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Denklingen

02.03.2019

Im Lustberghof wird jetzt griechisch gekocht

Koch Sotirios Vaiopoulos (links) und Wirt Vasileios Kalogiannis kümmern sich um die Bewirtung in der Taverne Vasili an der Bundesstraße 17 bei Denklingen.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Vasileios Kalogiannis hat sich mit der Übernahme des Gasthofs bei Denklingen einen großen Wunsch erfüllt. Auf der Speisekarte finden sich nicht nur griechische Speisen.

Was ist die beste Küche der Welt? Für den 45-jährigen Vasileios Kalogiannis keine Frage: die griechische. Am liebsten isst er eine Moussaka, wie sie früher die Mama zu Hause gemacht hat: einen Auberginen-Hackfleisch-Auflauf. Aber auch eine schön üppige „Tellermischung“ mit viel Fleisch und Tzatziki drauf sei nicht zu verachten. Und das Gyros muss schön knusprig sein, das ist wichtig.

Der Chef hat sein neues griechisches Restaurant – im ehemaligen Lustberghof an der Bundesstraße 17 – nach sich benannt: Taverne Vasili. Seit Kurzem führt Kalogiannis den Gastbetrieb gemeinsam mit seiner polnischen Ehefrau Sylwia Kalogiannis. Er bezeichnet sie als „meine rechte Hand“. In der Küche steht, neben dem Chef persönlich, sein griechischer Koch Sotirios Vaiopoulos.

Auf der Speisekarte finden die Gäste alle Klassiker der griechischen Küche von Vorspeisen wie gefüllten Weinblättern, Calamarisalat und gebackenen Auberginen über diverse Fisch- und Fleischgerichte bis zu den bekannten Ofengerichten wie der Moussaka und der Lammhaxe mit Riesenbohnen.

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Schon lange auf der Suche

Kalogiannis stammt vom Festland, aus Larisa, der Hauptstadt der Region Thessalien. Ursprünglich hat er als Techniker für Klimaanlagen gearbeitet und ist vor 25 Jahren nach Deutschland gekommen. Seine Liebe zum Kochen hat ihn nach München geführt, wo er die vergangenen 20 Jahre als Geschäftsführer einiger griechischer Restaurants arbeitete. Er sei schon länger auf der Suche nach einem eigenen Laden gewesen, „aber es hat einfach nicht geklappt“.

Dann hat er vom Lustberghof gehört und war überzeugt, auch von der günstigen Lage an der Bundesstraße zwischen Schongau und Augsburg. Er ist kurzerhand mit der Familie – sein Sohn ist 15 Jahre alt und die Tochter 20 Jahre – von München in den ersten Stock des Gebäudes gezogen.

Anfangs ein Ausflugslokal

Den Lustberghof gibt es seit mehr als 60 Jahren. Anfangs war es eine Ausflugsgaststätte. Damals lag das landwirtschaftliche Anwesen am Fuße des gleichnamigen Lustberges noch an einem kiesigen Feldweg mitten in der Natur. Ohne Strom und fließendes Wasser begannen die ersten Besitzer Anna und Albert Buck, sich eine Existenz aufzubauen. „Angenehmer Landaufenthalt bei Schongau am Lech. Sonnig, staubfrei, in hochwaldreicher Gegend des Alpenvorlandes mit eigener Landwirtschaft. Ein idealer Sommeraufenthalt mit vorzüglicher Verpflegung und billigen Preisen“ – damit bewarben die Bucks ihr Landgut Mitte der 1950er-Jahre.

Weil Anfang der 1960er-Jahre der Feldweg zur Landstraße ausgebaut wurde, erwarben die Eheleute Buck eine Konzession für den Gaststättenbetrieb. In dieser Zeit wandelte sich der Lustberghof vom landwirtschaftlichen Betrieb mit „Fremdenheim“ zum Gasthof mit „Fremdenzimmern“. 1970 brannte das komplette Obergeschoss aus und der Betrieb musste für eine Weile eingestellt werden. 1978 übernahm Tochter Lore Baumer zusammen mit ihrem Ehemann den Gasthof, und sie modernisierten die Gasträume, die Küche und auch die neun Gästezimmer. Sie führten den „Lustberghof“ weiter, bis 2008 der plötzliche Tod von Herbert Baumer alles veränderte Tochter Michaela Baumer musste von einem Tag auf den anderen in die Fußstapfen der Eltern treten.

Am Lustberghof war auch eine Tankstelle geplant: Ist Tanken am Lustberg künftig doch möglich?

Ein Bild von Anthony Quinn

Jetzt verköstigt Kalogiannis hier seine Gäste. Sein Restaurant ist deutsch geprägt mit griechischem Touch. Draußen weht die blau-weiße Fahne seines Heimatlandes, in den drei Gasträumen mit 130 Plätzen hängt hier und dort ein Bild von Anthony Quinn aus dem Film Alexis Sorbas, sonst wenig Griechisches. Draußen baut der Chef noch eine Imbissbude, ab April soll es dort Souvlaki- und Hühnerspieße geben, dazu – da ist er ganz pragmatisch – auch Currywurst mit Pommes.

Gefragt, was er aus seiner Heimat am meisten vermisse, sagt Vasileios, „ich vermisse gar nichts, es gibt hier Berge, schöne Natur, es gibt hier alles“. Kurze Pause. „Nur das Meer nicht.“ Aber dafür verbringt die Familie eben alle Urlaube in der alten Heimat.

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