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„Landsberg2035“

12.03.2018

Im Gespräch mit Altbekannten

Beim Bürgerdialog Landsberg 2035 im Historischen Rathaus gab es viel zu besprechen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Beim Bürgerdialog im Rathaus sind nur wenige neue Besucher dabei. Auch gibt es kaum weitere Ideen zur Stadtentwicklung. Weitere Bürgerkonferenzen finden ab Mai statt

Mit einem erneuten Bürgerdialog präsentierten sich Vertreter der fünf Handlungsfelder im Strategieprozess „Landsberg 2035“ im Rathaus. Dabei hatten die Besucher die Möglichkeit, erneut Vorschläge einzubringen und mit Vertretern der thematischen Arbeitsgruppen ins Gespräch zu kommen.

Fast sechs Stunden lang standen die Handlungsfeldpaten für Fragen und Austausch im Rathaus zur Verfügung, wo thematische Leitprojekte präsentiert wurden, die zuvor in Workshops, Gesprächen, sechs Landsberger Zukunftsforen, Bürger- und Online-Beteiligungen und -befragungen ermittelt wurden. Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl eröffnete die abschließende Ergebnisrunde als Sprecherin der ersten Handlungsfeldgruppe.

Erstes Leitprojekt ist der mögliche Wandel des Stiftungszwecks der Heilig-Geist-Spitalstiftung. „Von kostenlosem Frühstück für Kinder bis hin zur Ausgabe von Stipendien reichten die Vorschläge.“ Weiteres Leitprojekt sei die Bürgerbeteiligung, und zwar in der aufsuchenden Form. Das heißt: „Wie erreichen wir mehr Bürger, zum Beispiel diejenigen, die keine Lobby haben?“ Damit schnitt Baumgartl ein von allen Handlungsfeldpaten festgestelltes Thema an: Es kommen bei Bürgerbeteiligungsprozessen immer „die gleichen“.

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Mit einem Widerspruch mussten sich die Handlungsfeldpaten Birgit Weber und Berthold Lesch auseinandersetzen. „Einerseits sollen wir mehr Wohnraum schaffen, gleichzeitig gibt es Kritik an zu viel Wachstum der Stadt.“ Berthold Lesch hat gelernt, dass die Angst vor Veränderung bei den Bürgern eine große Rolle spielt.

„Es ist nicht mein Leben, aber es ist meine Leidenschaft.“ Der IT-Experte und Entwickler Frank Gwosdz war im Handlungsfeld drei „Wirtschaft und Digitalisierung“ ein gefragter Ansprechpartner. Er hat den Internet-Marktplatz „LLocal“ entwickelt, eines der Leitprojekte. Und Gwoszd hält das für zielführend: „Wir haben so viel Kompetenz unter den Landsberger Bürgern, die man jetzt halt vernetzen muss.“ Handlungsfeldsprecher Peter Jung informierte über den Wunsch nach einem Wirtschaftsförderer für die Stadt. Das Anforderungsprofil habe sich schnell herauskristallisiert: „Es soll jemand sein, der begeistern kann und Leute mitnehmen kann.“

Immerhin 60 Besucher zählte Kulturbürgermeister Axel Flörke an seinen Stellwänden, bedauerte aber: „Sie waren mir nahezu alle bekannt.“ Und deren Wünsche waren ihm nicht neu. So wird eine lokale Nachtkultur gefordert, Leitprojekt zwei sind variable und flexible Ausstellungsmöglichkeiten für die Kulturschaffenden. Ein Areal ist ebenfalls seit Längerem identifiziert: das Spitalplatzensemble, ausgehend vom Historischen Rathaus über den Spitalplatz hinauf zum Stadtmuseum. Auch Vorschläge für ein offenes Werkstatthaus nahm er entgegen. Auf wenig Gegenliebe stieß Anton Sirch im Bereich Freizeit mit einer Veranstaltungshalle. Die Leute hätten sich gegen eine zu starke „Eventisierung“ gewehrt. Was gut angekommen sei, verriet der Vorsitzende des Alpenvereins, Georg Schappele: „Die Idee eines Bikeparks wird wohl weiterverfolgt.“

Im Bereich Mobilität und Verkehr habe es sich bei den Bürgervorschlägen mehr um Alltagsprobleme gehandelt, die bereits existieren. Die Visionen, so Handlungsfeldpate Ernst Müller, kamen dabei etwas zu kurz. Dennoch müsse sich die Stadt vermehrt um das Thema Radverkehr kümmern, wie auch Martin Baumeister vom ADFC bemerkte. Was ihn freue: Im Verlauf des Bürgerdialogs erfuhr er von zwei Projekten: So teste eine Schule die Radwege von der Wohnung bis zur Schule auf deren Tauglichkeit, und auch der Jugendtreff will eine Radfahrt durch Landsberg organisieren und dort die Qualität der Wege untersuchen.

Stellvertretend für die vier Landsberger Stadtteile fasste Ellighofens Ortssprecher Tobias Schmid zusammen: „Ich habe motivierte Bürger erlebt, die sich durch den Beteiligungsprozess aktivieren lassen, ihre Ideen in die Dörfer wie in die Stadt hineinzutragen.“ An neuen Aspekten sei zwar nicht viel dazugekommen, lediglich der Wunsch nach einer Fähre bei Pitzling sei immer wieder geäußert worden. Tobias Schmid sieht das als möglichen Einstieg in den von den Ortsteilen priorisierten Radrundweg.

Im Mai wird es zu den abschließenden Bürgerkonferenzen kommen, in denen es laut Projektkoordinatorin Ulrike Degenhardt im Schwerpunkt nur noch um die Leitprojekte gehen wird.

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