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Jahrestag

28.01.2020

Im Gedenken an die NS-Gräuel

Bei der Gedenkfeier anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sprachen Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner und Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger an der Neuen Bergstraße.
Foto: Julian Leitenstorfer

Vor 75 Jahren wurde Auschwitz befreit. In Landsberg wird die Erinnerung wachgehalten

Seit 1996 gedenken die Stadt Landsberg und der Markt Kaufering am Nationalen Gedenktag, dem 27. Januar, gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus am Todesmarschdenkmal an der Neuen Bergstraße. Oberbürgermeister Mathias Neuner warf dabei einen Blick zurück in die Geschichte, als vor 75 Jahren Soldaten der Roten Armee die Insassen des Lagers Auschwitz-Birkenau befreiten. Drei Monate später, am 27. April 1945, entkamen auch die Überlebenden der Lager in Landsberg und Kaufering ihren Peinigern, befreit von US-Soldaten.

Mathias Neuner und sein Amtskollege Thomas Salzberger aus Kaufering spannten bei der Gedenkfeier einen Bogen über das vielfältige Engagement, das seitdem von Bürgern und auch den Vertretern des Militärs für die Gedenkarbeit geleistet wurde. So wurde die Militärgeschichtliche Sammlung in der Welfenkaserne eingerichtet und seitdem immer weiter ausgebaut. Rund 4300 Besucher jährlich zeigen, dass das Interesse nach wie vor groß ist. Pionierarbeit leistete auch die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert unter Anton Posset sowie heute die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung unter Manfred Deiler und der Verein „Gedenken in Kaufering“, wie es hieß. „Ohne Erinnerung gibt es keine Lehren für die Zukunft“, sagte Thomas Salzberger und er verwies darauf, dass der Kauferinger Bahnhof Ankunfts- und Abfahrtsort für viele Häftlinge war, die von Vernichtungslagern in die KZ-Außenlager Dachau gebracht wurden, aber von dort auch wieder zurück. „Wie erinnern wir uns in Zukunft?“, fragte Neuner. Es gelte, die Erinnerung auch ohne die Zeitzeugen lebendig zu halten. Gedenken sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so Neuner weiter, vor allem in Zeiten wie heute, wo rechte Kräfte wieder erstarkten.

Auch im Neuen Stadtmuseum soll die NS-Geschichte Landsbergs künftig in Form einer Ausstellung vermittelt werden. Auch soll ein Dokumentations- und Erinnerungskonzept zusammen mit der Bayerischen Stiftung Gedenkstätten entwickelt werden, das – zuerst einmal in digitaler Form – die Geschichte der weit im Landkreis verstreuten Lager sichtbar machen soll.

Vertreter beider Kirchen sprachen am Mahnmal an der Neuen Bergstraße Fürbitten. Der katholische Diakon Harald Walter trat der bei manchen Menschen zwischenzeitlich aufgekommenen Meinung, „dass wir jetzt in einer anderen Zeit lebten und nicht mehr büßen müssten für frühere Taten“, entgegen. Buße bedeute Umkehr. So hieße es, aus der Vergangenheit zu lernen und die Erkenntnisse nachfolgende Generationen zu lehren. Beide Kirchen hätten beschlossen, in ökumenischer Gemeinschaft entschieden jeder Form von Antisemitismus entgegenzutreten, denn diese Gefahr sei immer noch virulent und in ihrer Wirkung tödlich. (küb)

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