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Landsberg

14.07.2020

Im Landsberger Stadtrat geht es um die Zukunft des Kulturbaus

So könnte er aussehen, der Blick vom neuen Lechsteg auf das neue Stadtviertel „Urbanes Leben am Papierbach“ mit dem Kulturbau (links).
Bild: ehret+klein

Plus Im neuen Landsberger Stadtviertel „Urbanes Leben am Papierbach“ soll auch die Kultur einen Platz finden. Das dafür geplante Gebäude wäre aber 21 Meter hoch. Das wird durchaus kritisch gesehen.

Es ist am Mittwochabend der letzte Punkt der öffentlichen Sitzung des Stadtrats und vielleicht auch der spannendste. Es geht um die geplante Kulturhalle im neuen Landsberger Baugebiet Urbanes Leben am Papierbach (ULP). Wie berichtet, beantragt die Landsberger Mitte eine Sondersitzung zu dem Thema. Anlass war die Diskussion um die Höhe des Kulturbaus. Doch längst geht es nicht mehr allein um die Höhe eines Raumes, sondern um die Frage, wer bei der Planung das Sagen hat: der Investor ehret+klein oder die Stadt.

In der Sitzung Ende Juli stellte Stadtbaumeisterin Birgit Weber den Stadträten den aktuellen Bauantrag für den Kulturbau vor, der eine Gebäudehöhe von 21 Metern vorsieht. Im ursprünglichen Bebauungsplan war eine Höhe von 14,5 Metern vorgesehen. So mancher Stadtrat reagierte ob dieser Erhöhung überrascht, auch wenn im Herbst vergangenen Jahres bereits von 18 Metern Höhe die Rede war, als die Am Papierbach Entwicklungsgesellschaft (APE) vom Siegerentwurf aus dem Wettbewerb zum Zweitplatzierten wechselte.

Bauantrag sorgte für Erstaunen

Kulturreferent Axel Flörke und seine Fraktionskollegen von der Landsberger Mitte haben die Einberufung einer Sondersitzung des Stadtrats zum Kulturbau beantragt. Axel Flörke begründet das damit, dass die Vorstellung des Bauantrags in der jüngsten Sitzung bei vielen Stadträten für „Erstaunen“ gesorgt habe. In zahlreichen persönlichen Gesprächen sei ihm gegenüber eine kritische Einschätzung des Vorhabens zum Ausdruck gebracht worden. Am Mittwochabend wird der Antrag nun behandelt.

Im Landsberger Stadtrat geht es um die Zukunft des Kulturbaus

Projektleiter für APE, eine Tochter von ehret+klein, ist Benjamin Johansson. Er sagt, dass die Gesamthöhe von 21 Metern aus der Saalhöhe von 8,5 Metern resultiert und eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig ist, weil darin eine Höhe von 4,5 Metern festgelegt worden sei. Doch eine Änderung kommt für Benjamin Johansson nicht in Frage, weil das viel zu lange dauern würde. Im Bauantrag sei im Erdgeschoss des Kulturbaus neben der Hotellobby der 450 Quadratmeter große Saal geplant. Dessen Deckenhöhe liege auf etwa 80 Prozent der Fläche bei 8,50 Metern, ansonsten sei sie etwa einen Meter tiefer. Daneben seien die von der Stadt geforderten Räume für die Druckerei des Stadtmuseums (70 Quadratmeter) und für Workshops (30 Quadratmeter) vorgesehen.

Neben Räumen für Kultur sieht APE im Kulturbau auch ein Hotel mit 120 Betten vor. Dessen Räume sind laut Johansson über das Gebäude verteilt, von der Technik im Keller bis zu Hotelzimmern im Dachgeschoss. Ursprünglich war ein Boardinghaus vorgesehen. Doch kleinteilige Wohnformen sind laut Projektleiter Johansson in Abstimmung mit der Stadt an einer anderen Stelle im Stadtviertel geplant. Auf Nachfrage unserer Zeitung, ob die Stadtverwaltung oder die Stadträte den Wechsel vom Boardinghaus zum Hotel beschlossen haben, antwortet die Pressestelle der Stadt, dass dies eine Entscheidung des Investors war. „Wir haben mit offenen Karten gespielt“, sagt Johansson.

Die Außenansicht des geplanten Kulturbaus.
Bild: ehret+klein

Der Kulturschaffende Wolfgang Hauck (Kunstbaustelle, Stelzer) von der ULP-Lenkungsgruppe sagt, dass es für ein Hotel an dieser Stelle derzeit keine rechtliche Beschlussfassung des Stadtrats oder des Bauamts gibt. „Im gesamten Baugebiet ist niemals ein Hotel vorgesehen gewesen, sondern ein Boardinghaus“, so Hauck. Für ihn stehe daher nicht der Kulturraum an sich, sondern das Hotel in der Diskussion und zur Entscheidung an.

Im Bebauungsplan sind im Erdgeschoss des Kulturbaus 2200 Quadratmeter für kulturelle Nutzung festgelegt. Ein Teil davon, mindestens 450 Quadratmeter, ist laut Hauck für einen multifunktionalen Veranstaltungsraum (Saal) vorgesehen. Wolfgang Hauck hat nun die Sorge, dass sich Landsberg die einmalige Chance auf eine Kulturhalle mit Nebenräumen in unmittelbarer Nähe zur Altstadt entgehen lässt, sollte die Höhe von 8,5 Metern für den Kultursaal nicht durchgehen. Die Höhe komme nicht vom Kulturbau, die Höhe sei durch das Hotel bedingt, sagt er.

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sagt, dass die Stadt keine weitere Änderung des Bebauungsplans wünscht. Der Bauherr entscheide, ob dies angestrebt werden soll. Sie ist auch der Meinung, dass eine Befreiung in Sachen Gebäudehöhe nicht möglich ist. „Wir müssen eine Lösung finden“, sagt Doris Baumgartl und zeigt sich zu Gesprächen mit dem Investor bereit. Es gehe dabei nicht um die Höhe des geplanten Gebäudes, sondern ganz grundsätzlich um einen Kulturbau für alle Bürger. Auch in Sachen Sondersitzung hat sie eine klare Meinung. Diese werde angesetzt, aber nicht sofort.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Kulturbau in Landsberg: Was will der Stadtrat?

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