen Fraktionen verläuft. Dass sich die Waagschale gegen Westerschondorf neigte, dürfte auch daran gelegen haben, dass das bisherige Entscheidungsverfahren manchen Gemeinderatsmitgliedern recht undurchsichtig erschien. Er sei zwar eigentlich für Westerschondorf, sagte Siegfried Dumbsky (Hechenwang), „aber ich will auch Transparenz haben, wie die Kosten umgelegt werden und was die Windacher Bürger bezahlen müssen“. Diese Kostenfrage wollte der Gemeinderat zwar bereits im November geklärt wissen, weitergehende Erkenntnisse erbrachte die Sitzung am Dienstag dazu aber auch nicht.

Dr. Adolf Gebhardt (Dorfgemeinschaft Windach) positionierte sich erneut für eine autarke Lösung: „Es ist kein Luxus, wenn wir uns eine eigene Wasserversorgung leisten“, sagte er, das gelte erst recht, wenn zu erwarten sei, dass eine solche Lösung nicht teurer als ein Verbund mit den Nachbarkommunen wäre. Die Gemeinde Windach habe außerdem „wahnsinnig viel Zeit“, eine Lösung zu finden, „der Run ging von Eresing aus, die wollen möglichst viele Leute im Boot haben, die mitzahlen“. Die Verbund-idee sei nur aufgekommen, weil Eresing bei seinen Bohrungen kein Wasser gefunden habe, meinte auch Rudolf Frommknecht (Bilo). Er meinte, „eine Entscheidung sollte auf möglichst vielen Fakten fußen“.

Um diese zu gewinnen, beschloss der Gemeinderat daraufhin, zwei Probebohrungen zwischen Schöffelding und Unterfinning vornehmen zu lassen. Dieser Entscheidung ging noch eine von Bürgermeister Michl eingebrachte „Probeabstimmung“ voraus. Damit wollte der Rathauschef ein Stimmungsbild einholen, ob der Gemeinderat im Falle einer erfolgreichen Probebohrung auch dafür wäre, eine autarke, nur auf Windach ausgerichtete Zweitversorgung zu errichten. Die Abstimmung ergab eine knappe 9:7-Mehrheit dafür. Zwei solcher Probebohrungen dürften den Worten Michls zufolge zusammen rund 60000 Euro kosten.

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